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Bürgerbewegung Gegenwind: "Der Gemeinderat Moldava beschloss, den Windpark zu bauen"

Der Gemeinderat Moldava hat am 22.12.2011 beschlossen, den umstrittenen Windpark an der tschechisch-deutschen Grenze nun doch zu  errichten. Mit diesem Beschluß will man sich über alle Widerstände aus der Bevölkerung hinwegsetzen. Der Beschluß ignoriert auch die Vorgaben aus Usti nad Labem, Prag und Brüssel.

Tschechische Sympathisanten der erzgebirgischen Bürgerbewegung "Gegenwind" haben ihre deutschen Mitstreiter darüber informiert, dass der Gemeinderat beschlossen hat,

  • das geplante Windpark-Areal nochmals zu vergrößern
  • alle notwendigen Genehmigungen zu erteilen

Als Gegenzug bekommt die Gemeinde Moldava erneut Gelder von den Investoren "geschenkt". Wie berichtet wird, erhielt der kleine Ort schon im Vorjahr 2,5 Mio Tschechische Kronen. Nach diesem Beschluß des Gemeinderates fließen weitere 1,5 Mio Kronen.

Die Zahlungen erfolgen "ohne Gegenleistungen" der Gemeinde - das heißt, wenn die Windkraftanlagen nicht gebaut werden sollten, darf Moldava das Geld behalten.

Aber auch auf deutschem Boden gibt es für "Gegenwind" Ärger. Die 3 Windkraftanlagen in Neuhermsdorf sollen nicht wie zugesichert nach dem Ende ihrer genehmigten Laufzeit abgerissen werden. Statt dessen plant man, die derzeit 75m hohen Windräder durch 160m hohe Anlagen zu ersetzen. Diese Entscheidung ist eine Folge der veränderten Energiepolitik unserer Regierung nach dem Erdbeben in Japan.

Michael Eilenberger von "Gegenwind" hat den EU-Abgeordneten Dr. Peter Jahr (CDU) über die aktuellen Vorgänge informiert. Im Laufe des Jahres will eine Expertengruppe des EU-Petitionsausschusses die Region besuchen und sich über die Einhaltung der Natura-2000-Schutzziele, den illegal errichteten tschechischen Solarpark und den geplanten Windpark informieren.

Der neue Windpark soll mitten in einem europäischen Natura 2000 - Natur- und Vogelschutzgebiet errichtet werden. Der aktuelle  Schutzstatus des Gebietes lautet "SPA" (special protected area), weil in diesem Gebiet vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben. Die tschechische Gebietsregierung bezifferte die Zahl der dort existenten, seltenen und von der Ausrottung bedrohten Lebensformen auf etwa 140.

Eilenberger wörtlich: "Gerade in unserer Zeit, in der die Weiterentwicklung erneuerbarer Energiequellen zum Schutz unserer Welt absolute Priorität hat, darf nicht der Aktionismus des Industriezeitalters wiederholt werden. Schutzgebiete und Schutzgebietsysteme sind heute wichtiger denn je zuvor. Sie sind für die Erhaltung biologischer Kreisläufe sowie als Rückzugsgebiete für Tiere und Menschen von extremer Wichtigkeit. Solche Gebiete wurden mit Weitsicht eigens dafür ausgewiesen. Sie sollten deshalb unantastbar sein und mit aller Härte geschützt werden."
 


Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 02.02.2012
Aktuell: 09.03.2012
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