Wanderempfehlung: Von Holzhau nach Rechenberg - Trostgrund - Teichhaus - Holzhau
Holzhau - Blick ins Muldental
Es ist wieder Wanderzeit ! Holzhau.de bietet Ihnen zur besten Jahreszeit eine komplett überarbeitete Wanderroute mit speziell angefertigter Wanderkarte zum kostenlosen Download. Die Wanderroute mit der Karte wurde erstmals im Sommer 2004 veröffentlicht und mußte seitdem mehrfach überarbeitet werden. Beispielsweise befindet sich in Holzhau, Bergstraße 9, kein Fremdenverkehrsamt mehr.
Unsere Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Holzhau, Kreuzung und Bahnübergang Tannenweg / Bergstraße, direkt vor der großen Informationstafel. Wir befinden uns in einer Höhe von 625 m über NN. Wer von seiner Pension, Ferienwohnung oder seinem Hotel aus in die Wandertour startet, wird den Ausgangspunkt sicher schnell finden oder seine Route entsprechend anpassen.
Der Bahnhof ist nicht allzuweit entfernt. Wer mit der Freiberger Eisenbahngesellschaft nach Holzhau gekommen ist, findet den Einstieg in unsere Wanderung ebenso schnell.
Informationen erhalten Sie auch in der Tourist-Information im Hotel "Lindenhof". Seit das Fremdenverkehrsamt Holzhau im Herbst 2007 in das Rathaus Rechenberg verlegt wurde, erledigen die Mitarbeiter des Hotels einen Teil der Arbeiten des Amtes "nebenbei", um den Gästen wenigstens einen minimalen Service vor Ort anbieten zu können. Fast zeitgleich mit der Schließung des Fremdenverkehrsamtes in Holzhau wurde übrigens die kommunale Kurtaxe erhöht. Der Gast muß jetzt bei Fragen zum Tourismus, auf der Suche nach einer Übernachtung oder bei anderen Wünschen 3 Kilometer nach Rechenberg fahren.
Von Freitag Mittag bis zum Montagmorgen (also dann, wenn erfahrungsgemäß die meisten Touristen in Holzhau sind) ist das Amt geschlossen.
Vor uns liegt eine 12 Kilometer lange Wanderroute. Wir wandern in Richtung Skihang, der Alten Straße folgend, nach Rechenberg. Kurz nach dem Haltepunkt der Freiberger Eisenbahn in Rechenberg erreichen wir eine kleine Eisenbahnbrücke. An dieser biegen wir links in Richtung "Trostgrund" ab.
Alternativ entscheiden wir uns für einen Besuch des Brauereimuseums Rechenberg, der Schauwerkstatt des Erzgebirgischen Häuselmachers oder des Flößereimuseums und kehren danach an diesen Punkt zurück.
Kurz vor dem Waldrand schauen wir zurück und genießen einen Blick über die Rechenberger Felsenlandschaft, die Burgruine mit dem Herrenhaus (heute Rathaus) und die neugotische Kirche zu Rechenberg. Wir erreichen nach wenigen Minuten eine Wander-Schutzhütte mit einem Wassertretbecken. Die Wassertemperatur des kleinen Baches beträgt im Sommer etwa 10 Grad, in der kalten Jahreszeit um die 8 Grad Celsius.
Der abzweigende Naturlehrpfad "Trostgrund" ist zwar immer noch ausgeschildert, befindet sich aber zur Zeit in einem schlechten und ungepflegten Zustand. Er ist leider nicht mehr zu empfehlen. Im "Trostgrund" findet man seltene Pflanzenarten, beispielsweise eine fast unbekannte einheimische Orchideenart und verschiedene Heil- und Würzkräuter.
Wir folgen dem Trostgrundweg in Richtung Ringelstraße. Der Gesamthöhenunterschied bis zum Erreichen der Ringelstraße beträgt 180 Meter. Oben angekommen, biegen wir nach links ab, treten aus dem Wald heraus und genießen einen Blick auf das Tal der Freiberger Mulde. Im Winter beginnt hier eine Vielzahl von Skiloipen, die in alle Richtungen führen.
Wir folgen der Ringelstraße und laufen zur "Fischerbaude". Kurz vor dem großen Parkplatz kommen wir an einem Bauernhof vorbei, welcher als erste Gastwirtschaft in der Holzhauer Chronik erwähnt wird. Heute befindet sich hier kein Gasthof mehr.
Wenige Meter daneben finden wir das Hotel "Fischerbaude". Seit über 100 Jahren gibt es hier eine Einkehr, welche in den ersten Jahrzehnten nach 1900 als Nebengewerbe betrieben wurde. Auch einen Schuster und einen Lebensmittelhandel gab es damals hier. In den letzten 15 Jahren hat sich das Haus zu einem gut geführten Hotel gemausert. Die dritte Generation betreibt es seit der Reprivatisierung wieder als Familienbetrieb.
