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Spielzeugmuseum Seiffen: "Holz, Stroh und Papiermaché" am 8. September 2007 - 9 bis 17 Uhr

Handwerk pur ist das Motto in mehreren Stuben und Werkstätten, wenn Schindeln gespalten, Butterformen gestochen, Reifenvieh gekreidet, Birkenruten zu Besen gebunden oder Holzröhren gebohrt werden. Im Spielzeugmacherhäuschen steht die sogenannte "Masse" im Mittelpunkt des heimischen Figurendrückens, einer seit 1850 auch im Erzgebirge beheimateten Art und Weise der Spielzeugfertigung. Traditionsgemäß ist das Herbstprogramm im Freilichtmuseum besonders auf dörfliche und bäuerliche Arbeiten orientiert. So wird wieder die alte, mit Wasserkraft betriebene Dreschmaschine in Benutzung genommen.

Beeindruckend ist das ratternde "Ungetüm" schon, das da fest im Balkenwerk der Scheune verankert und wie auch die "Windfege" über ein pfiffiges Schnurensystem mit dem Wasserrad verbunden ist. Ab Mittag wird zugleich nach überlieferter Art gebuttert - die Ausstellung im Wohnstallhaus erläutert weitere bäuerliche Lebensbereiche. Eindrucksvoll für Freunde rustikaler Technik dürfte zugleich das alte Wasserkraft-Sägewerk sein, in welchem verschiedene Sägetypen zur Vorführung kommen. Freuen darf man sich auf einen Thüringer Wanderschmied, der fachkundig althergebrachte Arbeitstechniken demonstriert und erläutet. Bei den Klöpplerinnen im Bergmannshaus könnte es Zeit zum gemütlichen Plausch geben und die Häuselmacher aus Rechenberg zeigen ihr komplettes Miniaturenprogramm.

Ab 14.00 Uhr geht es im Freien deftiger zu, wenn mit Hüh und Hot die alte Kartoffelschleuder ihren Dienst tut. Vom Pferd gezogen dürfte sie eine bestaunte Attraktion während der traditionellen Kartoffelernte im Museumsgelände sein. Für Kinder ist zugleich die historische Kegelbahn eingerichtet, und am erzgebirgischen Doppeladler, gefertigt nach einem Vorbild eines Spielwarenmusterbuches, findet ein kurzweiliges Kindervogelschießen statt. Die Malerwerkstatt für Kinder ist wieder eingerichtet, in der nach historischen Schablonen - einst für die Ausschmückung der Stuben und Kammern gedacht - selbst eine Dekorkante aufs Papier gebracht werden kann. Wer Durst und Hunger verspürt, kann sich an gesunder Hausmannskost versuchen. Zum Abschluss des Tages nach 17.30 Uhr wird das Museumsdorf zum Schauplatz einer Besonderheit: Der Weihnachtsmann wird aus seinem "Sommerschlaf" geweckt.

(Nach einer Email-Information von Dr. Konrad Auerbach, Spielzeugmuseum Seiffen)

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 30.08.2007
Aktuell: 12.09.2007
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