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Öffentlicher Diskussionsabend im Naturhotel "Lindenhof" Holzhau mit Frank Richter

(Veröffentlicht am 04.03.2015 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

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Holzhau - Diskussionsrunde im Bankettsaal des Naturhotels Lindenhof

Frank Richter ist Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen. Der Theologe stellte sich am 3.3.2015 in Holzhau als Gastreferent und Diskussionspartner den Fragen und Problemen der Bevölkerung. Veranstalter war die FDP-Ortsgruppe Rechenberg-Bienenmühle. Mitorganisator Karl-Heinz Mantau setzte schon vorab große Hoffnungen in den Abend: "Auf der Tagesordnung stehen Punkte wie Politik- oder Politikerverdrossenheit, Meinungsfreiheit, Rolle der Medien bei der objektiven Berichterstattung, die Wahlbeteiligung, das Wahlrecht und die Flüchtlingsproblematik".

Der Bankettsaal des Naturhotels "Lindenhof" in Holzhau war gegen 18 Uhr gut gefüllt. Frank Richter stellte sich und seine Arbeitsaufgabe ausführlich vor. Er ging auf die aktuellen politischen Ereignisse in Dresden ein und erklärte, auch er habe ursprünglich ein völlig falsches Bild von PEGIDA gehabt. "Für mich sah das am Anfang wie eine ganz normale rechtsradikale Veranstaltung aus, so wie wir sie in Dresden vom 13. Februar her kennen". Er sei stutzig geworden, als unter den Demonstranten auch Freunde und Bekannte gewesen seien, die er ganz eindeutig nicht der rechten Szene zuordnen konnte. Im Laufe der Wochen seien Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten zu den Pegida - Abendspaziergängen hinzugekommen. "Dabei ging es den meisten gar nicht um die Ausländerproblematik. Viele, die ein anders geartetes Problem mit der Politik oder den Behörden hatten und nicht mehr weiter wußten, gingen zu Pegida demonstrieren."

Er vertrete seitdem die Ansicht, dass man den Pegida-Demonstranten zuhören und ihre Probleme ernst nehmen müsse. "Wenn man Pegida eines zugute halten kann: Es gibt plötzlich wieder ein großes Interesse an Politik und politischen Ereignissen".

Die nachfolgende Diskussion wurde fast ausschließlich von Bürgern aus anderen Orten dominiert. Holzhauer Bürger kamen so gut wie gar nicht zu Wort, weil einzelne Gäste ihre Probleme und Sichtweisen sehr detailliert und wortreich darlegten. Das ging auch von der Zeit ab, welche Frank Richter für Antworten zur Verfügung stand.

Einige Versammlungsteilnehmer äußerten sich sehr aufgebracht darüber, dass in Niederbobritzsch eine Flüchtlingsunterkunft errichtet werde. Eine voll funktionsfähige Weiterbildungseinrichtung des Freistaates werde zu einer Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Ein Dorf mit rund 1200 Einwohnern und einem kleinen Einkaufsladen würde dann etwa 500 Flüchtlinge beherbergen.

Ein anderer Gast berichtete von einer ähnlichen Diskussionsrunde in Pockau: "Dort brannte die Luft! Da ist der heutige Abend vergleichsweise eine lauwarme Veranstaltung."

Keiner der Redner wollte sich wegen seiner vorgetragenen Meinung "in die rechte Ecke drängen lassen".

Richter vertrat die Ansicht, man solle regelmäßig versuchen, die anstehenden gesellschaftlichen Probleme aus völlig anderen, möglichst gegensätzlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Trotzdem meinte er: "Wenn man den deutschen Bürgern die Flüchtlingsproblematik nahebringen will, verwendet man dazu oft das Bild einer leidenden Familie mit Kindern. Auf den Flüchtlingsschiffen erkennt man jedoch fast ausschließlich junge Männer im arbeitsfähigen Alter." Es sei aber das Recht eines jeden Menschen, bei seiner Einreise nach Deutschland einen Asylantrag zu stellen. Jeder einzelne Antrag müsse geprüft und entschieden werden.

Zusätzlich forderte er die anwesenden Bürger auf, ihre Abgeordneten in den Büros zu besuchen und dort die anstehenden Probleme zur Sprache zu bringen. Hier fehlte Richter ein wenig Ortskenntnis, was zu bedeutungsvollen Blicken zwischen einigen Holzhauern führte. Er wusste offenbar nicht, dass hier seit etwa 10 Jahren mehrere Bürgerbewegungen aktiv sind, welche sich mit den Problemen "DSL / Internet", "Tschechische Windparks im europäischen Naturschutzgebiet" und "Erhalt der Bahnstrecke Freiberg - Holzhau" beschäftigen. Diese Bürgerinitiativen arbeiteten und arbeiten sehr eng mit Gemeinderäten, Bürgermeistern, Kreisräten, Land- und Bundestagsabgeordneten zusammen. Außerdem waren viele Abgeordnete bzw. ehemalige Abgeordnete im Saal.

Durch die ausführliche Diskussion der Bürger aus Niederbobritzsch blieben viele Fragen bis zum Schluss unbeantwortet. Themen wie die objektive Berichterstattung in den Medien und andere politische Themen konnten nicht besprochen werden. Es war gar nicht möglich, alle Fragen zu stellen.

Ein Versammlungsteilnehmer aus Pfaffroda äußerte zum Abschluß anerkennend: "Herr Richter, was Sie hier machen, ist ein Job für Leute, die sich gern selbst weh tun. Normalerweise müssten hier ganz andere Leute sitzen und sich den Fragen der Bürger stellen".

Fotos von der Veranstaltung finden Sie unter "Fotogalerie".

Aktualisierung: Der Bericht zu diesem Abend, welcher von der "Freien Presse" unter dem Titel "Sorgen, Ängste, Frustration" am 5.3.2015 veröffentlicht wurde, stieß bei den Teilnehmern der Diskussionsrunde zum Teil auf Ablehnung und Unverständnis. In Einzelfällen wurde er sogar als "das Allerletzte" bezeichnet.

Aktualisierung vom 1.11.2017: Frank Richter hat die Landeszentrale für politische Bildung des Freistaates Sachsen zum Jahresbeginn 2017 verlassen. Im August 2017 trat er sogar aus der CDU aus. 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 04.03.2015
Aktuell: 01.11.2017
Seitenaufrufe: 6538
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