Momentan befinden wir uns in einer Höhe um 760 Meter über NN. Wer möchte, kann neben der "Fischerbaude" auf den Steinbruchweg abbiegen, die 806 m hohe Steinkuppe besteigen, die Fernsicht ins Böhmische Becken bestaunen und danach an diesen Punkt zurückkehren. Eine halbe Stunde und 45 Höhenmeter mehr muß man dafür jedoch mindestens einplanen. Alternativ bietet sich die Gelegenheit, im Biergarten der "Fischerbaude" ein kühles "Rechenberger Bier" zu sich zu nehmen.
Wir wandern danach auf der Torfhausstraße / Ringelstraße weiter und kommen am "Roten Steinbruch" vorbei. Dieser soll aus magmatischen Ablagerungen bestehen, weil die Steinkuppe aus geologischer Sicht vulkanischen Ursprungs sein soll. Das Gestein ist tatsächlich magentarot und nicht sehr fest. Nach wenigen Wintern sind die oben liegenden, größeren Steine zu Sand zerfallen, welcher von Wind und Regen fortgetragen wird.
Den neu errichteten Wanderübergang nach dem tschechischen "Battleeck" (Bettlerecke) lassen wir heute rechts liegen und laufen links weiter zum "Torfhaus". Das Torfhaus war vor rund 90 Jahren Wanderhütte, Gaststätte und Skihütte. Anfang der 70er Jahre wurde eine neue Jugendherberge gebaut, welche bis zur Wende gut und regelmäßig belegt war. Danach verfiel die Jugendherberge immer mehr. Nach 2000 sollte die Jugendherberge mit EU-Fördermitteln und Krediten als Wander- und Bikerherberge in neuem Glanz erstrahlen, doch zu einem Geschäftsbetrieb kam es nie. Skandale und Insolvenzen führten zum Aus des gesamten Projektes. Den Einwohnern graust es, wenn sie die verlassene Baustelle mit neuer Freilichtbühne, Teichanlage, Kegelbahn und Rastgelegenheiten sehen. Zur Zeit ist kein Projekt zur Rettung der Anlage bekannt. Wir laufen besser schnell weiter.
An einer kleinen Gabelung haben wir die Wahl, ob wir links oder rechts entlanglaufen. Es ist aber völlig gleich, denn nach wenigen Metern kreuzen sich die Alte und Neue Torfstraße erneut. Wir laufen nach links und wandern ins Tal hinab. Bei 660 m ü. NN erreichen wir den Ortsteil "Teichhaus". Von der "Fischerbaude" bis hierher haben wir schon wieder 100 Höhenmeter -diesmal abwärts - hinter uns gelassen. Als Einkehrmöglichkeiten empfehlen sich an diesem Punkt das "Teichhaus" und die Gaststätte "An der Loipe". Das Teichhaus befindet sich momentan (Herbst 2008) immer noch im Umbau. Aktualisierung: Das Teichhaus wurde als wunderschöner "Waldgasthof" im November 2008 neueröffnet.
Wir überqueren die kleine Brücke über die Freiberger Mulde und laufen den Muldenweg in Richtung Holzhau.
Bis zum Ziel sind es nun noch etwa 3 Kilometer. Der Muldenweg folgt dem Lauf der Freiberger Mulde durch eine Wildruhezone bis zur Ortsmitte von Holzhau. Hier bietet sich wieder eine Auswahl von Gaststätten, Hotels und Pensionen für eine Rast oder Übernachtung an. Auch der Haltepunkt der Freiberger Eisenbahn ist hier zu finden.
Wer möchte, kann noch zur "Holzhau.de" - Webcam im Tannenweg wandern und sich dort in Position stellen. Die Kamera überträgt im Minutentakt Fotos ins Web. Sie können via Internet Fotos auf das eigene Handy laden oder Sie rufen Ihre Lieben zu Hause an, damit sie Sie im Internet auf der Holzhauer Webcam-Seite bestaunen können.
Übrigens: Das Webcam-Foto von (täglich) 16:10 Uhr wird in das Bildarchiv webcam.holzhau.de übernommen und ist dort so lange zu sehen, "bis das Internet irgendwann einmal abgeschaltet wird" - Die Personen sind auf den Bildern nicht eindeutig zu erkennen - aber Sie wissen doch, daß es "Ihr" Foto ist...
Die Wanderkarte mit Höhen- und Entfernungsangaben gibt es im Link unten als PDF-Download. Sie können sie für den privaten Gebrauch ausdrucken.
Kommentare zu dieser Wanderroute sind wie immer als Leserbrief erbeten...
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Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 26.09.2008
Aktuell: 13.07.2011
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