Wo bleibt das Tief "Daisy" ?
Wo bleibt das seit Tagen angekündigte Tiefdruckgebiet Daisy, welches im Erzgebirge zum völligen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens führen soll ? Nach den Ankündigungen der Wettermoderatorinnen hätte es in der vergangenen Nacht zum Freitag bereits eintreffen müssen. Statt des chaotischen Schneefalls gibt es in Holzhau nur "leichtes Gekrümel" - mehr kann man nicht berichten. Die Straßenverhältnisse sind gut - gestern gab es von Dresden bis Holzhau komplett schneefreie Straßen.
In den Unwetterwarnungen ist man mittlerweile von dem versprochenen "mindestens ein halber Meter Schnee" abgerückt. Man liest nur noch von "15 Zentimetern", wobei der Harz und der Thüringer Wald stärker als das Erzgebirge betroffen sein sollen.
Der Internetdienst wetter.com meldet jetzt für die nächsten Tage "leichten Schneefall" in Holzhau.
Die Wetterstation im Holzhauer Tannenweg registrierte bis zum Freitagmittag steigenden Luftdruck, danach stagnierte es etwas - von einem Tiefausläufer fehlt aber momentan jede Spur. Die Wettertendenz, die sich aus dem Luftdruckverlauf errechnet, heißt momentan immer noch "Hochdruck" und "Schönwetter". Es sei denn, der Wettereinbruch kommt so heftig, dass das digitale Barometer ins Bodenlose fällt. Es könnte also durchaus die Ruhe vor dem Sturm sein.
Die von den Medien angeheizte Unwetterpanik hat auch in unserem Ort Auswirkungen, vor allem bei älteren Leuten: Der Brotverkauf ist gestern gestiegen und ein paar wenige Hotelzimmer wurden wegen des kommenden Unwetters storniert.
Ein Fernsehsender zeigte zum Mittagessen Bilder aus München. Man präsentierte 2 cm Neuschnee unter dem Titel "Tief Daisy ist in Deutschland angekommen". Der Sender empfahl den Kauf von Kerzen, das Volltanken des Autos und die Anschaffung von Campingkochern, um sich "etwas Warmes zubereiten zu können".
Eine andere Fernsehsendung empfahl Hausbesitzern zur gleichen Sendezeit, dass sie sich Schilder mit der Aufschrift "Vorsicht vor Dachlawinen" zulegen sollen. Als sinnvolle Ergänzung empfehlen wir solche Schilder für Bäume, Waldwege, Straßenlaternen und Windkraftanlagen, und am besten so groß, dass die Warnung in allen europäischen Sprachen aufgedruckt werden kann.
Es ist schon erschreckend, dass unsere hochtechnisierte Gesellschaft einen grundlegenden Faktor der Natur einfach vergessen hat: Das Wetter.
Der Schauspieler Uwe Steimle kommentierte dieses Problem bei seinem Auftritt im Döbelner Volkshaus im November 2009 mit den Worten "Die vier Hauptfeinde des Sozialismus waren Frühling, Sommer, Herbst und Winter".
...aber vielleicht vergeht uns ja bald das Lachen ;-)))
Auch wenn man in Holzhau keine Kirche im Dorf hat, sollte man die Kirche wenigstens in der Großgemeinde lassen - verhungert ist bei uns, selbst bei "richtigen Unwettern", in den letzten Jahrzehnten niemand. Erfroren auch nicht. Also lassen wir das "Unwetter" erst einmal rankommen !
Ein schönes Wochenende wünscht Ihre holzhau.de - Redaktion
PS: Ausnahmsweise ein Witz ! Drei Schneeflocken sitzen auf ihrer Wolke und beraten, wo sie landen wollen. Die erste sagt "Ich fliege zum Nordpol, da kann man jahrelang liegen". Die zweite Schneeflocke will aus dem gleichen Grund an den Südpol. Die dritte Schneeflocke freut sich auf ihre Landung in Deutschland. Die beiden anderen Schneeflocken sind entsetzt und fragen, was sie dort will. "Nun ja" sagt die Dritte, "man liegt dort zwar nicht sehr lange, aber mir macht es einfach Spaß, ein bischen Hektik zu verbreiten".
Bedenklich ist dabei nur, dass dieser Witz älter als 20 Jahre ist und aus dem Osten Deutschlands stammt...
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 08.01.2010
Aktuell: 13.01.2010
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