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Neues von der Bürgerbewegung "Gegenwind" - Michael Eilenberger im Interview

(Veröffentlicht am 27.12.2009 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Neues von der Bürgerbewegung Gegenwind - Michael Eilenberger im Interview gegenwind windpark bürgerbewegung michael eilenberger interview www.paranomia.de Michael Eilenberger beim Interview (www.paranomia.de)
Michael Eilenberger beim Interview (www.paranomia.de)

Die Bürgerbewegung "Gegenwind" Erzgebirge formierte sich im Frühling 2009. Zu dieser Zeit wurde bekannt, dass tschechische Investoren planen, auf dem Erzgebirgskamm, direkt an der Grenze zu Holzhau, mitten in einem europäischen Vogelschutzgebiet, einen Windpark mit 45 Windkraftanlagen zu errichten. Dabei stellen diese 45 Anlagen lediglich die erste Ausbaustufe dar.

Im geplanten Gebiet zwischen Moldava und Holzhau leben derzeit mehr als 100 vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, welche zum Teil auf der Washingtoner Artenschutzliste stehen. Aus diesem Grund wurde auf dieser Fläche ein Vogelschutzgebiet nach Europäischem Recht - Natura 2000 bzw. SPA (special protected area) - errichtet. Der Schutzstatus der Fläche ist deswegen so hoch angesetzt, weil hier das "bedeutendste Vorkommen des Birkhuhns außerhalb der Alpen" liegt.

Die geplanten Windkraftanlagen sollen die sensationelle Höhe von knapp 150 Metern erreichen.

Die Bürgerbewegung mobilisierte die Politik auf Bundes- und Kommunalebene, die Medien, die Touristen und die Einwohner. Bürger aus benachbarten Orten schlossen sich an, denn man fürchtet, dass Windkraftanlagen auch an anderen Standorten errichtet werden könnten.

Die Bürgerbewegung hat innerhalb kürzester Zeit erreicht, dass die deutschen Nachbarlandkreise überhaupt erst einmal in das Planungsverfahren an der Grenze einbezogen wurden. Mehr als 5000 Protestpostkarten wurden von Touristen und Einwohnern geschrieben, nach Prag geschickt oder zum Teil persönlich in Prager Ministerien und Botschaften abgegeben.

Einwurf: In einigen Hotels, z.B. in der Touristinformation im "Hotel Lindenhof", erhalten Sie an der Rezeption immer noch Protestpostkarten. Das Porto nach Prag zahlen Ihre freundlichen Holzhauer.

Am 6.7.2009 veranstaltete die Bürgerbewegung eine von den Medien begleitete Protest-Sternwanderung mit Kundgebungs- oder Demonstrationscharakter. Politiker aus dem Bundestag sowie Sächsischen Landtag waren anwesend. Die Politiker der FDP versprachen, gegen die geplanten Windparks auf dem Erzgebirgskamm aktiv zu werden.

Im Sommer gab es Treffen mit deutschen Wahlkämpfern, dem tschechischen Botschafter in Berlin sowie eine Teilnahme der Bürgerbewegung und unseres Bürgermeisters an einer Gemeinderatsversammlung im benachbarten Moldava.

Einwurf: Seltsamerweise hat sich noch kein Windenergie-Befürworter vor die Holzhauer Einwohner gestellt und ihnen erklärt, warum der saubere Strom aus der Windenergie ausgerechnet in einem europäischen Naturschutzgebiet erzeugt werden muß. Vielen Einwohnern ist nicht klar, welche Art von Naturschutz höher zu bewerten ist: Die Verringerung des CO²-Ausstoßes oder die Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten, die kurz vor dem Aussterben stehen. Hier wäre doch in den Zeiten des Bundestagswahlkampfes 2009 viel Potential für die "Grünen" und "Tierschützer" gewesen. Leider hat man diese Chance nicht genutzt - und dementsprechend haben die Holzhauer gewählt. Auch einige Umweltorganisationen haben große Probleme, sich zu dieser Problematik zu positionieren. Man rettet lieber Wale und Eisbären.

Im September fuhren "Gegenwind"- Mitglieder sogar mit dem Fahrrad nach Prag, um nochmals rund 1000 Protestpostkarten persönlich abzuliefern. Auch bei dieser Aktion wurden sie von den Medien begleitet.

Dann gab es eine Meldung aus Prag, dass man vorübergehend sämtliche neuen Bauvorhaben für Windparks auf Eis gelegt habe. Seitdem herrscht Ruhe - und so mancher fragt sich: Was nun ?

Wir haben Michael Eilenberger am 27.12.2009 am Wander-Grenzübergang Teichhaus-Moldava interviewt. Er faßte das Jahr noch einmal kurz zusammen und berichtete über die neuen Pläne der Bürgerbewegung. So sollen über den Skiloipen Planen und Banner aufgehängt und weitere Schilder montiert werden, um die Touristen und Wintersportler davon in Kenntnis zu setzen, was man auf dem Erzgebirgskamm plant.

Wegen des Eiswurfes der Windkraftanlagen wird rund um die Windparks eine großflächige Sperrung erfolgen müssen, so dass an vielen Stellen kein Wintersport mehr möglich sein könnte. Stehen die Windräder im Winter bei Windstille, lagert sich an den Rotoren Reif und Eis an. Beginnen sie sich dann wieder zu drehen, können Eisstücke abreißen und einige hundert Meter weit fliegen.

Bei der Gemeinderatsversammlung im tschechischen Moldava bestätigte man den Holzhauern, dass es bereits Anfragen für die Errichtung weiterer Windkraftanlagen rund um unseren Ort gäbe. Für den gesamten Erzgebirgskamm geistert die Zahl "1000" durch die Medien.  

Weiterhin plant die Bürgerbewegung eine Skiwanderung von der tschechischen Vittichbaude über den Erzgebirgskamm zum sächsischen Teichhaus. Details erfahren Sie auf unserer Webseite, wenn diese Informationen vorliegen.

Den Link zum Video / Interview finden Sie am Ende des Artikels.

PS: Die Bürgerbewegung "Gegenwind" sucht eine realistische Studie zur Gesamtenergiebilanz von Windkraftanlagen. In dieser Energiebilanz sollen alle Energieaufwendungen für Rohstoffgewinnung, Fertigung, Transport, Montage, Aufstellung, Herstellung und Installation sämtlicher Energiekabel, Schachtarbeiten, Zement und Beton für das Fundament, die Kosten der Demontage und Entsorgung in 30 Jahren und der Treibstoff für die Fahrzeuge der Wartungstechniker enthalten sein. Wer entsprechende Informationen beschaffen kann, sollte sich einmal bei der Bürgerbewegung "Gegenwind" melden...

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 27.12.2009
Aktuell: 21.02.2018
Seitenaufrufe: 6656
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