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Kommentar zu "Mögliche Streckenstilllegung auf der Bahnlinie Freiberg-Holzhau"

(Veröffentlicht am 24.08.2012 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Liebe Leser, Holzhau.de hat es vorhergesagt: Am 9.12.2011 gab es bei uns den Artikel "Verkehrsverbund VMS muss sparen - Bahnstrecke Freiberg - Holzhau nun noch unattraktiver" zu lesen. Dort stellten wir die provokatorische Frage, in welchem Jahr der Fahrplan auf der Bahnstrecke Freiberg-Holzhau so weit zusammengestrichen wird, bis die S-Bahn nur noch alle 4 Stunden fährt.

Natürlich wurde schon zu diesem Zeitpunkt über eine eventuelle Streckenstilllegung orakelt, jedoch nur hinter vorgehaltener Hand. Daher gab es zu diesem Zeitpunkt von unserer Seite kein Statement dazu.

Nun berichtet die  "Freie Presse" darüber, dass die Eisenbahnstrecke durch das Freiberger Muldental ab dem Jahr 2015 zumindest teilweise stillgelegt werden könnte. Die FDP-Ortsvereinigung hat umgehend einen Offenen Brief an das Wirtschaftsministerium verfasst. Ob das etwas bringt ? Eigentlich würde doch nur eines helfen: Bahn fahren!

Aber: Streckenstilllegungen scheinen Teil eines politischen Gesamtkonzepts zu sein. Bei einem Benzinpreis von derzeit 1.70 bis 1.80 € pro Liter, an welchem der Staat jeweils 1 Euro Steuern verdient, erscheint es sehr lukrativ, den Bürger immer mehr zur Nutzung des eigenen Fahrzeugs zu zwingen. Bus- und Bahnlinien arbeiten hingegen defizitär und brauchen dringend Subventionen aus dem Steuergeldertopf. Mit der Einstellung von Bus- und Bahnlinien kann man also prima öffentliche Zuschüsse sparen.

Hinzu kommen noch die Einnahmen aus den Parkscheinautomaten, die Strafzettel wegen Falschparkens und Geschwindigkeitsüberschreitungen. All das würde dem Staatshaushalt fehlen, wenn wir plötzlich alle mit Bus und Bahn fahren würden. 

Haben Sie in den letzten Jahren Forderungen von Politikern gehört, das Auto stehenzulassen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ? Ich nicht.

Man muss es als Planer nur langfristig angehen: Man dünne den Fahrplan jedes Jahr ein wenig aus, bis der Bürger nicht mehr in der Lage ist, Berufsalltag und Lebensrhythmus mit den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmittel in Einklang zu bringen.

Das alleinstehende Großmütterchen X aus Y ist schon jetzt eine kleine Ewigkeit unterwegs, wenn es mit der Bahn zum nächstgelegenen  Lebensmittelmarkt fahren will. Da das eine unakzeptable Zumutung ist, sucht man sich Bekannte und bildet Fahrgemeinschaften - nur um einkaufen zu können.

Am kulturellen Leben der Region kann man als  Bewohner und Tourist des Oberen Freiberger Muldentals schon lange nicht mehr teilnehmen, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Theaterbesuche in Freiberg ? Badetage in der Rehaklinik Altenberg ? Ein Ausflug zur Burg Frauenstein, in das Spielzeugdorf Seiffen oder gar nach Tschechien ? Volksfeste - vom "Tag der Sachsen" mal abgesehen - Fehlanzeige !

Obwohl in den letzten Jahren immer mehr Bus- und Bahnverbindungen aus den Fahrplänen gestrichen wurden, erhöhte man gleichzeitig die Fahrpreise. Ein weiteres Argument für den Fahrgast, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden. Zirka 12 Euro kostet jetzt eine Fahrt von Holzhau nach Freiberg und zurück. Es ist mit dem Auto -trotz des hohen Benzinpreises- immer noch  günstiger, auch wenn man nur als Einzelperson unterwegs ist. Für einen ähnlichen Betrag kann man im Netz der VVO von Altenberg bis in die Sächsische Schweiz fahren, Busse und Bahnen nutzen, wieder zurück fahren usw. Es gibt also auch massive Preisunterschiede innerhalb der Verkehrsverbände.

Stellen wir eine neue These auf: "So wie der Tourismus mit dem Bau der Bahnstrecke Freiberg-Holzhau vor reichlich 100 Jahren langsam entstand, so wird er mit deren schleichendem Niedergang dahingehen. Zwar hat man in den letzten Jahren schon ERREICHT, dass immer mehr Touristen mit dem Auto anreisen MÜSSEN - langfristig betrachtet wird sich diese These jedoch bewahrheiten." Natürlich wird man irgendwann Ursache und Wirkung vermengen.

In anderen Tourismusregionen hat man diese Tendenzen längst erkannt und auch reagiert. Dort werden Pauschal-Urlaubstickets angeboten. Für einen Flatrate-Betrag zwischen 7 und 15 Euro kann man während seines Urlaubs alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Seien wir ehrlich: Die Verkehrsmittel fahren ohnehin und haben Grundkosten für Technik und Personal. Was spricht also dagegen, derartige Flatrate-Urlaubstarife auch in unserer Region einzuführen ? Ein paar Euro "Zusatz-Umsatz" würden unserer Region in jedem Fall gut tun - und auch unsere schmalen, löchrigen Gebirgsstraßen entlasten.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Touristen beträgt in Holzhau weniger als 3 Tage - Wann also kommt das "Drei-Tage-Urlaubsticket" für 7 Euro ?

Ihr Tino Bellmann

 


Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 24.08.2012
Aktuell: 21.02.2018
Seitenaufrufe: 6270
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