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Petition der Bürgerbewegung "Saubere Luft" soll mit vielen tausend Unterschriften zur EU

(Veröffentlicht am 19.04.2010 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Eine öffentliche Diskussion über das Thema "Luftverschmutzung im Erzgebirge" ist ein sehr heikles Thema. Viele Tourismusunternehmer machen um dieses -in unregelmäßigen Abständen auftretende- Problem einen weiten Bogen. Die Begriffe Luftverschmutzung, Geruchsbelästigung und Waldsterben gelten als absolute Killer-Schlüsselworte beim Tourismusmarketing im Erzgebirge.

Selbstverständlich ist die Luftverschmutzung, die bei ungünstigen Wetterlagen aus Richtung Tschechien in das Erzgebirge schwappt, in den letzten zwei Jahrzehnten wesentlich geringer geworden. Von einem Waldsterben kann man eigentlich auch nicht mehr sprechen. Die Natur hat sich in den neunziger Jahren überraschend schnell erholt. Trotzdem kann man bei bestimmten Wettersituationen immer noch eine Geruchsbelästigung feststellen.

Holzhau ist in der glücklichen Situation, mit einer durchgehenden Bergkette nach Süden regelrecht abgeschottet zu sein. Problematischer sind Regionen, wo Täler in Nord-Südrichtung die Gebirgsbarriere in Richtung Tschechien durchbrechen. Die als "Böhmischer Nebel" bezeichneten Wolken dringen von Süden aus in den deutschen Teil des Erzgebirges ein und verbreiten den seit Jahrzehnten gefürchteten Geruch nach "Katzendreck".

Leider ist es mit dem Totschweigen des Problems "Luftverschmutzung" nicht getan. Gespräche mit Touristen zeigen, dass unser Erzgebirge immer noch mit Umweltproblemen in Verbindung gebracht wird und daher für Urlauber weniger attraktiv als andere Regionen ist. Im Buch "Gesichter des Erzgebirges" spricht der tschechische Autor das Problem ganz offen an. Wenn es Touristen gibt, die den Mut haben, gezielt nach Waldsterben, Luftverschmutzung usw. zu fragen, muß jedem Hotelier klar sein, dass ein Großteil der tschechischen und deutschen Urlauber von dem Problem bereits gehört hat - aber nicht fragt.

Wäre es nicht günstiger, wenn alle Erzgebirgler gemeinsam in die Offensive gingen, das Problem "Luftverschmutzung" zu lösen ? Wäre es nicht an der Zeit, an einem Strang zu ziehen und der Luftverschmutzung für immer ein Ende zu bereiten ? Wäre es nicht eine Erlösung für den Tourismus, wenn man endlich offiziell bekanntgeben könnte, dass es ab sofort keine Luftverschmutzung aus tschechischer Richtung mehr geben wird ?

Das Problem müßte von der erzgebirgischen Öffentlichkeit offensiv angegangen werden, um es auch zu lösen. Solange es aber immer wieder Bedenken gibt, genau das wegen der touristischen Außenwirkung nicht zu tun, wird es auch keine dauerhafte Lösung geben - eben weil die breite Basis fehlt. 

Am Samstag, den 17.4.2010 trafen sich im Hotel "Seiffener Hof" Mitglieder der Bürgerbewegung "Saubere Luft - Seiffen" mit Landes- und Bundespolitikern, um eine Petition an die EU zu verfassen. Moderiert wurde die Versammlung vom Mitglied des Sächsischen Landtages, Tino Günther (FDP), der auch Einwohner des Spielzeugdorfes Seiffen ist. Das Mitglied des Deutschen Bundestages aus dem benachbarten Deutschneudorf, Heinz-Peter Haustein (FDP), unterstützte das Vorhaben ebenfalls.

Haustein verwies auf das herrliche Frühlingswetter und erklärte: "Wenn man heute rausschaut - super Luft ! Wir haben ja auch Tourismus. Wir haben Hoteliers. Und deshalb ist auch immer etwas Fingerspitzengefühl nötig. Aber ich denke, mit dieser Petition kriegen wir jetzt den Durchbruch parallel zu dem, was wir in Berlin machen." Er bezog sich dabei auf die Aktivitäten, welche er von Berlin aus bereits angeschoben hat und die er in seinem Wortbeitrag erläuterte.

Nach einer mehrstündigen Diskussion über Sinn, Form und Inhalt der Petition endete die Veranstaltung mit der Erstunterzeichnung durch die Mitglieder der Bürgerbewegung.

Bei dieser Veranstaltung waren auch Bürgermeister aus tschechischen und deutschen Erzgebirgsorten anwesend, wie z.B. aus Gebirgsneudorf (CZ), Seiffen, Jöhstadt, Neuhausen. Auch die Bürgerbewegung "Gegenwind" aus Holzhau war vor Ort, um den Seiffenern Unterstützung zu geben. Der Schutz des Erzgebirges ist schließlich ein allumfassendes Thema.

Besorgniserregend war der Wortbeitrag eines tschechischen Veranstaltungsteilnehmers. Er brachte die Information mit, dass man in Tschechien aus Kostengründen wieder dabei sei, von der Gasheizung auf Kohle zurückzurüsten. Gleichzeitig denke man darüber nach, den Bergbau im Böhmischen Becken zu intensivieren. Das seien Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Folgen für das Erzgebirge wären die gleichen wie vor über 20 Jahren und man würde im Bereich Umweltschutz auf einen Stand zurückgeworfen, welchen man längst hinter sich gelassen glaubte.

Wir rufen alle Leser unserer Webseite auf, sich entweder in die Unterschriftslisten der Bürgerbewegung einzutragen oder die Petition durch Eintragung im Internet zu unterstützen. Sie erreichen die Webseite unter "erzgebirgsluft.eu" (Siehe auch Link am Ende des Artikels).

Luftverschmutzung ist kein Problem der Seiffener allein, sondern aller Erzgebirgler - von Altenberg bis Oberwiesenthal. Und es ist nicht nur das Problem der Einwohner, hier wird die Unterstützung aller Menschen, die unser Gebirge lieben, gebraucht.

Videos von der Veranstaltung finden Sie in Kürze auf unserer Partnerwebseite paranomia.de. Verwenden Sie bitte als Suchbegriff "erzgebirgsluft".

...daher nicht vergessen ! Unterzeichnen Sie bitte die Petition für die weitere Verbesserung der Erzgebirgsluft !

 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 19.04.2010
Aktuell: 21.02.2018
Seitenaufrufe: 5873
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