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Deutsche Handwerks Zeitung testet den Kammweg Erzgebirge-Vogtland (Und schreibt wenig positives)

(Veröffentlicht am 26.05.2015 • Geschätzte Lesedauer: 4-10 Minuten)

Deutsche Handwerks Zeitung testet den Kammweg Erzgebirge-Vogtland (Und schreibt wenig positives) kammweg erzgebirge vogtland Screenshot (c) www.deutsche-handwerks-zeitung.de
Screenshot (c) www.deutsche-handwerks-zeitung.de

Die Deutsche Handwerks Zeitung ist Deutschlands größte Wirtschaftszeitung für Handwerker aus allen Branchen. Sie erscheint im Abstand von 14 Tagen und wird in einer Auflage von fast einer halben Million Exemplaren gedruckt. Der größte Teil der Leser sind Abonnenten. Nur etwa 6000 Stück werden frei verkauft.

In unregelmäßigen Abständen gibt es in der Deutschen Handwerks Zeitung auch Urlaubstipps. Für Tourismusregionen sind solche Veröffentlichungen Gold wert. Noch immer gelten Handwerker bzw. Mittelständler als gern gesehene Zielgruppe der Tourismusindustrie. Wenn man es also schafft, sich in einem Informationsblatt der Wirtschaft als Urlaubsregion ansprechend zu präsentieren, erreicht man die gewünschte Klientel auf den Punkt genau - besser kann Marketing nicht funktionieren!

Schlägt das ganze jedoch fehl, kann es auch in einem Fiasko enden. Die Deutsche Handwerks Zeitung veröffentlichte am 6.5.2015 in der Rubrik "Reise Spezial Sommer 2015" einen Artikel zum Kammweg Erzgebirge-Vogtland.

Unter dem mehrdeutigen Titel "Wandern als Grenzerfahrung" findet man einen Bericht über das Wandern auf dem Kammweg. Getestet wurden allerdings nur 6 von 17 Etappen - von Geising bis Bärenstein. Beim Lesen des Berichtes bekommt  man jedoch den Eindruck, als ob man die Etappe "Von Holzhau nach Sayda" ausgelassen und den direkten Weg nach Seiffen gewählt hat. Im "Normalfall" sind es von Geising bis Bärenstein 7 Etappen.

Im Bericht kritisiert man die Streckenführung des Kammwegs. Selbst in den offiziellen Streckenbeschreibungen würde kaum erwähnt, dass der eigentliche "Kamm" größtenteils auf tschechischem Territorium verliefe. Nun ja, der Normalbürger weiß das, sofern er in Geografie und Geschichte beim Thema "Deutschland nach 1945" so einigermaßen aufgepasst hat.

Auch die erzgebirgischen Gastgeber werden heftig kritisiert - und hier geht es fast ausschließlich um "hausgemachte" Probleme. Die Tester beschweren sich darüber, dass man Wanderern, welche lediglich eine Übernachtung buchen wollen, ungern ein Quartier gewähren wollte oder dass der Küchenschluss mit dem Eintreffen der Wanderer in den Unterkünften zusammenfällt. Ruhetage der Gaststätten wurden als störend empfunden. Welche Häuser konkret gemeint sind, können Sie im unten verlinkten Artikel selbst nachlesen.

Was ohnehin eine gute Idee ist: Lesen Sie den Artikel, bilden Sie sich ihre eigene Meinung und begeben Sie sich danach für ein paar Tage auf eine Kammweg- Wanderung. Das gilt auch als Tipp für all jene, welche sich vom Kammweg wirtschaftliche Vorteile erhoffen oder ihn vermarkten wollen. Erleben Sie einfach selbst, was einen Qualitätswanderweg auszeichnet. Wenn hier und da etwas verbessert werden könnte, bringen Sie Ihre Gedanken direkt vor Ort an den richtigen Ansprechpartner.  

Fazit von unserer Seite: Im Großen und Ganzen hinterlässt der Testbericht hauptsächlich negative Impressionen und weckt kaum Ambitionen, sich froh gelaunt und abenteuerlustig zwischen Geising und Blankenstein auf den (Wander-) Weg zu machen. Gute Werbung klingt einfach anders.

