Information über 25 neue Windkraftanlagen sorgt in Holzhau für Aufruhr
Die Information der Sächsischen Zeitung vom 10.1.2009 schlug in Holzhau wie eine Bombe ein: Fünfundzwanzig neue Windkraftanlagen sollen weit sichtbar, im tschechischen Nachbardorf Moldava, aufgestellt werden. Jeder Skilangläufer, Abfahrtsläufer am Skilift oder Wanderer würde über den Erzgebirgskamm schauen und die rotierenden Propeller sehen. Noch schlimmer wird es für die Skiläufer auf der Bahndammloipe in Richtung Hermsdorf oder an der Bettlerecke.
Eine dauerhafte Schädigung der Tourismusbranche wird befürchtet. Von "unberührter, wunderschöner Natur" könnte man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr sprechen. Wie die touristische Entwicklung nach der Aufstellung von Windrädern vonstatten geht, kann man in unserem eigenen Ortsteil Clausnitz erleben. Der Ortsteil ist touristisch kaum noch vermarktbar. Niemand möchte dort Urlaub machen, wo Windkraftanlagen stehen. Und allmählich stirbt ein Tourismusunternehmen nach dem anderen. Bis die Gäste irgendwann gar nicht mehr kommen - weil es keine Restaurants oder ähnliches im Ortsteil mehr gibt.
Wird es bei uns wie in Oberwiesenthal ? Schon von der Stadt aus kann man die Windräder auf tschechischer Seite sehen. Vom Fichtelberg schaut man auf mehrere Windparks. Auf Prospekten kann man sie zwar wegretuschieren, aber was wird, wenn die Gäste anreisen und die Realität sehen ?
Mancher Hotelier in Holzhau mag vielleicht noch der Meinung sein, daß man den neuen Windpark von seinem Hotel nicht sehen wird. Eine etwas merkwürdige Sichtweise, denn die wenigsten Gäste reisen an, weil da gerade mal ein Hotel in der Landschaft steht. Touristen kommen ins Dorf, weil sie Erholung und Entspannung suchen oder in einer attraktiven Gegend eine Tagung veranstalten wollen.
Windparks beeinträchtigen den touristischen Wert einer ganzen Region. Und wenn erst ein Windpark errichtet ist, folgen weitere.
In Holzhau gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Tourismusprojekten, welche aus Gründen des Naturschutzes abgelehnt wurden. Sehr viel Zeit, Optimismus, Geld und Energie wurde durch das "Nein" des deutschen Naturschutzes auf diese Weise regelrecht verbrannt. Beispielsweise durfte der Aussichtsturm auf der Steinkuppe nicht errichtet werden. Weitere Liftanlagen dürfen nicht gebaut werden. Kleine Wasserkraftwerke in der Freiberger Mulde sind aus Gründen des Naturschutzes ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit. Vergrößerung des Loipennetzes, Motorschlittensafaris, Beschneiungsanlagen - überall muß der deutsche Naturschutz sein Okay abgeben. Zu recht !
Umso erstaunlicher ist es dann, wenn man in direkter Grenzlage Windkraftanlagen errichten darf. Das tschechische Projekt führt alle deutschen Argumente für den Natur- und Landschaftsschutz ad absurdum.
Dann könnte man auch endlich den Aussichtsturm auf der Steinkuppe (gleich mit der vorgeschlagenen Waldbühne) bauen - aber was hat man denn noch als Aussicht ?
Ein paar Einwohner sind spontan bereit, eine Bürgerbewegung gegen den neuen Windpark bei Moldava auf die Beine zu stellen. Man will jedoch andere Wege als bisher gehen, indem man nicht als kleiner "Ortsverein" auftritt, sondern Windkraftgegner aller umliegenden Orte, Anwälte, Parteien und auch die Sächsische Staatsregierung anspricht. Tschechische Tourismusverbände und Naturschützer sollen ebenfalls eingebunden werden.
Vielleicht kann die Kraft der Gemeinschaft doch etwas bewirken. Nicht nur die 300 Einwohner des Ortsteiles Holzhau, sondern auch tausende Touristen werden um ihre Stimme gegen einen Windpark gebeten.
Unsere Webseite holzhau.de wird die zukünftige Bürgerbewegung mit aktuellen Berichten begleiten. Schreiben Sie uns ihre Meinung: redaktion ät holzhau.de ! Wir werden ihre Leserbriefe zum Thema "Windpark" hier veröffentlichen, soweit das möglich ist.
Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 15.01.2009
Aktuell: 28.01.2009
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