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Kommentar vom 8.6.2009: MSN heißt "Mittelsachsen sagt Nein"

(Veröffentlicht am 08.06.2009 • Geschätzte Lesedauer: 2-6 Minuten)

In der letzten Nacht gegen 0:45 Uhr wurde klar: Die Initiatoren des Bürgerentscheides für ein neues KFZ-Kennzeichen "MSN" im Mittelsachsenkreis haben die Wahl verloren. MSN bedeutet also "Mittelsachsen Sagt Nein !". Nur 47.33% haben für das KFZ-Kennzeichen MSN gestimmt.

Die Hochburg der MSN-Befürworter lebt den Statistiken zufolge in und um Döbeln, der Heimat des MSN-Initiators Rocco Werner. In diesen Ortschaften hatte man teilweise mannshoch für den Bürgerentscheid plakatiert.  Hier stimmte ein Prozentsatz von fast 92% für MSN. Man muß allerdings hinzufügen, dass die knappe Hälfte der Wahlberechtigten gar nicht überzeugt werden konnte, an einer solchen Wahl teilzunehmen. Die Wahlbeiligung lag nur knapp über 50%. Die 8223 Stimmen pro MSN ergeben somit (im Vergleich zu allen Wahlberechtigen) lediglich 46%.

Wenige Kilometer von Döbeln entfernt stieg die Zahl der MSN-Gegner auf einen zweistelligen Prozentsatz, bis hin zu 37% in Frankenberg.

Ein klares "Nein-Votum" gab es dagegen aus dem früheren Landkreis Freiberg. Möglicherweise stimmten nicht alle Wähler automatisch für das KFZ-Kennzeichen FG, aber in jedem Fall gegen MSN. Nach unseren Erkenntnissen stimmte ein Teil der Wähler gegen den Bürgerentscheid, weil ihnen die ganze Diskussion um ein KFZ-Kennzeichen absurd und belanglos erschien. 

Im südlichsten Zipfel des Mittelsachsenkreises stimmte man mit den höchsten Prozentwerten gegen MSN, sogar um einige Prozente entschiedener als in der Stadt Freiberg (93.3%) selbst. Die Orte und Ortsteile Frauenstein, Nassau, Clausnitz, Holzhau, Rechenberg-Bienenmühle, Bobritzsch und Mulda lieferten Abstimmungsergebnisse jenseits der 96%-Marke gegen MSN ab. 

Viele Erzgebirgler hätten sich nach der Kreisreform lieber als Einwohner des Erzgebirgs- oder Osterzgebirgskreises gesehen. Eventuell bringt das Wahlergebnis auch zum Ausdruck, dass ein Teil der Erzgebirgler seine Zugehörigkeit zum Landkreis Mittelsachsen ablehnt. Und dann will man erst recht nicht mit einem MSN-Nummernschild durch die Gegend fahren.

Aber auch in den "MSN-Hochburgen" muß man feststellen, dass der Anteil der MSN-Gegner fast überall (Döbeln ausgenommen) über 10% betrug.

Offensichtlich gibt es strategische Fehler der MSN-Initiatoren. Zu viel Kontra, zu wenig Pro bei der "Vermarktung" ihres Anliegens in den Medien und bei ihrer Selbstdarstellung. Und so hat man es nicht geschafft, den Erzgebirglern das "politische Anliegen KFZ-Kennzeichen" nahezubringen. (Vergleiche dazu unseren Artikel "Pro-FG und Pro-MSN: Die Holzhauer haben andere Pro-Bleme").

Der Bürgerentscheid machte auch die etablierten Parteien unglaubwürdig. In Freiberg plakatierten CDU und FDP für "FG", in Döbeln hingegen für "MSN". Wie effizient können Parteien im Kreistag arbeiten, wenn sie sich innerhalb eines Landkreises bei ihrem Wahlkampf widersprechen ?

Unbhängig davon heißt ein Verlierer des MSN-Bürgerentscheids Rocco Werner. Für ihn ist dieses Wahlergebnis auch eine persönliche Niederlage. Schon vor der Wahl war klar, dass er -unabhängig vom Wahlergebnis- von einem großen Teil der Bevölkerung als "Spalter des Landkreises" betrachtet werden würde.

Immerhin schaffte er den Einzug in den Döbelner Stadtrat. Mit 16.2% wurde die FDP zwar nur viertstärkste Kraft, aber Werner ist als Kandidat mit dem Listenplatz Nummer Eins auf jeden Fall drin.

Ginge es nach den Erzgebirglern, sollte Werner seinen Platz im Stadtrat von Döbeln lieber nicht einnehmen. Eine Menge Steuergeld wurde -nach Meinung vieler Erzgebirgler- für diesen unnötigen Nummernschilderbürgerentscheid verbrannt. Die Profilierung als Kommunalpolitiker auf Kosten des Steuerzahlers und mit einem vermeintlich "sinnlosen" Thema nehmen ihm die Wähler in Zukunft bestimmt noch mehrfach übel.

PS: Natürlich sollte bei der Analyse des Wahlergebnisses auch die Rolle der Medien beleuchtet werden.  Hier setzen wir auf die Intelligenz des Lesers. Holen Sie die Zeitungen des letzten Dreivierteljahres noch einmal hervor und bilden Sie sich Ihre Meinung.

Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen, Landratsamt Mittelsachsen

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 08.06.2009
Aktuell: 21.02.2018
Seitenaufrufe: 5400
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