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Ankunft der Flüchtlinge in Clausnitz - Demonstranten versperren mit Sprechchören, Autos und Traktoren den Zugang

(Veröffentlicht am 19.02.2016 • Geschätzte Lesedauer: 4-12 Minuten)

Ankunft der Flüchtlinge in Clausnitz - Demonstranten versperren mit Sprechchören, Autos und Traktoren den Zugang flüchtlinge mittelsachsen clausnitz Reisegenuss? Ankunft der Flüchtlinge in Clausnitz (Quelle: Facebook-Video, unbekannter Autor)
"Reisegenuss"? Ankunft der Flüchtlinge in Clausnitz (Quelle: Facebook-Video, unbekannter Autor)

Am gestrigen Donnerstagabend (18.2.2016) kamen die ersten Flüchtlinge im Ortsteil Clausnitz an. Es war schon dunkel, als der Bus mit der makaberen Leuchtschrift "Reisegenuss" offenbar von einem PKW ausgebremst wurde. Mit Traktoren, Autos, Bannern und Sprechchören machten rund 100 Bürger ihren friedlichen Protest gegen die Zwangszuweisung der Flüchtlinge deutlich.

Holzhau.de hat an diesem Ereignis nicht teilgenommen und die Ankunft der Flüchtlinge nicht auf Video dokumentiert. Der Termin der Anreise wurde seit Herbst immer wieder verschoben. Daher entstand dieser Artikel auf der Basis von persönlichen Berichten einiger Einwohner und Fotos bzw. Handyvideos, welche bei Facebook gepostet wurden. Unter dem Hashtag #clausnitz bzw. auf der Seite "Mittelsachsen wehrt sich" findet man eine ganze Serie von Fotos und Videos.

Wie man hört und liest, weinten einige Flüchtlinge und weigerten sich, den Bus zu verlassen, als sie von der wütenden, skandierenden Menge "empfangen" wurden.

Die Polizei war anwesend, verhielt sich aber eher ruhig und gelassen. Körperliche Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, wie sie vor einigen Monaten am Bahnhof Freiberg per Video dokumentiert wurden, sind aus Clausnitz bisher nicht bekannt geworden. 

Am Freitag Morgen war es rund um die Flüchtlingsunterkunft wieder ruhig und friedlich.

Bei der Asylbewerberunterkunft in Clausnitz handelt es sich um die als "MTS-Häuser" bekannten Gebäude. Jahrelang konnte man auf einer Tafel "Eigentumswohnungen zu verkaufen" lesen. Als bekannt wurde, dass in diesem Gelände Flüchtlinge untergebracht werden sollen, zogen die letzten verbliebenen Mietparteien aus bzw. kündigten ihre Mietverhältnisse.

Nachträge seit Freitagmorgen:

