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Ortschronist Egon Bellmann: Die Gründung unseres Ortes Holzhau

Ortschronist Egon Bellmann: Die Gründung unseres Ortes Holzhau 475 jahre holzhau egon bellmann gründung Die Holzfälleraxt ist auch heute noch im Wappen unseres Ortes enthalten
Die Holzfälleraxt ist auch heute noch im Wappen unseres Ortes enthalten

Im Juni 2009 feierte Holzhau mit einer mehrtägigen Festveranstaltung das 475jährige Gründungsjubiläum des Ortes. Als Gründungsnachweis für unseren Ort gilt eine Urkunde aus der Purschensteiner Chronik, in der es heißt: "Freitag nach Kiliani 1534, Herzog Georg kauft von Casparn zu Purschenstein und Rechenberg für 800 fl. das Holz zum Rechenbergk gehörig von der Mulden auf bis  an die böhmische Strass, davon bis an Schrammenbuczh und fürder bis uff den Rechenbergk."

Anmerkungen v. holzhau.de: Kiliani war der 8. Juli und im Jahre 1534 ein Mittwoch, "Freitag nach Kiliani" war also der 10. Juli 1534. 800 fl. ist die damals übliche Abkürzung für 800 Gulden / Goldstücke. Die Böhmische Straße bezeichnet die damalige Straße nach Böhmen, heute: Alte Landstraße.

Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Der sächsische Kurfürst Herzog Georg kauft vom damals hier regierenden Lehnsherren Caspar von Schönberg für 800 Gulden das HOLZ in einem Waldgebiet oberhalb von Rechenberg zwischen der Freiberger Mulde und der Alten Landstraße.  Als östliche Grenze wurde der Bitterbach festgelegt. Der Bitterbach, welche heute in der Ortsmitte hinter dem Hotel "Lindenhof" in die Freiberger Mulde fließt, war zu jener Zeit die umstrittene Grenze zwischen den sächsischen und böhmischen Herrschern. Die sächsisch-böhmische Grenze ging also damals mitten durch unseren heutigen Ort. Dieses Rodungsgebiet war die Ortsflur unseres Dorfes Holzhau. Der Kurfürst kaufte nur das HOLZ (!!!), das Land blieb im Besitz der Purschensteiner Herrschaft. Der Baumbestand mußte innerhalb von 13 Jahren abgeholzt werden. Das nannte man damals "Auf Stockraum".

In einer Freiberger Ratsurkunde heißt es ähnlich: "...1534 Freytag nach Kiliani Anreinung des von Schönberg erkauften Waldes von der Muldenn auff biß ann behemischen rein, von dannen biß ann die böhmisch Straß, davonn biß ann fürder biß off den Rechenbergk..."

Weiter heißt es in der Purschensteiner Chronik: "Auf jenem Holzschlage bei Rechenbergk waren viele Scheitschläger beschäftigt, welche sich mit Genehmigung der Gutsherrschaft dort ansiedelten. Das neue Dorf, welches hierauf entstand, wurde Holtzhaw genannt. "

Neben dem ersten Ortsnamen "Holtzhaw" gab es in den alten Akten später zeitweise die Bezeichnung "Obermulda", auch "Obermoldau". Die Freiberger Mulde wurde in alten Karten auch als "Mulda" eingezeichnet. In der neueren Geschichte gab es nur noch den Ortsnamen "Holzhau".

Quellen: Chronisten Bahn, Naumann, Schleinitz, Wilsdorf, Herrmann, Bellmann

(Der Originaltext stammt von Egon Bellmann. Er wurde von Tino Bellmann redaktionell bearbeitet sowie mit Einfügungen, weiteren Erklärungen und Anmerkungen versehen.)

 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 03.06.2009
Aktuell: 14.07.2017
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