Holzhau am 27.1.2011: Loipennetz nach Neuschnee frisch präpariert
Mit der Freiberger Eisenbahn bis direkt auf die Bahndammloipe
Ja, liebe Leser, da ist es wieder: Jenes Geräusch, welches von ratternden Schneefräsen herrührt. Fast jeder Grundstückseigentümer in Holzhau nennt mittlerweile ein solches Gerät sein eigen - viele Winterdienste und Wohnungsgesellschaften in der Großstadt wären da wohl neidisch. Im Dezember ratterten die Holzhauer fast durchgehend vor ihren Häusern und Garagen herum, denn der Neuschnee wollte kein Ende nehmen.
Nach dem "drastischen" Tauwetter waren die Schneehöhen im Holzhauer Skigebiet immer noch größer, als wir sie in den letzten Wintern erlebt haben. Das wollten uns die Wintersportler einfach nicht glauben ! Und selbst jetzt, wo man täglich etwa 10 Zentimeter Neuschnee vom Grundstück räumen muß, kommen Anfragen von besorgten Touristen, ob in Holzhau überhaupt noch Schnee läge.
Daher hier noch einmal die ausführliche Information zum Schneezustand: Das Tauwetter stoppte, als auf den Skiloipen etwa 30 Zentimeter Schnee lagen. Der Untergrund ist nun extrem hoch verdichtet und durchgefroren. Die unterste Schneeschicht ist etwa 10 Zentimeter stark, liegt seit Anfang Dezember, ist im Dezember mehrmals von leichtem Regen durchfeuchtet worden und danach tagelang bei etwa -15°C bis -17°C durchgefroren. Beim letzten Wärmeeinbruch (mit Hochwasser) taute der Schnee gar nicht bis zu dieser Kruste ab. Nach dem Tauwetter lagen immer noch etwa 20 Zentimeter schwerer, hoch verdichteter und gut tragender Nass-Schnee darauf. Selbst bei Plusgraden konnte man bei insgesamt 30 Zentimeter Schneehöhe zwischen den Loipenspuren spazieren gehen, ohne einzusinken.
Nun sind in den letzten Tagen mehrmals 10 Zentimeter Neuschnee hinzugekommen und sämtliche Loipen wurden jeden Tag neu präpariert. Die Skibedingungen sind also um Welten besser als in den vergangenen Wintern.
Am Skihang hatte man vor dem Tauwetter bis zu einem Meter Schneehöhe, teils Naturschnee, teils Kunstschnee. Trotz mehrtägigen Dauerregens weichte der Skihang nicht durch. Es zeigten sich einige dunkle Stellen, welche von Wasseransammlungen in den unteren Schneeschichten herrührten. Später gab es dann kleinere Fleckchen, bei welchen das Gras etwas herausschaute. Als der Frost zurückkehrte, wurde sofort damit begonnen, den Hang mit allen verfügbaren Rohren Tag und Nacht zu beschneien. Seit geraumer Zeit meldet der Skilift wieder Schneehöhen über 80 Zentimeter.
Für alle Zweifler sei immer noch ein Hinweis auf unsere Webcam-Bilder gestattet. Dabei muß allerdings bedacht werden, dass die Schneehöhe am Schneehöhenmesser nur ein grober Richtwert ist. Die Webcams stehen im Tal, in bebautem Gebiet (wo es immer wärmer ist), an einer Südseite. Weiterhin wurde festgestellt, dass unser Schneehöhenmesser offenbar aus dem falschen Material besteht. Bei Sonneneinstrahlung erwärmt er sich und der darum liegende Schnee taut. (Bei Metall wäre dieser Effekt aber sicher noch stärker). Und: Nachdem in der Vergangenheit ein paar Sträucher entfernt wurden, bläst der Wind den fallenden Neuschnee weiter.
Aber bei den aktuellen Schneehöhen spielt es ja fast keine Rolle, ob der Schneehöhenmesser 10 Zentimeter mehr oder weniger anzeigt.
Für das kommende Wochenende hat "Wetterguru" Jens wieder klirrenden Frost vorhergesagt: Bis auf -20°C soll das Thermometer fallen !
Und wer nun glaubt, nach dem Januarhochwasser 2011 sei im Flachland das Schlimmste überstanden: Die aktuelle Schneehöhe im Erzgebirge reicht noch für (mindestens) ein weiteres Hochwasser !
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 27.01.2011
Aktuell: 03.02.2011
Ähnliche Themen: holzhau schneehöhe




