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Fremdenverkehrsamtschefin Martina Matthes: "In Holzhau leben eben Holzköpfe"

(Veröffentlicht am 07.02.2010 • Geschätzte Lesedauer: 6-18 Minuten)

Fremdenverkehrsamtschefin Martina Matthes: In Holzhau leben eben Holzköpfe sächsische zeitung holzhau martina matthes henry berndt fremdenverkehrsamt Holzhauer Holzköpfe Bildquelle: sz-online.de
Holzhauer Holzköpfe Bildquelle: sz-online.de

Verwirrung am Samstag morgen. Es gibt wütende Anrufe und Emails über einen angeblichen Artikel in der Sächsischen Zeitung, in dem es um Holzhau, das Fremdenverkehrsamt Rechenberg und meine Webseite "holzhau.de" gehen soll. Schlagzeile: "Der erzgebirgische Skiort Holzhau verliert jedes Jahr Tausende Touristen".

Was ist hier eigentlich los? Moment, die Wutausbrüche der Erzgebirgler richten sich ja gar nicht gegen mich, sondern gegen die "XXXXXX im Fremdenverkehrsamt und die XXXXXX von der Zeitung, die so einen XXXX schreiben". Wir zensieren die Worte des Telefonanrufers am besten gleich selbst, bevor wir sie auf unsere Webseite übernehmen.
 
Jetzt mal ganz langsam und der Reihe nach. Seit ein paar Tagen hüte ich das Bett, weil ich mir eine Erkältung eingefangen habe. Was habe ich überhaupt damit zu tun?

In den Emails der letzten Tage gab es eine Interview-Anfrage der Sächsischen Zeitung: "...für die Sächische Zeitung bin ich am morigen Donnerstag zu Gast in Holzhau um Ihren Ort in einem Porträt vorstellen. Um 10.30 Uhr treffe ich mich im Fremdenverkehrsamt mit Frau Matthis. Es geht um Winterfreuden, Touristenattraktionen, aber auch um die Probleme, die Sie in Ihren Beiträgen auf der Internetseite ansprechen."

Den kurzfristigen Termin habe ich rechtzeitig abgesagt, weil ich eben nun mal krank bin. Übrigens, coole Rechtschreibung... für einen Journalisten... mein lieber Mann!

Was ist aus diesem Interview, an dem ich nicht teilnahm, für unseren Ort herausgekommen? Wurden die Winterfreuden und Tourismusattraktionen ansprechend präsentiert ? Offenbar nicht ganz. Die Holzhauer "reechen sich uff" und haben Wut auf´s Fremdenverkehrsamt, dessen Chefin und die Zeitung.

Na toll... wieder mal.

Martina Matthes hatte bisher wirklich wenig Glück bei ihrer Medienarbeit, das muss man einfach so sagen. Schon im letzten Sommer brachte sie die Einwohner gegen sich auf, als sie in der „Freien Presse“ laut ihre Zweifel äußerte, ob die Bürgerbewegung „Gegenwind“ bei ihrem Kampf gegen die tschechischen Windparks erfolgreich sein würde. Mit vielen Worten versuchte sie danach, die Wogen wieder zu glätten. Von den Bürgern, die ihren Unwillen zum Ausdruck brachten, fühlte sie sich sogar "bedroht".

Und nun das hier: Ein "Redakteur" namens Henry Berndt von der Sächsischen Zeitung hat die Leiterin unseres Fremdenverkehrsamtes, Martina Matthes aus dem touristischen Konkurrenzstandort Altenberg, munter vor sich hinplappern lassen und wörtlich abgedruckt, was sie so von sich gegeben haben soll. Da bisher keine Gegendarstellung des Amtes bzw. von Matthes vorliegt, kann man davon ausgehen, dass Rede und Druckwerk ziemlich genau übereinstimmen.

Matthes bringt in wörtlich zitierter Rede zum Ausdruck, dass "in Holzhau eben Holzköpfe wohnen“, mit denen die Zusammenarbeit im Tourismusbereich sehr schwer sei. Sie würde ja so gern etwas ändern, immer  im Dienste des Gastes...

