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Holzhauer "Schrottimmobilien" entwickeln sich zum Problem für den Tourismus

(Veröffentlicht am 29.10.2013 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Holzhauer Schrottimmobilien entwickeln sich zum Problem für den Tourismus immobilien schrott sachsenstern bahnhof hotel  Verwahrlost und mitten in Holzhau: Waldhotel Sachsenstern
Verwahrlost und mitten in Holzhau: Waldhotel Sachsenstern

Angekohlte Fassade, abgebrochene Gebäudeteile und meterhohes Gras. Verständnislos starren die Touristen auf das einstige "Schulungs- und Erholungsobjekt der Akademie der Wissenschaften der DDR". Das frühere Ferienhotel der DDR-Eliten hat sich in den letzten 10 Jahren zu einem gar grusligen Schandfleck im Holzhauer Ortskern entwickelt.

Schauen wir zurück: Nach langer und abenteuerlicher Bauzeit wurde der Gebäudekomplex im Jahre 1986 eröffnet. Zur Zeit der Wende machte das Haus in der Presse fast täglich große Schlagzeilen. Nach der Übernahme der Immobilie durch den Freistaat Sachsen wurde das Hotel in "Waldhotel Sachsenstern" umbenannt und privatwirtschaftlich betrieben. Der Pachtvertrag mit dem Freistaat Sachsen lief 2002 aus. Das Gebäude wurde nach langem Hin und Her an die Stadt Freiberg verkauft. Diese investierte -nach unseren Kenntnissen- etwa zwei Millionen Euro, um das Hotel zum Altersheim umzubauen. Schnell wurde aber bekannt, dass das ehemalige Hotel nur als Ausweichquartier genutzt werden sollte. Als die Baumaßnahmen im Stamm-Altersheim in Freiberg abgeschlossen waren, erfolgte ein Umzug aller Bewohner nach Freiberg.  Das Haus blieb geschlossen. Die Stadt Freiberg hat das Grundstück seitdem nicht mehr gepflegt. Schon 2005 gab es in Holzhau Diskussionen, weil das Gras meterhoch gewachsen war.

Nachdem das Gebäude weitere Jahre ungenutzt leer stand, wurde es erneut verkauft. Aber - Auch der Verkauf an einen privaten Investor aus Asien hat  nicht dazu geführt, dass das Grundstück wieder einen akzeptablen Anblick bekommt. Ganz im Gegenteil: Als die Fassade des Gebäudes am 31.5.2012 Feuer fing, musste die Feuerwehr Teile der Verschieferung abreißen. Trotz vieler Versuche war das Feuer in der Unterlattung nicht auf anderem Wege löschbar. Nach dem Brand hatte die Holzhau.de-Redaktion Gelegenheit, das Gebäude zu betreten. Es war erstaunlich, dass in den Fluren noch Krankenbetten aus der Altersheim-Zeit standen.

Seitdem passiert im Aussenbereich des ehemaligen Hotels nichts mehr, was Hoffnung machen könnte. 

Ortsansässige Unternehmer grollen: "Wenn ein Einheimischer Interesse signalisiert, werden Millionenbeträge als Kaufpreis aufgerufen. Der aktuelle Besitzer aus Asien soll hingegen weniger als hunderttausend Euro bezahlt haben."

"Kein anderer Tourismusort im Erzgebirge hat einen derart schlimmen Schandfleck mitten im Ort" sagen die Touristen.  "Man schämt sich, seinen Gästen das eigene Heimatdorf zu zeigen." schimpfen die Einwohner. "Solange das Gebäude keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellt, können wir nicht viel tun." stellt Bürgermeister Werner Sandig klar.

Die "Schrottimmobilien" in unserem Ort sind schon seit Jahren Dauerthema in den Gemeinderatsversammlungen. Wenn die Grundstückseigentümer jedoch nicht mit der Gemeinde kooperieren wollen, wird es sehr schwer, etwas zu verändern.

Während sich bei Gemeinderäten und Bürgermeister Frust aufbaut, wächst bei den Einwohnern die Wut. Die Liste der Schandflecke wird nämlich immer länger. Zählen wir einmal die markantesten Gebäude auf:

  • Waldhotel "Sachsenstern"
  • Bahnhof Holzhau
  • Möbelfabrik "Zeising" Neuclausnitz
  • "Ilse-Erler-Haus" (Muldentalstraße / Brettelle)
  • Bahnhof in Rechenberg
  • Bahnhof Bienenmühle mit eingestürztem Dach
  • Der LKW-Friedhof in der Holzhauer Ortsmitte, ehemals LPG
  • Stuhlfabrik im Trostgrund ("Remi")
  • Postamt Bienenmühle
  • Gaststätte "Bergland"
  • Gaststätte "Zur Post" Bienenmühle

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Immerhin -  Bei einigen Gebäuden tut sich etwas. Das frühere Möbelwerk in Holzhau (ehemals "Richter") wurde in den Wintermonaten der vergangenen zwei Jahre abgerissen. Es ist davon auszugehen, dass die letzten Reste der Industrieruine im kommenden Winter verschwinden.

Der Bahnhof Holzhau hat einen neuen privaten Eigentümer. Eine Künstlerin möchte das Gebäude zu einem Atelier umbauen. Lesen Sie dazu die Rubrik "Künstler - Kinder - Freizeit - Club" auf der unten verlinkten Webseite.

Für den Bahnhof in Bienenmühle gibt es zur Zeit kein Rettungs- oder Abrisskonzept. Aus größerer Entfernung erkennt man, dass Teile des Dachstuhles zusammengebrochen sind.

Denkmalschützer wollen das "Ilse-Erler-Haus" als Denkmal erhalten. Zur Zeit beschränkt sich die "Erhaltung" aber nur auf das Aufhängen eines Werbebanners.

Am Gasthaus "Bergland" befindet sich immer noch der Hinweis, dass es eine "Biker-Unterkunft ab 8 Euro" sei.

Es handelt sich bei den oben genannten Grundstücksbesitzern in (fast) allen Fällen um "nicht einheimische Personen", um Insolvenzen oder Institutionen wie die Deutsche Bahn, was das ganze Vorgehen wesentlich erschwert.

Unsere Einwohner und Hoteliers scheuen weder Arbeit noch Kosten, um das Umfeld ihrer Häuser geschmackvoll zu gestalten und zu pflegen. Leider genügt das nicht, wenn sich nebenan eine "Schrottimmobilie" befindet. Was für den Gast zählt, ist der Gesamteindruck unseres Ortes.

Uns bleibt vorerst nur eines: Wir Holzhauer möchten uns bei unseren Gästen für die unschönen Anblicke entschuldigen. Wir sind am Thema "dran" und versuchen, Lösungen zu finden.

Am besten wäre immer noch ein Konjunkturprogramm, welches den Abriss von "Schrottimmobilien" in der ganzen Region finanzieren würde.

 


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 29.10.2013
Aktuell: 16.01.2014
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