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In eigener Sache: Warum Holzhau.de eine privatwirtschaftlich betriebene Website ist

(Veröffentlicht am 07.05.2015 • Geschätzte Lesedauer: 4-12 Minuten)

In eigener Sache: Warum Holzhau.de eine privatwirtschaftlich betriebene Website ist holzhau holzhau.de (Screenshot aus dem Jahr 1999)
holzhau.de (Screenshot aus dem Jahr 1999)

Den nachfolgenden Artikel muss man ausnahmsweise in der Ich-Form schreiben. Es gibt immer wieder Verwirrung, warum Domain und Webseite holzhau.de nicht die "offizielle" Webseite des Fremdenverkehrsamtes sind. Das soll mit diesem Artikel geklärt werden.

Im Sommer 1996 konnte ich die damalige Leiterin des Fremdenverkehrsamtes davon überzeugen, den Ort Holzhau im Internet zu präsentieren. Meine Firma erhielt den Auftrag, eine kleine, damals noch bei AOL gehostete Webseite zu entwerfen und online zu stellen. Es dürfe aber nicht viel kosten :-)

Im ersten Jahr hatten wir auf dieser Miniseite etwa 5000 Besucher. Das sind heutzutage ungefähr die Besucher eines Tages, an guten Tagen sind es die Besucher eines Vormittags. Damals waren 5000 Besucher jedoch sehr viel. Die Zahl der Menschen ohne Internetanschluß war wesentlich höher.

Von den anfänglichen Erfolgen überwältigt, erhielt ich den Folgeauftrag, die Domain "holzhau.de" zu registrieren und eine größere Webseite zu erstellen. Auch hier wurden mir enge finanzielle Schranken gesetzt. Der Großteil der Arbeit wurde per Sponsoring durch mich erbracht. "Spendenquittungen können wir schreiben, soviel Sie wollen" hieß es damals.

Holzhau war zu dieser Zeit "ganz weit vorn", denn andere, wesentlich bekanntere Orte im Erzgebirge waren noch Monate, wenn nicht gar Jahre davon entfernt, eine eigene Webseite zu betreiben.

Bis zum Jahr 2000 wuchsen die Besucherzahlen enorm. So erhielt ich im Frühsommer 2001 aus dem Fremdenverkehrsamt den Auftrag, die Webseite massiv auszubauen. Zusätzlich wurden die Domains rechenberg-bienenmuehle.de, clausnitz.de und fremdenverkehrsamt-holzhau.de bestellt.

Als es dann im Herbst um die dazugehörige Rechnungsbezahlung durch das Fremdenverkehrsamt bzw. die Gemeindeverwaltung ging, wurde ich -gemeinsam mit der Leiterin des Fremdenverkehrsamtes- bei der damaligen Kämmerin vorgeladen. 

Dort wurde ich befragt, wer den Auftrag zum Ausbau der Webseite erteilt hatte. 

Bei dieser Besprechung wurde mir folgendes mitgeteilt: Die Gemeindeverwaltung (und damit auch das Fremdenverkehrsamt) stellt ab sofort sämtliche Internetaktivitäten ein. Im Rathaus glaube man nicht an die Zukunft des Internets, erst recht nicht an einen tourismusfördernden Effekt. Bürgermeister Wener Sandig habe ja schließlich auch keinen Internetanschluß.

Außerdem sei die Domain holzhau.de völliger Unfug. Eine Großgemeinde müsse sich im Internet so präsentieren, dass alle Ortsteile gleichmäßig vermarktet würden.

Dass die Ortsteile Rechenberg, Bienenmühle und Clausnitz zu diesem Zeitpunkt -nach mehreren Gaststätten- und Hotelschließungen- eigentlich nicht mehr touristisch relevant waren, spielte dabei keine Rolle.

Zitat Kämmerin Schönherr: "Diese Webseiten können Sie zukünftig als Hobby betreiben. Ihre Rechnung können Sie wieder mitnehmen. Sie wird von uns nicht bezahlt. Dazu hatten Sie keinen Auftrag."

Da die Webseite holzhau.de zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gute Besucherzahlen aufwies und von meiner Seite viel Arbeit, Wissen und Herzblut in dem Projekt steckte, beschloss ich, diese Seite weiter zu betreiben.

Die Gemeinde Rechenberg verzichtete in der Folgezeit auf sämtliche Domains und alle erstellten Inhalte. In den Jahren bis 2005 habe ich der Gemeindeverwaltung bzw. dem Fremdenverkehrsamt mehrfach angeboten, bestimmte Domains zu übernehmen, da sie sonst Domaingrabbern in die Hände fallen würden. Beispielsweise habe ich dem Rathaus die Domain clausnitz.de im Sommer 2005  letztmalig kostenlos angeboten. Als es keine Reaktion gab, löschte ich die Domain, welche sofort und ohne mein Zutun von der Firma "Domainengel" übernommen wurde.

(Nachtrag: Nach vielen Jahren der Beobachtung konnte ich die Domain "clausnitz.de" wieder  registrieren lassen. Es gibt momentan keine konkrete Verwendung für diese Domain, aber sie ist wieder bei mir -einem ortsansässigen Unternehmen- gehostet und steht auf Abruf für sinnvolle Konzepte zur Verfügung. Die entstehenden Kosten trage momentan ich.)