Oha, ein pauschaler Rundumschlag gegen alle Holzhauer. Das schweißt die Einwohner sofort zusammen. Dass die Chemie zwischen den Einwohnern und der nicht ortsansässigen Fremdenverkehrsamtschefin nicht stimmt, hat man in unserem Ort sofort nach ihrem Amtsantritt im Herbst 2005 gemerkt. Die Holzhauer drücken es nur vornehmer aus. "Frau Matthes passt eben nicht ganz zu unserer erzgebirgischen Mentalität."

Wenn Frau Matthes zur Versammlung einlädt, lässt man die Füße am heimischen Ofen. Einige Holzhauer sind auch der Ansicht, die Holzköpfe säßen ganz woanders... eine wahrscheinlich subjektive Wahrnehmung.

Selbstverständlich habe ich mit dem Redakteur Henry Berndt sofort per Email Kontakt aufgenommen und ihn gefragt, was dieder Blödsinn soll? Er jedoch findet die Art und Weise, wie er Holzhau in der "Sächsischen Zeitung" darstellt, völlig korrekt. Mitten in der Skisaison, am Anfang der Winterferien.

Toll. Dankeschön!

Nach dem Lesen des mehrspaltigen Artikels befällt den ortsunkundigen Leser bestimmt das Gefühl, dass in Holzhau eigentlich alles Mist ist. Wenn man mal von der Bergstraße 10, dem Skilift und dem Torfhaus absieht. Ach ja, im Fremdenverkehrsamt ist ja auch noch die tapfere Frau Matthes, die gegen die Holzhauer Holzköpfe kämpft. Im Dienste des Gastes, selbstverständlich.

Da haben die im Artikel namentlich genannten Personen wirklich "etwas für den Ort getan", indem sie nur für sich selbst Werbung machen und alle anderen Tourismusunternehmer als Dorfdeppen hinstellen, die "noch gar nicht begriffen haben, dass es den FDGB nicht mehr gibt". Vielleicht sollten die Holzhauer langsam anfangen, aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie es um so manchen "Vorzeigeunternehmer" tatsächlich bestellt ist.

Kritisiert wird auch, dass dem Touristen auf unserer Webseite holzhau.de nicht nur die heile Welt vorgegaukelt wird, sondern auch kritische Themen beleuchtet werden. Das sei keine gute Werbung für unseren Ort, schreibt die Sächsische Zeitung. 

Lieber Herr Berndt, Ihr Artikel ist sicher um Welten geschäftsschädigender als unsere Abhandlung zu Übernachtungs- und Auslastungszahlen, die man beim Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen sowieso nachlesen kann. Mit Hofberichterstattung bringt man sein Heimatdorf keinen Millimeter voran.

Immerhin scheint unsere Webseite mit diesem Thema den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben, denn Bürgermeister Werner Sandig griff das Problem auf und veröffentlichte zwei Tage später einen gleichartigen Artikel in der Freien Presse. Dort rechnete er noch größere Zeiträume zusammen und kam auf noch schlechtere Zahlen... erklären Sie mir doch mal den Unterschied, Herr Berndt.

Der Artikel der "Sächsischen Zeitung" beinhaltet eine ganze Zahl von inhaltlichen Fehlern, die der Redakteur Henry Berndt aber abstreitet. "Allerdings möchte ich betonen, dass wir keine Unwahrheiten verbreitet haben. Alle Fakten wurden geprüft."

Na, schauen wir doch mal schnell durch den Text, da finden wir sicher etwas Unwahres: Peng, gefunden! Holzhau hat schon seit mindestens 25 Jahren keine 500 Einwohner mehr. Mit viel Glück kommen wir vielleicht noch auf 400. Ah, der Ortschronist ruft gerade "396" zur Bürotür herein... dankeschön! Da haben wir den ersten "geprüften Fakt", der in die Hose gegangen ist.

