Winter macht in Holzhau erst einmal Winterpause - ein Rückblick (15.1.2011)
Sportscheck und RTL in Holzhau
Liebe Holzhau.de - Leser, erinnern Sie sich ? Vor einer Woche schrieb ich hier: "In diesen tief durchgefrorenen Schnee kann es eine Woche hineinregnen, bevor man die ersten schneefreien Flecken sehen wird." Nun konnte ja keiner ahnen, dass das Wetter aus Temperaturen um -10°C dauerhaft in Plusgrade umschlagen würde und vor allem, dass es tatsächlich eine Woche lang regnen wird. Auch wenn die starken Niederschläge anfangs ausblieben, erreichte der 48-Stunden-Meßwert in den letzten Tagen bis zu 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist eine stolze Niederschlagsmenge. Selbst im Sommer spült es bei Regengüssen mit ähnlichen Literzahlen so einiges den Berg herunter.
Am 9.1.2011 wurde 13:29 Uhr eine Höchsttemperatur von 10.1 °C gemessen.
Seit man in den Medien das Wort "Tauwetter" hören mußte, bleiben selbst jene Skifahrer zu Hause, welche das vorher inflationär verwendete "Schneechaos" nicht abschrecken konnte. "Die Leute rufen hier an und glauben uns einfach nicht, dass wir noch genug Schnee haben, um Wintersport zu treiben", sagt Mirko Zimmermann, Hotelier und Betreiber der Holzhauer Tourist-Info im Naturhotel "Lindenhof".
Schauen wir einmal auf die hinter uns liegenden Spätherbst- und Winterwochen zurück. Nach dem traumhaften Skisaisonstart Anfang Dezember wurde es ziemlich kalt. Schnell verdarb die medial verbreitete "Rekordkälte" den Wintersportlern die Lust auf Loipen und Pisten. Hinzu kamen Weihnachtsmärkte, Weihnachtsstreß und die Jagd nach Geschenken. Während die Loipen des Erzgebirges trotz der traumhaften Skibedingungen recht übersichtlich besucht waren, bekam man in den Kaufhäusern der größeren Städte schnell Platzangst.
Die im Flachland mangelhaft arbeitenden Winterdienste und die eher schlecht auf den Winter vorbereiteten öffentlichen Verkehrsbetriebe, vor allem die BAHN, waren tagelang gar nicht in der Lage , den Wintersportlern Zugang zu unserem Skigebiet zu ermöglichen. Wer ins Erzgebirge wollte, stand stundenlang auf den Autobahnen herum oder wartete auf seinen Zug. Straßensperrungen, ausfallende Busse und Bahnen verdarben die Freude am Wintersport.
Selbst der Ski-und Wanderbus zwischen Zinnwald und Rechenberg mußte wegen der gesperrten Straße am Teichhaus an mehreren Tagen eingestellt werden. Die Freiberger Eisenbahn kämpfte tapfer gegen umstürzende Bäume und Schneeverwehungen und war trotzdem nicht immer in der Lage, den Fahrplan einzuhalten.
Die Restaurantbetreiber freuten sich am Weihnachtstag auf ihre Mittagsgäste. Viele Tische blieben jedoch leer - wegen des Blitzeises war Holzhau nahezu unerreichbar !
Erst nach Weihnachten entspannte sich die Verkehrslage etwas. Doch nun, im neuen Jahr: Tauwetter ?
Warten wir´s ab. Zur Zeit ist noch genügend Schnee auf Pisten und Loipen, um Wintersport zu treiben. In den vergangenen Jahren fanden unsere Gäste zu dieser Jahreszeit wesentlich schlechtere Skibedingungen vor - erinnern wir uns beispielsweise an die bei geringer Schneehöhe völlig vereiste Bahndammloipe im Januar 2009. Momentan ist die Bahndammloipe von 30-40 cm Schnee bedeckt, welcher sehr hoch verdichtet ist.
Aktualisierung:
- Am Freitag, den 14.1.2011 trat die Freiberger Mulde bereits im Quellgebiet aus ihrem Flußbett heraus. Am Teichhaus war die Straße überflutet. Auch in den Ortslagen zwischen Rechenberg und Holzhau standen die Wiesen unter Wasser.
- Am Montag (17.1.2011) waren die Temperaturen unter den Gefrierpunkt gesunken. Tauwetter und Hochwasser sind gestoppt. Die vorher überfluteten Straßenbereiche verwandelten sich in gefährliche Rutschbahnen. Der Nass-Schnee überfor mit einer harten Kruste, die tagsüber aufweichte.
- In der Nacht zum Mittwoch (18./19.1.2011) begann es zu schneien. Im Laufe des Mittwochs fielen etwa 5 cm nasser Neuschnee.
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 15.01.2011
Aktuell: 01.02.2011
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