Die Bemühungen, eine inhaltliche Kooperation mit dem Fremdenverkehrsamt zu erwirken, trugen in der Zeit von 2001 bis 2005 magere Früchte. Das Fremdenverkehrsamt "durfte" zwar eine Vereinbarung über "kostenlose" Zusammenarbeit mit meiner Firma unterzeichnen. Diese Zusammenarbeit scheiterte jedoch an der miserablen technischen Ausstattung des Amtes (Windows 95 -  im Jahre 2005) und an der langsamen Internetanbindung (Modem).

Mein Unternehmen stellte dem Amt einen kostenlosen Zugang zum selbst entwickelten Online-Redaktionssystem auf holzhau.de zur Verfügung. Die Verbindung per Modem und die Abrechnung nach Telekom-Zeittakt trieb aber die Internetkosten des Fremdenverkehrsamtes in die Höhe. Das war der Kämmerin ein erneuter Dorn im Auge.

Mein Unternehmen stellte dem Fremdenverkehrsamt über mehrere Jahre einen kompletten, kostenlosen PC zur Verfügung, ohne dass es nennenswerte Arbeitsergebnisse gab.

Für die dauerhafte Finanzierung der Webseite wurden dringend finanzielle Mittel benötigt. Ich schlug dem Fremdenverkehrsamt vor, eine Vermieterdatenbank einzurichten und diese Einträge zu verkaufen. Das Fremdenverkehrsamt erklärte sich bereit, die Gespräche mit den Vermietern zu führen und kassierte auch die entsprechenden Beträge. Die eingenommenen Gelder wurden jedoch nicht für die Finanzierung der Webseite verwendet bzw. nicht an mich weitergeleitet.

So kam es im Sommer 2005 zum Bruch sämtlicher Koorporationen. Meine Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden, u.a. beim zuständigen Ministerium des Freistaates Sachsen, führten zu einer Durchsuchung des Fremdenverkehrsamtes. Das Amt wurde vorübergehend geschlossen und versiegelt. Es gab eine umfassende Prüfung der Finanzgeschäfte im Fremdenverkehrsamt.  Es wurden offenbar so viele und so schwere Verstöße festgestellt, dass es Konsequenzen hatte. Die Leiterin des Amtes wurde vom Dienst suspendiert und kurz darauf aus dem Öffentlichen Dienst entlassen.

Eine von den Beschuldigten, ihren Vorgesetzten und Helfern von der "Freien Presse" initiierte Strafanzeige gegen mich wegen "Verletzung des Datenschutzes" wurde von der Staatsanwaltschaft Chemnitz abgeschmettert. Die Ermittlungen gegen mich wurden eingestellt, ohne dass ich jemals bei einer Vorladung bzw. Vernehmung war. 

Bis heute betrachte ich die Rollen, die der amtierende Bürgermeister und seine Gemeinderäte während dieser Zeit gespielt haben, sehr kritisch. Es gibt Gemeinderäte, welche behaupten, ihnen sei der Vorgang damals ganz anders dargestellt worden, wodurch sie zu Fehlentscheidungen verleitet wurden.

Die Vorgänge des Jahres 2005 schadeten auch dem Tourismusverein Holzhau e.V., dessen Gründer und erster Vorsitzender ich zu jener Zeit war. 

Die Gemeindeverwaltung hat die Rechnung für die Erweiterung der Webseiten im Jahr 2001 tatsächlich nicht bezahlt. Musste sie auch nicht. Die gesamte Forderung wurde ja mit den oben zitierten  Aussagen zurückgewiesen. Gemeinde und Fremdenverkehrsamt hatten von 2001 bis zum Herbst 2005 keine "eigene" Internetseite, weil man im Rathaus nicht an moderne Technologien glaubte.

Die Gemeindeverwaltung hat bis heute kein einziges mal zum Ausdruck gebracht, dass sie Interesse an einer von mir bewirtschafteten Domain hat. Daher ist die gönnerhafte Aussage der jetzigen Leiterin des Fremdenverkehrsamtes in der Sächsischen Zeitung (2010), "man verzichte auf Ansprüche bezüglich der Domain holzhau.de, weil man keine Existenz zerstören will", einfach nur lächerlich. Die Fremdenverkehrsamts-Chefin scheint auch keine Vorstellung zu haben, welche Aufwand- Nutzen- Relation es beim Projekt holzhau.de gibt.

Mittlerweile befindet sich in Holzhau kein Fremdenverkehrsamt mehr. Das stellt nach meiner Meinung einen Vertragsbruch zur Eingemeindung von 1994 dar. Weiterhin stellt sich die Frage, ob die aktuelle Domain des Fremdenverkehrsamtes "fva-holzhau" eine Täuschung der Touristen darstellt. Schließlich wird damit dem Gast suggeriert, dass es in Holzhau ein Fremdenverkehrsamt (und damit einen Ansprechpartner vor Ort) gäbe. Die von Bürgermeister Sandig und Kämmerin Schönherr geforderte "gleichmäßige Vermarktung aller Ortsteile" wird mit dieser Domain ebenfalls nicht erzielt.

Seit Gründung des Projektes "holzhau.de" stecken viele tausend Stunden unbezahlter Arbeitszeit und viel Technik in dieser Webseite. Monatlich fallen Kosten für Energie, Technik und Internetverbindung an. Seit 2005 betreibe ich die Webseite nach "Sächsischem Pressegesetz" und mittlerweile ist Holzhau.de ein kleiner Teil meines Lebens geworden.

Holzhau.de bleibt ein winziges, privates, leserfreundliches Massenmedium nach Sächsischem Presserecht.

 

Versprochen. Ihr Tino Bellmann

 


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 07.05.2015
Aktuell: 21.02.2018
Seitenaufrufe: 2893
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