Nach heftigem Gewitter und "kleinem Weltuntergang" in der Nacht vom 14. zum 15.Mai...
Wolkenfront, aufgenommen um 19.17 Uhr, Webcam in der Pension Schmidt
Guten Morgen, liebe Holzhauer ! Das war ja gestern nacht ein Wetterchen, hm ? Sturzbäche ergossen sich entlang der Straßen, der Regen war so heftig, daß die Tropfen wieder hochsprangen. Satellitenschüsseln versagten bei der hohen Niederschlagsdichte kurzzeitig ihren Dienst. ARD mit Herrn Beckmann im Schneesturm sieht man nicht jeden Tag auf dem Bildschirm.
Das Gewitter zog aus WestSüdWest in Richtung Tschechische Republik, also faktisch auf dem Erzgebirgskamm entlang. Grelle, schnell aufeinander folgende Blitze erleuchteten die Nacht.
Trotzdem, nach Fakten betrachtet, fühlte es sich schlimmer an als es tatsächlich war. Genau 6.2 Liter pro Quadratmeter Regen wurden gemessen. Das Problem war nicht die Wassermenge, sondern die kurze Zeitspanne, in der dieser Niederschlag entstand. Hinzu kommt die Lage unseres Ortes. Aus mehreren Seitentälern mit vielen Quadratkilometern Fläche läuft das Wasser zusammen. Der Boden kann das Wasser nicht so schnell aufnehmen, erst recht nicht nach einer so trockenen Periode. Das Regenwasser perlt vom Boden ab, anstatt zu versickern. Da unser Ort natürlich auch befestigte Straßen hat, in denen das Wasser nicht versickern kann, entsteht der Eindruck einer größeren Wassermenge. Man schaut (wahrscheinlich unbewußt) vom Haus heraus auf die Straße, sieht die fließenden Bäche und glaubt an die nahende Katastrophe.
Fazit: Die Holzhauer Feuerwehr mußte nicht ausrücken, technische Schäden durch Blitzschlag sind nicht bekannt geworden.
Unspektakulär ? Wen es tröstet: 6.2 Liter Niederschlag sind trotzdem - umgerechnet auf einen Quadratkilometer - ca. 516 Tanklastzüge mit jeweils 12000 Litern oder auch 6200 Kubikmeter / Tonnen Wasser. Und das klingt doch -selbst für permanent Unzufriedene- sensationell, oder ? Man muß es nur in der richtigen Relation betrachten. Und wer es noch bildlicher mag: Die 516 Tanklastzüge würden hintereinandergestellt eine Länge von knapp 8 Kilometern ergeben und sie müßten innerhalb einer halben Stunde einen Quadratkilometer bewässern.
PS: Nachdem "die anderen Medien" am letzten Freitag nach dem kräftigen Wind (in Holzhau immerhin 60.8 km/h im Tal) von einem "Kleinen Kyrill" sprachen, darf holzhau.de jetzt nach jedem Gewitter vom "kleinen Weltuntergang" schreiben...
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 15.05.2007
Aktuell: 20.11.2007
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