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Nächtliche Explosion erschüttert Holzhau - Feuerwehren rücken aus - Kripo ermittelt

(Veröffentlicht am 29.12.2015 • Geschätzte Lesedauer: 2-6 Minuten)

Nächtliche Explosion erschüttert Holzhau - Feuerwehren rücken aus - Kripo ermittelt explosion feuerwerkskörper bahn anschlag holzhau Zerstörte Wartehalle der Freiberger Eisenbahn
Zerstörte Wartehalle der Freiberger Eisenbahn

Montag Abend gegen 22 Uhr 30. Im TV läuft "The Last Stand". Es ist der erste neue Film, den Arnold Schwarzenegger nach seiner kalifornischen Gouvernors-Karriere gedreht hat. Mit wilden Schießereien versucht er in seiner Rolle als Sheriff, die Flucht eines Kriminellen nach Mexiko zu verhindern. Dauerfeuer aus großkalibrigen Waffen, Kopfschüsse aus nächster Nähe... und dann: Eine Druckwelle, die nicht aus dem Dolby Surround kommt, erschüttert den Holzhauer Ortskern. Trotz der geschlossenen Fenster ist sie deutlich zu spüren. Sogar im benachbarten Rechenberg ist der Knall hörbar.

Was war das? Ist bei einem Nachbarn die Heizung explodiert? Ist ein Gastank in die Luft geflogen?

Wenige Augenblicke später dröhnen die Sirenen. Ins Dorf kommt Bewegung. Autos fahren, Menschen rennen. Auf den Straßen riecht es verbrannt. Feuerwehren rücken aus. Auch aus den anderen Ortsteilen kommen sie heran. Alle fahren zum Bahnhof Holzhau.

Um diese Zeit gibt es keine Züge mehr. Gegen 20:30 Uhr, also zwei Stunden früher, fährt der letzte Triebwagen nach Freiberg.

Nach wenigen Minuten beenden die Feuerwehren ihren Einsatz wieder. Schnell ist klar: Es wird ein Fall für die Kriminalpolizei. Die relativ neue Wartehalle der Freiberger Eisenbahn wurde -vermutlich mit einem sehr großen Sprengkörper- zerstört.

Der Papierkorb ist ein Bündel Blech. Man erkennt ihn nur, weil man weiß, dass es früher ein Papierkorb war. Glasscherben liegen am Boden. Die Halterung des Papierkorbs ist völlig verbogen.

Augenzeugen sagen aus, dass der Papierkorb etwa 10 Meter neben dem Wartehäuschen gefunden wurde. Weitere Augenzeugen berichten, dass mehrere Personen kurz vor der Explosion den naheliegenden Jugendclub verlassen haben sollen. Andere glauben gesehen zu haben, dass jemand nach der Explosion davon gerannt ist.

Im Dorf werden schon Namen von Personen gehandelt, die mit diesem Vorfall in Verbindung stehen sollen. holzhau.de möchte darauf hinweisen, dass die Ermittlungen durch die Polizei geführt werden und vorschnelle Beschuldigungen strafbar sein können.

Wer etwas bemerkt oder gesehen hat, sollte eine Zeugenaussage bei der Polizei machen.

"Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" lautet der Tatvorwurf im Strafgesetzbuch. Im Paragraphen 308 wird erklärt: Wenn jemand durch "Sprengstoff eine Explosion herbeiführt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder eine fremde Sache von bedeutendem Wert gefährdet.", wird die Strafe mit mindestens einem Jahr Freiheitsentzug angesetzt. 

Fest steht: Sachbeschädigungen bzw. "Anschläge" auf Einrichtungen der Bahn werden in Deutschland mit erhöhter Priorität ermittelt. Zu groß ist die Gefahr für die Öffentlichkeit, als dass Kriminalpolizei oder Staatsanwaltschaften hier ein Auge zudrücken könnten. Des weiteren steigt in Deutschland gerade die Gefahr von terroristischen Anschlägen. Niemand weiß, ob die versuchte Sprengung einer Wartehalle nur ein Experiment für einen größeren Anschlag gewesen ist. Daher ist auch aus diesem Grund davon auszugehen, dass die Sachbeschädigung am Bahnhof Holzhau nicht ohne Konsequenzen bleiben wird.

Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn die Sprengladung in einem geschlossenen Raum, wie beispielsweise einem Wohnhaus, einem Hotel, einer Garage, einer Asylbewerberunterkunft oder an einer Tankstelle getestet worden wäre. Durch die Zündung im Freien konnte sich die Druckwelle in alle Richtungen ungehindert ausbreiten. In einem geschlossenen Gebäude wäre das anders.

Unsere Gemeinde erwartet Mitte Januar die ersten Asylbewerber. Sie sollen im Gemeindeteil Clausnitz untergebracht werden. Steht diese Explosion damit im Zusammenhang?

Zum Abschluss noch ein Wort in eigenem Namen: Als Bürger von Holzhau finde ich es überhaupt nicht "witzig", wenn die letzten noch funktionierenden touristischen Einrichtungen durch Sachbeschädigung vernichtet werden. Der Bahnhof Holzhau ist auch ohne diese Zerstörung schon Schandfleck genug.

 


 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 29.12.2015
Aktuell: 21.03.2016
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