Tschechien wird von massiver Streikwelle erschüttert (16.6.2011)
Mit der völligen Lahmlegung des öffentlichen Lebens wehren sich die tschechischen Bürger und Gewerkschaften gegen die aktuelle Reformpolitik ihrer Regierung. Die letzten Verhandlungsversuche sind gestern (Mittwoch, 15.6.2011) gescheitert.
Laut Radio Prag sind öffentliche Verkehrsmittel, Schulen, Polizei, Feuerwehren und auch der internationale Bahnverkehr betroffen. Aus diversen Medien ist zu entnehmen, dass man in Tschechien sogar über Protestmärsche und Straßenblockaden nachdenkt.
Die ersten Meldungen berichten von Streiks in Prag, Usti nad Labem und Pilsen, wobei Prag das Zentrum der gewerkschaftlichen Aktivitäten ist. Dort ruht der gesamte öffentliche Personennahverkehr.
Als Grund für die Streiks geben die Gewerkschaften das neue Reformpaket der tschechischen Regierung an. Der Kampf gegen Korruption finde nicht statt, die öffentlichen Gelder würden verschleudert, das Renteneintrittsalter soll auf 70 Jahre hochgesetzt werden. Die Gesundheitspolitik wird ebenfalls hart kritisiert, denn sie nutze nur jenen, welche über ausreichend finanzielle Mittel verfügten.
Tschechiens Staatspräsident Klaus hat wegen der Streiks seine offizielle Geburtstagsfeier auf der Prager Burg abgesagt. Gewerkschafter kündigten an, dass "tausende Gratulanten" mit einem Protestmarsch zur Burg kommen würden. Klaus hatte ein resolutes Vorgehen gegen die Streiks der Gewerkschaften gefordert.
Weitere Informationen finden Sie im Link unter dem Artikel.
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Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 16.06.2011
Aktuell: 27.06.2011
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