Dass die Tester in Neuhausen negative Erlebnisse hatten, welche jetzt dafür sorgen, dass der gesamte Kammweg mit seinen 17 Etappen pauschal in ein schlechtes Licht gerückt wird, ist sehr schade. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich Tag für Tag bei ihrer Arbeit Mühe geben.

Im Erzgebirge gab es von Anfang an Personen, die den geplanten Verlauf des Kammwegs kritisierten. Er sei eine "Aneinanderreihung von hauptsächlich sächsischen Sehenswürdigkeiten" und würde den Wanderer viele Kilometer vom eigentlichen Erzgebirgskamm weglocken, nur um das eine oder andere "Highlight" auf Krampf kommerziell zu vermarkten. Was aus unserer Sicht nicht schlimm ist: Wer stundenlang durch den menschenleeren Wald wandert, freut sich, wenn ein Brauereimuseum mit Verkostung am Wegesrand liegt. Warum der Wanderer jedoch (in der 2. Kammweg-Etappe) nach Sayda geschickt wird, erschließt sich auch uns nicht, zumal sich direkt an der Grenze (bzw. in Kammnähe) wunderbare Wanderwege nach Seiffen als Alternative anböten.

Die Diskussionen um "Einzelübernachtungen für Durch-Wanderer" sind ebenfalls seit Jahren und nicht nur im Erzgebirge bekannt. Die Vermieter müssen für sich selbst entscheiden, ob sie am Geschäftsmodell "Wandertourismus" teilhaben wollen oder nicht. Es ist verständlich, dass einigen Hoteliers Wanderer viel lieber wären, wenn sie 5 Tage im Haus übernachten und jeden Tag zu mehrstündigen Kurzwanderungen ausschwärmen würden.

Oft gehörte Argumente einzelner Vermieter, wie zum Beispiel "Gäste, welche weniger als 3 Übernachtungen bleiben, wollen wir nicht, weil es sich nicht rechnet" können zwar nicht pauschal verurteilt werden, aber: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Vielleicht müsste man die Einzelübernachtungen einfach nur so kalkulieren, dass es sich auch für den Vermieter rechnet - und dann haben alle etwas davon. Jeder Wanderer wird einsehen, dass er den Bettwäschewechsel und die Endreinigung nach nur einer Übernachtung genauso mitbezahlen muss, wie wenn er 3 oder 5 Tage bleibt. Schließlich möchte er bei seiner Ankunft ebenso frische Bettwäsche und ein sauberes Bad vorfinden. Übernachtungspreise im untersten zweistelligen oder gar einstelligen Preisbereich müssen dann aber auch endlich der Vergangenheit angehören.

Schließlich behauptet niemand, dass Wanderer arme Leute seien. Wer mit Deuter-Rucksack, Wolfskin-Bekleidung und Meindl-Wanderschuhen loszieht, hat für seine Wanderausrüstung viel Geld ausgegeben und auf Qualität geachtet - warum sollte er ausgerechnet bei der Übernachtung im untersten Preisniveau einkaufen?

Der Kammweg ist ein FERNwanderweg. "Richtige" Fernwanderer bleiben in den seltensten Fällen für mehrere Tage an einem Ort.  Daher bleibt den Vermietern langfristig die Wahl, ob sie sich freiwillig dem Markt anpassen, dem Konzept "Wandertourismus" entsagen, andere Marktnischen finden oder qualvoll in den Wogen der Marktwirtschaft untergehen wollen.

Der Artikel hat für Holzhau etwas Gutes: Die Berichterstattung springt vom Friedhof Moldava direkt nach Cesky Jiretin. Holzhau wird gar nicht erwähnt. Das wäre im Regelfall ärgerlich. Es kann aber angesichts der schlechten Beurteilung des Kammweges in diesem Artikel auch einmal von Vorteil sein, nicht namentlich genannt zu werden.

Nachträge: Einen Artikel unseres "Holzhau-Wanderers" Volker Liebscher zum Thema "Kammweg" aus dem Jahre 2013 haben wir unten verlinkt. Die Redaktion der Deutschen Handwerks Zeitung reagiert auch nach Tagen nicht auf Anfragen und veröffentlicht auch die eingegangenen Kommentare zu ihrem Artikel nicht.


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 26.05.2015
Aktuell: 25.04.2017
Seitenaufrufe: 3344
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