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Nach Vermieterversammlung: Holzhau nicht länger Staatlich anerkannter Erholungsort ?

Zu einer Vermieterversammlung, welche am 12.11.2009 im Rathaus / Fremdenverkehrsamt Rechenberg stattgefunden hat, sollen von den rund 50 eingeladenen Vermietern nur etwa 12 erschienen sein. Dabei ging es doch in dieser Veranstaltung um die Zukunft des Tourismus in unserem Ort. 

Als Programmpunkt stand u.a. die Diskussion, ob die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle mit ihren Ortsteilen Holzhau und Clausnitz den Titel "Staatlich anerkannter Erholungort" neu beantragen soll, auf der Tagesordnung.

Hintergrund: Die Neuzertifizierung als "Staatlich anerkannter Erholungsort" wäre schon längst Vergangenheit, wäre da nicht das Augusthochwasser von 2002 gewesen. Durch die verheerenden Schäden an Landschaft und Infrastruktur beschloß man in Sachsen, alle bereits vergebenen Titel bis 2009/2010 zu verlängern. Doch nun ist die Schonzeit vorüber. Wer sich in Zukunft als "Staatlich anerkannter Erholungsort" vermarkten will, muß sich neu zertifizieren lassen.

Aus der Umgebung hört man von unterschiedlichen Handlungsweisen der benachbarten Orte. Die eine Gemeinde hat sich für einen mittleren fünfstelligen Betrag zertifizieren lassen, während andere zukünftig auf den Titel "Staatlich anerkannter Erholungort" verzichten wollen. Einerseits aus Kostengründen, aber auch andere Argumente werden vorgetragen.

So argumentieren die Hoteliers aus Holzhau, dass der Titel als Vermarktungsargument wenig ins Gewicht fällt. In ihren Prospekten wird kaum darauf hingewiesen, dass Holzhau schon seit vielen Jahrzehnten den Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort" führen darf. "Demzufolge kann dieses Kriterium auch nicht als Entscheidungshilfe für einen Urlaub in Holzhau dienen".

Auch Einwohner meinen, dass man (selbst) kaum Wert darauf legt, ob ein Reiseziel einen derartigen Titel besitzt oder nicht:

"Das Umfeld muß stimmen. Das ist für mich das Hauptargument für die Wahl meines Urlaubsortes. Auf einen Titel achte ich nicht."

"Was nutzt der Titel, wenn im Sommer kaum etwas los ist ?"

"Der Titel hat uns im Sommer bisher auch nicht allzuviele Touristen gebracht."

"Wer steckt sich das Geld - dreissigtausend Euro und mehr- eigentlich ein, wenn man Staatlich anerkannter Erholungsort werden will ?"

"Ich weiß nicht, ob man mit dem Titel junge Leute als Gäste gewinnt. Irgendwie klingt das doch verschnarcht."

"Das Interesse an Holzhau ist saisonal proportional zur Schneehöhe. Ein Titel hat damit nichts zu tun. Solange der Lift läuft und die Loipen gespurt sind..."

"Eine Neuzertifizierung geht seit dem Gemeindezusammenschluß nur noch, wenn sich Holzhau, Rechenberg-Bienenmühle und Clausnitz gemeinsam der Prüfung stellen. Ob das funktioniert ?"

Und dann gibt es noch den kleinen Anteil der Zweifler, welche befürchten, dass unser Ort den Titel wahrscheinlich gar nicht mehr erringen könnte. "Acht Kilometer zum nächsten Arzt oder bis zum nächsten größeren Lebensmittelmarkt - wie im Ortsteil Teichhaus - sind ein Zeichen dafür, dass mit unserer Infrastruktur und unserer Grundversorgung etwas nicht stimmt. Hinzu kommt eine mangelhafte öffentliche Verkehrsanbindung, besonders nachts und besonders am Teichhaus oder in Oberclausnitz."

Soweit uns bekannt ist, will die Gemeindeverwaltung auf eine erneute Beantragung des Titels "Staatlich anerkannter Erholungsort" verzichten und damit etwa 35000 Euro sparen. Aber auch an diesem Punkt gibt es Zweifler. Man glaubt, dass die Gemeinde das Geld nicht einsparen kann, weil sie das Geld für eine neue Zertifizierung gar nicht besitzt.

Im benachbarten Altenberg läuft die ganze Prozedur ein wenig anders ab. Dort sind die Hoteliers und Vermieter der Ansicht, dass die erneute Zertifizierung als "Staatlich anerkannter Erholungort" wichtig sei. Man setzt darauf, dass Touristen in Zukunft immer öfter auf diesen Titel Wert legen werden. Da Altenberg selbst bereits "Staatlich anerkannter Kneippkurort" ist, wollen sich nun lediglich eingemeindete Ortsteile zertifizieren lassen. Als Entschädigung erhalten jene Ortsteile, die nicht am Prüfungsverfahren teilnehmen, eine finanzielle oder materielle Zuwendung.

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 16.11.2009
Aktuell: 05.01.2010
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