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Statistisches Landesamt: Das sind die Tendenzen im erzgebirgischen Tourismusgewerbe 2006/2007

Wieder einmal wollen wir die Daten des Landesamtes für Statistik bemühen, um auf das Jahr 2007 zurückzuschauen und ein paar Zahlen zu veröffentlichen. In diesem Artikel geht es um die Trends und Tendenzen im erzgebirgischen Tourismusgewerbe. Welcher Ort konnte im Vergleich zu 2006 den prozentual größten Zuwachs verzeichnen ? Hier die Gewinner des Jahres 2007:

  1. Lichtenstein, +68.7%
  2. Lauter, +49.9%
  3. Grünhain-Beierfeld, +26.4%
  4. Oederan, +22.1%
  5. Elterlein, +21.3%
  6. Mülsen, +19.5%
  7. Crimmitschau, +19.1%
  8. Leubsdorf, +13.7%
  9. Werdau, +13.1%
  10. Breitenbrunn, +11.6%
  11. Sosa, +9.9%
  12. Neukirchen, +8.6%
  13. Schwarzenberg, +7.8%
  14. Oberschöna, +7.6%
  15. Aue, +6.9%
  16. Hartenstein, +5.8%
  17. Zwönitz, +5.0%
  18. Olbernhau, +4.1%
  19. Hohenstein-Ernstthal, +2.9%
  20. Brand-Erbisdorf, +2.2%

Bei dieser Statistik wurde die Zahl der Betten bzw. die Summe der verkauften Übernachtungen nicht berücksichtigt. Es ist also folgerichtig, dass Orte mit geringer Bettenzahl bzw. geringer Gesamt-Übernachtungszahl besonders herausstechen. Ausnahmen sind Breitenbrunn, Schwarzenberg und Hohenstein-Ernstthal. In diesen drei Orten macht sich der prozentuale Wert auch tatsächlich in nennenswert größeren Übernachtungszahlen bemerkbar. Die Stadt Oederan mit ihren 76 Betten hat es natürlich leichter, eine prozentuale Veränderung auszuweisen als beispielsweise Oberwiesenthal mit 2953 Betten.

Schauen wir uns in gleicher Weise die Orte mit den größten Verlusten an:

  1. Langenbernsdorf, -49.1%
  2. Geising, -41.2%
  3. Jahnsdorf, -40.0%
  4. Thum, -31.0%
  5. Crottendorf, -29.5%
  6. Eppendorf, -24.6%
  7. Pockau, -19.5%
  8. Schmiedeberg, -16.8%
  9. Scheibenberg, -16.6%
  10. Rechenberg-Bienenmühle mit Holzhau und Clausnitz, -15.7%
  11. Stollberg, -15.4%
  12. Seiffen, -15.1%
  13. Sehmatal, -13.4%
  14. Jöhstadt, -13.3%
  15. Zwickau, -12.8%
  16. Tannenberg, -12.2%
  17. Pobershau, -12.3%
  18. Bärenstein, -10.9%
  19. Johanngeorgenstadt, -10.5%
  20. Lößnitz, -9.2%

Auch hier kann man wieder feststellen, daß die Orte mit den größten prozentualen Abweichungen eine eher geringe Bettenzahl besitzen. Ausnahmen sind hier Rechenberg-Bienenmühle mit Holzhau und Clausnitz, Seiffen, Zwickau, Johanngeorgenstadt und Sehmatal. In diesen Orten machen sich die prozentualen Verluste auch in größeren Verlusten bei den verkauften Übernachtungen bemerkbar.

Erstaunlich sind die -41.2% der Stadt Geising in nur einem Jahr. In der Statistik für 2007 werden 167 Betten mit nur 12.4% Auslastung und 7740 Übernachtungen genannt. Die Relation der Übernachtungszahlen zum direkten Nachbarn Altenberg beträgt mehr als 1:50.

Schauen wir kurz auf die "Großen": Oberwiesenthal weist -2.7%, Altenberg -5.7% und Zwickau -12.8% aus. Bei den Orten mit mehr als 100000 Übernachtungen pro Jahr kann nur Breitenbrunn einen Zuwachs (11.6% !!!)  verzeichnen. Unser Erzgebirge verzeichnete 2007 einen Gesamtverlust von 2.9% bei den Übernachtungen.

Im Thermalbad Wiesenbad und in Augustusburg konnte man 2007 die gleichen Zahlen wie 2006 abrechnen und schreibt daher exakte 0.0% Abweichung. Dabei ist jedoch anzumerken, dass diese "Null" für das Thermalbad Wiesenbad erfreulicher sein dürfte als für Augustusburg. Während in Wiesenbad die Statistik mit 78601 ÜN stattliche 66.2% Auslastung zeigt, stehen bei Augustusburg nur 20275 ÜN und 17.3% Auslastung.

Basis dieser Auswertungen sind die Übernachtungen, nicht die angereisten Personen. Die Übernachtungszahl errechnet sich aus der Zahl der angereisten Personen und der Dauer des jeweiligen Aufenthaltes. Die Zahl der Anreisen wird noch in einem separaten Artikel ausgewertet. Für Rechenberg-Bienenmühle mit Holzhau und Clausnitz ist diese Zahl übrigens auch  unangenehm: Minus 17.4% haben unsere Tourismusunternehmer nach Kamenz gemeldet.

Es wäre müßig, die Schuld für die erlittenen Verluste nur auf den milden Winter 2006/2007 zu schieben. Es ist aber offensichtlich, dass die Skigebiete bei den Verlierern ziemlich weit vorn gelistet sind und dass die angebotenen Alternativen zum Wintersport von den Touristen (immer noch) nicht angenommen werden. Aus Sicht der Gäste ist das auch verständlich: Wer am Wochenende Skifahren möchte, fährt bei wenig Schnee nicht zum Plüschtierebasteln, sondern bleibt zu Hause oder fährt in andere Skigebiete. Da kann man eben nichts dran ändern...

Das Statistische Landesamt gibt an, dass Orte mit weniger als drei Beherbergungsbetrieben aus Datenschutzgründen nicht in das veröffentlichte Zahlenmaterial einfließen. Man könnte -wenn man die Übernachtungszahlen eines Unternehmens kennt- auf die Wirtschaftskraft des anderen Unternehmens (meist des Wettbewerbers) rückschließen.

Quelle: Vielen Dank an die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes Sachsen. Die hier veröffentlichte Auswertung haben wir willkürlich auf jeweils 20 Positionen verkürzt.

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 06.11.2008
Aktuell: 14.12.2008
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