Dass es in Holzhau zu DDR-Zeiten keine gespurten Loipen gab, ist leider auch falsch. Holzhau hatte den russischen (bzw. sowjetischen) Motorschlitten "Buran", ein sehr trinkfreudiges Gefährt, welches sowohl für die Bergwacht als auch für die Loipenpräparation genutzt wurde.

Holzhau sei die Endstation des Muldentalradweges, kann man in der Sächsischen Zeitung lesen. Das stimmt erst dann, wenn der seit Jahrzehnten geplante Muldentalradweg (voraussichtlich) im Jahre 2056 fertiggestellt wird.... Änderungen vorbehalten.

Der Tourismusverein Holzhau e.V. habe sich in "seiner aktiven Zeit nur durch Beschwerden beim Bürgermeister hervorgetan", sagt Matthes. Das trifft es leider nicht ganz. Ich muss es wissen. Ich war Gründungsmitglied und Vorsitzender. Natürlich gab es Beschwerden, die vom Verein vorgetragen, vom Bürgermeister jedoch zurückgewiesen wurden. Hinterher ließ der Bürgermeister sogar zu Protokoll geben, er wisse von "Beschwerden" gar nichts. Und nun gab es doch welche?

Ei ei ei, wer schwindelt, sollte ein gutes Gedächtnis haben - oder eine datenbankgestützte Archivsoftware nutzen ;-)

Worauf die Chefin des Fremdenverkehrsamtes mit ihrer Bemerkung jedoch anspielt: Der Tourismusverein Holzhau hat sich ganz besonders durch das Erstatten von Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden "hervorgetan". Es soll damals unter den Vereinsmitgliedern Zweifel gegeben haben, ob es denn mit den Finanzen im gemeindlichen Fremdenverkehrsamt so korrekt zugeht, wie das der Gesetzgeber fordert. Und weil die Gemeinde auf Hinweise nicht reagieren wollte, mußte eben etwas "nachgeholfen" werden, um eine korrekte Buchführung durchzusetzen.

Als Ergebnis wurde die damalige Leiterin des Fremdenverkehrsamtes Holzhau fristlos entlassen bzw. "aus dem öffentlichen Dienst entfernt". Alle Gegenstrafanzeigen, die vom Amt gegen den Verein oder seine Mitglieder gestellt wurden, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz - wegen Haltlosigkeit- eingestellt. Ich muss es wissen, denn gegen mich gab es auch eine Strafanzeige - und eine wunderschöne, liebevoll geführte Schlammschlacht in der "Freien Presse"gratis! Vielen Dank an alle, die  damals versucht haben, meine berufliche Existenz und mein öffentliches Ansehen mit falschen Behauptungen in der Presse zu zerstören. Da freut man sich doch, dass man so blöd war, in seinem Heimatort ein Ehrenamt zu bekleiden.

Übrigens ist Frau Matthes durch die Aktionen des Tourismusvereines Holzhau überhaupt erst auf den Chefsessel des Fremdenverkehrsamtes Rechenberg gekommen - Als Nachfolgerin der abgesetzten Vorgängerin.

Der Tourismusverein Holzhau hat im Jahre 2005 die verwahrloste, in Gemeindebesitz befindliche Holzhauer Kaufhalle in der Ortsmitte wieder etwas ansehnlich gemacht und mit Hilfe von ortsansässigen Unternehmen gestrichen, das Vordach repariert... und die Mitglieder haben das auch für ihre Gemeinde aus eigener Tasche bezahlt. Wenn das alles nichts wert war, dann machen Sie das doch in Zukunft, Frau Matthes.

Aber weiter auf der Suche nach inhaltlichen Fehlern.

Das Haus des Alexander Richter sei "eines der ältesten in Holzhau". Hier hat die journalistische Sorgfaltspflicht des Henry Berndt komplett versagt. Jenseits des Bitterbaches gelegen, gehörte das Anwesen lange Zeit zu Böhmen und nicht zu Sachsen. Der Bitterbach war die Grenze, als der Ort gegründet wurde. Auf dem heutigen Grundstück durfte von Holzhauern gar kein Haus gebaut werden - es war ein anderes Land! Und da mir der Ortschronist beim Schreiben gerade über die Schulter schaut: Das Haus wurde 1797 erbaut. Somit kann es nicht eines der "ältesten Häuser von Holzhau" sein. Da fehlen Jahrhunderte.

