Loipentest im Skigebiet Holzhau am Dreikönigstag - 6.1.2010
Heute ist Dreikönigstag. In Tschechien ist der 6. Januar immer noch ein staatlicher Feiertag. An diesem Tag hat man nach dem alten julianischen Kalender die Geburt Jesu Christi gefeiert. Drei heilige Könige machten sich - einem Stern folgend- auf den Weg.
Durch die Zeitdifferenz, welche durch einen Kalenderfehler entstand, sammelten sich während der Geltungszeit des julianischen Kalenders fast 12 Tage an. Sachsen weigerte sich sehr lange, den neuen, gregorianischen Kalender zu übernehmen. Sachsen war protestantisch und nicht bereit, den Weisungen eines katholischen Papstes (Gregor) zu folgen.
Böhmen lebte schon viel früher nach dem "neuen" Kalender. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es im grenznahen Raum zu riesigen Problemen, weil die Flüchtlinge mit den wechselnden Kalendern nicht zurechtkamen. Geburtstage, Hochzeitstage, Todestage: Alle Daten aus dem Leben der Menschen mußten während der Flucht nach Sachsen umgeschrieben werden.
Im Erzgebirge hält sich seit Jahrhunderten der Aberglaube, dass die 12 Tage zwischen den "beiden" Weihnachtsabenden (24.12. gregorianisch und 6.1. julianisch) großes Unheil über die Menschen bringen können. Man hat für diese 12 Tage unterschiedliche Namen: "Hohe Nächte" oder "Unternächte" zum Beispiel. Das wechselt teilweise von Ort zu Ort.
In der erzgebirgischen Mythologie ordnet man jeder Nacht einen Monat des kommenden Jahres zu. Scherben bringen in dieser Zeit schweres Unheil über die Menschen, das Waschen von Bettwäsche ist strengstens verboten. Auch die Begründungen für diese Aberglauben wechseln von Ort zu Ort - haben aber fast immer etwas mit dem Tod von nahestehenden Personen zu tun. Scherben bringen also nicht immer Glück.
Nun gut, nach diesem kleinen Ausflug in die Kalendergeschichte und den erzgebirgischen Aberglauben wollen wir mal sehen, wie der heutige Zustand der Skiloipen im Skigebiet Holzhau war.
Seit zwei Tagen hat es nicht mehr richtig geschneit, nur ein paar Krümel kamen gelegentlich vom Himmel. Daher ist anzunehmen, dass sich die Skiverhältnisse im Holzhauer Oberdorf (Höhenloipe, Nachtloipe) nur unwesentlich verändert haben.
Heute wurde die Bahndammloipe angetestet. Der Einstieg am Bahnhof Holzhau fiel erstaunlich leicht, es gibt zwar keine nennenswerten Schneehöhen, aber immerhin eine geschlossene Schneedecke. Die Loipen sind nicht maschinell gespurt. Die Wintersportler haben die Strecke bereits zahlreich besucht und zwei einigermaßen vernünftige Spuren in den Schnee gedrückt.
Kurz nach dem tatsächlichen Einstieg in den alten Bahndamm stört ein wenig Laub auf der Strecke. Immer noch -wir haben Januar- hängen die Buchen voller welker Blätter. Die Schneehöhe ist auf der Bahndammloipe momentan ausreichend, um Wintersport auszuüben. Natürlich kann man das Laufgefühl nicht mit einem halben Meter Schnee und maschineller Verdichtung sowie Einspurung vergleichen. An einigen Stellen ist der Schnee zwar fest, aber so flach, dass keine Spur im Schnee bleibt.
Die sonst in der Bahndammloipe gefürchteten nassen Stellen sind nicht vorhanden. Es gab schon Zeiten, bei denen wir beim Loipentest die Skier zwischendurch zehn Meter tragen mußten. Das ist zur Zeit keinesfalls zutreffend, man kann die gesamte Bahndammloipe vom Bahnhof Holzhau bis zum Skibahnhof Hermsdorf (SWF) durchgängig befahren.
Fazit: Die Bahndammloipe ist befahrbar, man sollte jedoch keine allzu hohen Erwartungen haben. In jedem Fall sind die Skibedingungen der Bahndammloipe besser als vor einem Jahr.
...aber es wurde ja Neuschnee in Aussicht gestellt...
Im Januar 2009 waren die Loipen nach einer kurzen Tauperiode wieder tiefgefroren - bei einer sehr geringen Schneehöhe. Zu dieser Zeit wurden die tiefsten Temperaturen seit Aufstellung der Wetterstation Holzhau / Tannenweg gemessen. Eine "ausgeleierte", aufgetaute und danach schockgefrostete Loipe ist Gift für die Gelenke. Das bekommt man auch mit einer Spurmaschine nicht wieder in den Griff.
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 06.01.2010
Aktuell: 13.01.2010
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