Ausflugstipp ins Erzgebirge: Ausstellung "Sachsens Silberstadt. Freiberg zwischen 1600 und 1750"
Im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum kann man in der Zeit vom 23. September bis 4. November 2007 die Ausstellung "Sachsens Silberstadt. Freiberg zwischen 1600 und 1750" besuchen. Die Exposition wird anlässlich des 82. Bachfestes und der Silbermann-Tage gestaltet und soll Freiberger und ihre Gäste in die Geschichte der Bergstadt im o. g. Zeitraum einführen.
Unter den rund 140 Exponaten befinden sich eine äußerst seltene astronomische Holzräderuhr aus dem 17. Jh., das Porträt des Oberberghauptmanns Hans Carl von Carlowitz (um 1714), der Silberpokal der Bürgergrenadiere von um 1740, der Königsschmuck der Armbrustschützen (15. bis 19. Jh.), ein geschnitzter Reliquienkruzifix aus der Schule von Balthasar Permoser (um 1700) und die Zeichnung des Orgelprospektes für die Anfertigung der Silbermann-Orgel in der Jakobi-Kirche (um 1715).
Der Besucher erfährt manches Wissenswerte aus der Stadtgeschichte im Allgemeinen, über die Lebensverhältnisse, Bergbau und Hüttenwesen, das Handwerk und auch über Kultur und Kunst jener Zeit. In diesen Zeitverhältnissen lebte und arbeitete auch Gottfried Silbermann. Mit einigen Exponaten wird dieser herausragenden Freiberger und sächsischen Persönlichkeit gedacht. Des Dreißigjährigen Krieges, der Deutschland um viele Jahrzehnte in seiner Entwicklung zurückwarf und unsägliches Leid über die Menschen brachte, wird ebenfalls gedacht. Viel Mühe mussten die Freiberger nach dem Krieg aufwenden, um wieder ein normales Leben zu führen und den Bergbau wieder in Gang zu setzen.
Bedeutende Persönlichkeiten wirkten maßgeblich daran mit oder vollbrachten später herausragende Leistungen. Es sei an den großen Geschichtsforscher Andreas Möller und an den Oberberghauptmann Abraham von Schönberg (beide 17. Jh.) erinnert. Hans Carl von Carlowitz gilt heute als Mitbegründer der Forstwissenschaft, vor allem aber als der entscheidende Vordenker für den nachhaltigen Umgang des Menschen mit der Natur. Die Uno hat die Nachhaltigkeit zu einer Leitlinie des 21. Jahrhunderts erklärt. Die historische Wurzel liegt in Freiberg!
Mit dem Titel „Sachsens Silberstadt“ wollen die Ausstellungsmacher daran erinnern, dass in Freiberg in dieser Zeit das weitaus meiste Silber Sachsens gewonnen wurde. Ein beträchtlicher Teil des Reichtums von Sachsen kam also aus Freiberg, machte die Fürsten noch mächtiger und diente der Finanzierung wirtschaftlicher Unternehmungen wie auch großer kultureller Leistungen.
Freiberg profitierte ebenfalls wesentlich vom eigenen Montanwesen, das eine große Strahlkraft bis ins Ausland besaß. Die umfangreiche Wirtschaft mit vielen Arbeitsplätzen gehörte ebenso dazu wie die Möglichkeit der Erzielung größerer Einnahmen für die Kommune und die Einwohner, die Ausprägung des Kulturlebens und die Erzielung wissenschaftlicher Höchstleistungen. Die Silberstadt hat viele Facetten!
Nach einer Pressemitteilung von Dr. Ulrich Thiel, Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
» Webseite Bergbaumuseum / Stadtmuseum Freiberg
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 18.09.2007
Aktuell: 07.08.2008
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