"Freie-Presse"-Artikel über den wirtschaftlichen Wert von Tagestouristen stiftet vorübergehend Unfrieden
Ein in der "Freien Presse" am 26.10.2007 veröffentlichter Artikel, in dem eine Studie der IHK und des Sächsischen Tourismusverbandes über den touristischen Wert von Tagestouristen vorgestellt wird, hat zu Diskussionen von Hoteliers und Vermietern geführt.
Man habe sich in Millionenhöhe verschuldet, um niveauvolle Übernachtungskapazitäten im Erzgebirge zu schaffen und nun bekomme man ausgerechnet von der Industrie-und Handelkammer vorgerechnet, daß die Gäste, welche morgens ins Dorf kommen und abends wieder nach Hause fahren, gut fürs Geschäft seien. Tagestouristen kämen meist mit gepacktem Rucksack, brächten ihr Essen mit, zahlen keine Kurtaxe und beteiligen sich daher auch nicht an den Kosten der Loipenpräparation oder der Erhaltung des Wanderwegenetzes. Selbstverständlich seien Tagestouristen gern gesehene Gäste, aber es gäbe auch welche, die ein oder zwei Euro Parkgebühren als unverschämte Wegelagerei empfinden würden. So die Meinungen einiger erhitzter Gemüter, nachdem sie von dem Artikel Kenntnis bekamen.
Nach mehrmaligem Lesen stellt man fest, daß wirklich Missverständnisse aufgrund von unglücklichen Vergleichen und aufeinanderfolgenden Fakten ohne direkten Zusammenhang auftreten können. Im Artikel wird geschrieben, daß der Tourist bei einem Besuch im Erzgebirge durchschnittlich 23 Euro ausgibt. Danach werden sofort "Wellness" und "200 Euro Ausgaben pro Person" erwähnt. Vermutlich stehen diese Zahlen in keinem direkten Zusammenhang, denn Tagestouristen mit 200 Euro Ausgaben pro Person findet man bestimmt nur in der Seiffner Vorweihnachtszeit. Zudem steht in einem separaten Satz, daß die Tagestouristen aus statistischer Sicht das Portemonnaie geschlossen halten.
(Anmerkung bzw. Frage: Bei den 23 Euro pro Person sind sicher -im Sinne einer gut aussehenden Statistik- Fahrtkosten, Benzin, usw. enthalten ? Dann bleibt für die Touristiker nicht mehr viel übrig...)
Natürlich sind Tagestouristen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Erzgebirge. Die in der Studie bzw. im Presseartikel wiedergegebenen Statistiken mögen auch stimmen. Wie man jedoch den Wirtschaftsfaktor "Tagestourist" in Zukunft besser in das eigene Geschäftskonzept integrieren kann, darüber gab es im Artikel leider keine Informationen. Schließlich kann man niemanden an der abendlichen Nachhausefahrt hindern oder ihm beim Betreten des Ortes das Stullenpaket abnehmen.
...und ich bin mir sicher, das will in Holzhau auch niemand. Wir freuen uns über jeden Gast. Im Sächsischen Waldgesetz (SächsWaldG), Paragraph 11 steht:
"Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten". Es folgt zwar eine Liste mit Einschränkungen, aber von "Geld" steht dort nichts.
Mit freundlichem Augenzwinkern - Ihr Tino Bellmann
» Link: Waldgesetz des Freistaates Sachsen (PDF)
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 26.10.2007
Aktuell: 07.08.2008
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