Zu DDR-Zeiten seien hier mehrere FDGB-Heime entstanden, schreibt Henry Berndt weiter. Auch falsch. Holzhau hatte lediglich ein einziges FDGB-Ferienheim, das "Fortschritt".

Genug, um die "sorgfältige Prüfung aller Fakten" zu widerlegen?

Über den letzten Absatz, welcher sich mit der Webseite holzhau.de beschäftigt und in welchem Frau Martina Matthes nochmals ein paar comedypreisverdächtige Äußerungen von sich gibt, wird es einen separaten Beitrag geben. Mein Artikel wird auch ohne diese Bewertung lang genug.

Nach dem Lesen der "Sächsischen Zeitung" stellen sich viele Fragen. Was hat die Leiterin des Fremdenverkehrsamtes da geritten? Rundumschläge gegen alle Einwohner? Gegen die Tourismusunternehmer? Mitten in der Saison?

Was ist eigentlich mit den Beschwerden, die sich auf die Beratungsqualität, die Freundlichkeit und  Öffnungszeiten des Fremdenverkehrsamtes beziehen? Kein Wort darüber.

Statt dessen regt man sich künstlich auf, weil im Foyer des Naturhotels Lindenhof "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer" von CD gespielt wird. Ach ja, da wäre noch ein ungeprüfter "Fakt", denn CDs nutzt man im "Lindenhof" schon lange nicht mehr.

Warum nur wird diese Diskussion in der "Sächsischen Zeitung" ausgetragen? Will man die Holzhauer über dieses "Machwerk" in Unkenntnis lassen? Schon seit Wochen gibt es Presseartikel in diesem Blatt, welche zum Inhalt haben, man solle nicht mehr im "völlig überlaufenen" Erzgebirge seinen Winterurlaub buchen. Was ist hier eigentlich los? Machen sich die Sachsen jetzt gegenseitig fertig?

Will man den Dresdner Wintersportlern den Besuch von Orten vermiesen, die nicht im Regierungsbezirk Dresden liegen? 

Wie lange kann Bürgermeister Sandig Frau Matthes noch auf dem Chefsessel des Fremdenverkehrsamtes sitzen lassen? Mit ihren Äußerungen kommt sie ihrer vertraglich vereinbarten Arbeitsaufgabe keinesfalls nach! Wieso schreibt sie von ihren Problemen mit den "Holzhauer Holzköpfen" nicht erst einmal im kleinen Kreis, wie zum Beispiel im gemeindeeigenen Amtsblatt? Die touristische Schädigung unseres Ortes wäre dadurch fast null und man könnte auch den Willen zur Problemlösung erkennen.

Der Artikel in der Sächsischen Zeitung wird erst so richtig Wellen schlagen, wenn alle Holzhauer Einwohner davon Kenntnis bekommen, was ihnen die "immer im Dienste des Gastes" arbeitende Martina Matthes da eingebrockt hat. Solche Artikel bleiben im Gedächtnis der Leser, für immer. Da müssen die Hoteliers viel Werbung schalten, um den Schaden wieder gutzumachen. Vielleicht ist das ja die Absicht gewesen?

Einen Vorgeschmack auf die Folgen des Artikels kann ich Ihnen sofort geben: Seit der "Bericht" veröffentlicht wurde, gab es keine einzige Internet-Buchungsanfrage mehr, das ganze Wochenende nicht. Direkt zum Beginn der Winterferien.

Dankeschön, #fischkopp !

Ihr Tino Bellmann, ebenfalls "Holzkopp"

PS: Aktualisierung am späten Abend: EINE Buchungsanfrage.

 


 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 07.02.2010
Aktuell: 26.01.2019
Seitenaufrufe: 8324
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