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Holzhauer stinksauer - Tief "Daisy" ist wohl doch nur eine Ente !

Das Tief "Daisy" hat in Holzhau wirtschaftlichen Schaden angerichtet. So kann man das vergangene Wochenende zusammenfassen und damit neues Wasser auf die "Daisy - Weltuntergangs - Medienmühlen" gießen. Der Schaden entstand in Holzhau aber nicht durch Schneemassen, Sturm und Chaos, sondern durch die ausbleibenden Wochenendgäste.

Schnee gab es nur unwesentlich und in keinster Weise den Vorhersagen und Katastrofenwarnungen entsprechend. In den beiden ersten Nächten des Jahres 2010 fiel -ohne Medienrummel- mehr Schnee.

Wegen der angekündigten Unwetterfront blieben die Touristen am Freitag und Samstag weg, Hotelbuchungen wurden storniert, die Loipen waren fast leer. Erst am Sonntag ließen sich die Wintersportler davon überzeugen, dass das Skigebiet Holzhau immer noch erreichbar ist.

Die Tourismusunternehmer in Holzhau sind auf Tief "Daisy" stinksauer. "Wir haben nur noch ein paar Winterwochenenden  und dann macht uns diese sinnlose Medienhysterie auch noch das Geschäft kaputt. Man müßte die Wetterdienste und TV-Sender auf Schadenersatz verklagen." Obwohl am Freitag und Samstag die angekündigten Schneemassen ausblieben, wurden trotzdem weitere Pressemeldungen mit Titeln wie "Katastrofenschützer raten zu Hamsterkäufen" herausgegeben.

Schauen wir auf das Wettergeschehen der letzten Tage zurück. Am Mittwoch sank der Luftdruck, was als Vorbote eines Tiefausläufers bewertet werden konnte. Aber er sank nicht sehr und auch nicht weiter, sondern stieg im Laufe des Donnerstags wieder an. Ab Freitag Nachmittag sank der Luftdruck wieder, aber nicht so tief wie am Mittwoch, um dann das gesamte Wochenende um den Wert von 1010 hPa herumzupendeln. Am Sonntagnachmittag zeigte das Barometer schon wieder 1012 hPa, die Wettertendenz sprang auf "Schön" und "Hochdruckgebiet".

Ein Tiefdruckgebiet mit einer derartigen Medienpräsenz wie "Daisy" sollte wenigstens mit einem Luftdruckabfall auf 980 - 985 hPa daherkommen. Wenn man nicht einmal ansatzweise einen markanten Luftdruckabfall messen kann, dann ist das Tief weiträumig um unseren Freistaat herumgezogen.

Beim "Ersten Holzhauer Eisfussballturnier" war "Daisy" ein viel diskutiertes Thema. Es gibt Einwohner, die im Tief "Daisy" Parallelen zur Schweinegrippe-Hysterie entdecken wollen. "Die treiben jede Woche eine neue Sau durchs Dorf." Oder: "Die treiben es soweit, bis jeder nur noch genervt abwinkt, wenn wieder eine Wetterwarnung kommt." sowie "Die verkaufen uns jeden Schneefall als Wintereinbruch, Sturmtief oder Unwetter. Ist doch völlig normal, dass es im Januar mal schneit." und abschließend "Normales Wetter scheint es im Fernsehen gar nicht mehr zu geben ! Es ist immer zu warm, zu kalt, zu trocken oder zu naß."

Natürlich kann man die Medien verstehen. In Wirtschaftskrisenzeiten freut sich jeder Fernsehsender über kostengünstige Produktionen. Man stelle eine Kamera auf ein Stativ, richte sie auf eine schneebedeckte Straße (Optimal: Schräg geparktes, mit einem Reifen im Straßengraben stehendes Auto im Hintergrund), stelle sich selbst mit einem Mikrofon davor und berichte mit betroffener Miene über das Wetterchaos. In wirtschaftlich harten Zeiten kann man das sogar mit einer einzigen Arbeitskraft produzieren. So kann man mit wenig Aufwand die Pause zwischen den Werbeblöcken füllen.

Man hätte skeptisch werden müssen, als das "Sturmtief" seinen Namen bekam. Daisy, die Ente. Aber wer denkt denn an sowas.

Einen schönen Start in die Woche wünscht Tino Bellmann

 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 10.01.2010
Aktuell: 18.01.2010
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