Wander- und Funktionsbekleidung richtig pflegen (2)
Fibertec GreenGuard (Pressefoto)
Hier kommt der zweite Teil unseres Artikels zur richtigen Pflege und Imprägnierung Ihrer Outdoorbekleidung. Der erste Teil (Siehe Link unten) endete mit der Frage, welches Imprägniermittel für Jacken oder Anoraks das richtige sei.
Gegenüber Silikonen bieten sie (Imprägnierungen auf Basis von Polyurethan-Dendrimeren) weitere Vorteile:
- Sie sind biologisch abbaubar.
- Ihre Wirkstoffe sind kompatibel mit der auf Fluorcarbon basierenden Originalausrüstung der meisten Funktionsjacken.
- Silikone können die Atmungsaktivität von Funktionsjacken spürbar reduzieren.
- An Polyurethan-Dendrimeren bleibt (anders als bei Silikon) kein Schmutz haften.
Zurzeit (Oktober 2010) gibt es nur einen Hersteller von Nachimprägniermitteln auf Basis von Polyurethan-Dendrimeren - die kleine deutsche Firma Fibertec mit dem Mittel GreenGuard. Fibertec konzentriert sich auf umweltfreundliche Reinigungs- und
Pflegemittel für Sport und Outdoor-Ausrüstung und produziert ausschließlich in Deutschland und Holland.
Fibertec GreenGuard gewann vor kurzem den Editor’s Choice Award der Zeitschrift "Outdoor" und erhielt 2009 bei der Fachmesse "OutDoor" einen European OutDoor Industry Award in der Kategorie "Nachhaltige Produkte".
Beim Kauf sollte man aber nicht nur auf die Umweltverträglichkeit des eigentlichen Wirkstoffes achten, sondern auch auf das "Drumherum". Sind die Wirkstoffe in Wasser gelöst oder in einem Lösungsmittel (und in welchem)? Schauen Sie auf der
Packung nach Symbolen für "feuergefährlich" oder ähnlichem. Muss es eine Sprühdose mit Treibgasen sein? Ein Pumpzerstäuber strengt zwar mehr an, kommt aber ganz ohne Treibgas aus. Und wenn Treibgas - was zweifelsohne einfacher in der Anwendung ist - dann sollte man es so machen wie Fibertec: Die Firma verwendet ausschließlich 2-Kammer-Spraydosen, deren zweite Kammer mit Druckluft gefüllt ist. Die Dose kostet zwar mehr, aber sie funktioniert umweltschonender und man kauft kein Treibgas oder Lösungsmittel, sondern Imprägniermittel.
Schritt 3: Hitze hilft
Fast alle Imprägniermittel funktionieren besser, wenn man die Bekleidung nach dem Imprägnieren mit Hitze behandelt. Idealerweise steckt man sie für mindestens 30 Minuten bei 60°C in den Trockner. Wer keinen Trockner hat, kann auch auf
niedrigster Stufe bügeln. Besonders wichtig ist die Hitzeeinwirkung bei den Polyurethan-Dendrimeren: Ohne Hitze entwickeln sie keine Imprägnierwirkung! Aber auch Fluorcarbone und Silikone funktionieren mit Hitze besser als ohne.
Ob mit oder ohne Hitze, Wunder sollte man von keinem Imprägniermittel erwarten.
Wäre bereits die Original-DWR-Ausrüstung perfekt (= "ewig" haltbar), gäbe es auch keinen Bedarf zur Nachimprägnierung. Die Haltbarkeit sämtlicher Original- sowie Nachimprägnierungen bietet noch Verbesserungspotenzial. Um auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Waschen Sie Ihre Funktionsbekleidung ruhig oft, aber waschen Sie sie richtig und verwenden Sie das optimale Nachimprägniermittel für Ihre Zwecke.
Allgemein interessante Informationen über Nachimprägnierung, die Anwendung sowie die verwendeten Chemikalien finden Sie unter fibertecwaterproofing [punkt] de.
» Wanderkleidung und Funktionsbekleidung richtig pflegen und imprägnieren (1)
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 20.10.2010
Aktuell: 09.03.2012
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