  • Die Facebook-Fotos und Handyvideos der Demonstranten wurden innerhalb weniger Stunden weltweit geteilt und kommentiert.
  • Aufgrund dieser großen Resonanz ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen ein "medialer Shitstorm" über dem Ortsteil Clausnitz niedergehen könnte.
  • Die Liste der Beiträge in den sozialen Netzwerken, welche unter dem Hashtag "clausnitz" zu finden ist, wird von Minute zu Minute länger.
  • Der Suchbegriff "clausnitz" liegt bei Google Trends bereits auf Platz 2, direkt hinter "Sebastian Vettel, Formel 1"
  • Twitter zeigt "clausnitz" als tendenziell stark steigendes Thema an
  • Die überregionale und internationale Presse veröffentlicht reihenweise Beiträge  zum Thema "Clausnitz"
  • Bis zum Samstag Mittag gibt es eine gewaltige mediale Verurteilungswelle in fast allen nationalen und vielen internationalen Leitmedien. Die ersten Menschen haben das Gefühl, dass das mediale Aufsehen nicht mehr in einem realistischem Verhältnis zu den rund 100 rufenden, aber nicht aggressiv handelnden Demonstranten steht.
  • Zeitgleich gehen bei den ortsansässigen Unternehmern und Hoteliers massenhaft Hass- und Droh- Emails ein, in welchen man ankündigt, "nie wieder im Erzgebirge Urlaub zu machen". Es ist jedoch keine einzige Email bekannt geworden, die mit einer tatsächlichen Buchung im Zusammenhang stand. 
  • Politiker und Bürger organisieren eine Willkommens-Veranstaltung für die Flüchtlinge, welche von den Medien nahezu ignoriert wird
  • Die "Morgenpost" meldet, dass die Drohung, "Clausnitz in Schutt und Asche zu legen", eingegangen ist.
  • In Chemnitz findet eine Pressekonferenz der zuständigen Polizeidirektion statt. Die Polizeiführung stellt sich hinter die Polizisten und erklärt, dass der Polizeieinsatz gerechtfertigt war und von Seiten der Beamten keine rechtlichen Verstöße vorliegen würden. Man gibt den Flüchtlingen eine teilweise Mitschuld, da sie provokative Gesten ausführten. Konkret genannt werden der "Mittelfinger", "Kehle durchschneiden" und das Spucken gegen die Busscheiben (in Richtung Polizei und Demonstranten). Gegen die Demonstranten werde man möglicherweise wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht ermitteln. Ermittlungen gegen Flüchtlinge schließt man nicht aus.
  • Die ARD zeigt daraufhin das Handyvideo in einer Version, in welcher das Spucken gegen die Busscheiben herausgeschnitten wurde.
  • Die Gewerkschaft der Polizei verteidigt den Polizeieinsatz von Clausnitz
  • N-TV bezeichnet die "Wir sind das Volk"-Rufe im Video als Naziparolen
  • Am späten Sonntag werden immer mehr Zweifel laut, ob es sich bei den Demonstranten tatsächlich um Einwohner gehandelt hat. Aus diesem Grund ändert Holzhau.de sämtliche bisherigen Formulierungen von "Einwohner" auf "Demonstranten".
  • Im Ort wurde bekannt, dass man einer einheimischen Frau aus dem Kirchenvorstand damit gedroht hat, ihr Haus niederzubrennen. Sie war Mitglied des Begrüßungskomitees für die Flüchtlinge. Die Medien greifen diese ungeheuerliche, mittlerweile aktenkundige und bezeugte Drohung jedoch nicht auf.
  • Die "Freie Presse" berichtet, dass die Flüchtlinge das Aussteigen verweigert hätten, weil man ihnen gesagt habe, dass man sie nach Dresden bringt.
  • Die mediale Hetze richtet sich nun auch gegen den Leiter der Asylbewerberunterkunft Clausnitz und seine Familienangehörigen. Man vermengt ganz gezielt seine Bürgermeisterkandidatur für die FDP, seine AfD-Mitgliedschaft, die veröffentlichten Reden bei asylkritischen Demonstrationen, seine Verwandtschaftsverhältnisse und seine aktuelle Tätigkeit als Leiter der Asylbewerberunterkunft Clausnitz.
  • Am Montag Mittag wird bekannt, dass man den Leiter der Asylbewerberunterkunft Clausnitz durch eine andere Person ersetzen will, um seine Person zu schützen.
  • Nachdem in Bautzen eine leerstehende, geplante Flüchtlingsunterkunft angezündet wurde, beginnen die Medien, beide Vorfälle zu vermischen. So entsteht der Eindruck, dass auch in Clausnitz eine ähnliche Gewalttat verübt wurde.
  • Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich bezeichnet die Demonstranten von Clausnitz als Verbrecher, was im Widerspruch zu den Aussagen des Chemnitzer Polizeipräsidenten steht.
  • N24 zeigt Bilder vom brennenden Asylbewerberheim Bautzen und unterlegt sie mit einer Moderation über den Ort Clausnitz.
  • Der MDR veröffentlicht ein "exklusives Video", welches von Flüchtlingen im Bus gefilmt wurde. (Unten verlinkt) Auf diesem Handyvideo sieht man eine vor dem Bus stehende Menschengruppe, welche sich in gebührendem Abstand zum Fahrzeug befindet. Man sieht keine Gewaltaktionen oder Sprechchöre. Personen sind nicht erkennbar.
  • Der Wikipedia-Eintrag von Clausnitz wird mehrfach geändert und von Wikipedia ebenso häufig zurückgesetzt. Unter "Diskussion" entbrennt eine heftige Debatte. Wikipedia ist weder Diskussionsforum noch Newsticker. (Link siehe unten)
  • Verschiedene TV-Sender berichten von der Pegida-Demonstration aus Dresden. Die interviewten Demonstrationsteilnehmer bezeichnen es vor laufenden Kameras als "richtig", was in Clausnitz stattgefunden hat und meinen, "dass das andere Orte auch so machen müssten".
  • Im TV und in den Zeitungen wird gemeldet, dass der Verfassungsschutz keine Anzeichen dafür sieht, dass die AfD eine verfassungswidrige Partei ist. Der Verfassungsschutz lehnt es daher ab, die AfD zu beobachten.
  • Einwohner diskutieren, ob die Mitgliedschaft in der AfD wirklich ein Grund ist, um als Heimleiter einer Flüchtlingsunterkunft medial verurteilt oder gar abgelöst zu werden.
  • Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich gibt eine Pressekonferenz und verspricht mehr Polizeipräsenz
  • Es wird bekannt, dass nicht nur der Bürgermeister und die Gemeinderäte, sondern auch freiwillige Helfer von der Ankunftszeit der Flüchtlinge gewußt haben
  • Dienstag Nachmittag: Das mediale Interesse am Thema Clausnitz lässt stark nach. Es beträgt nur noch rund 40% im Vergleich zum Samstag. Laut Google Trends liegen derzeit Fußball und der Produktrückruf von Mars, Snickers usw. weit vorn. "Clausnitz" ist in der Top-300-Liste von Google nicht mehr zu finden.
  • Holzhau.de fügt Links zum Pressekodex und zum Beschwerdeformular des Presserates hinzu (Siehe unten). Damit werden alle deutschen Staatsbürger in die Lage versetzt, gegen die teilweise stark verzerrte Berichterstattung aus Clausnitz, Herabwürdigung und pauschale Beschimpfung vorzugehen.
  • Die Gewerkschaft der Polizei erhebt schwere Vorwürfe gegen die sächsische Landesregierung. Die jahrelange Sparpolitik sei schuld an der aktuellen Situation. In Sachsen fehlen 3000 Polizisten.
  • RP-Online bezeichnet die Ereignisse korrekt als "Pöbeleien gegen Flüchtlinge". Nahezu alle anderen Medien hatten bisher von "Übergriffen" gesprochen bzw. geschrieben
  • Der Focus berichtet, dass die Flüchtlinge von Clausnitz die Polizei anzeigen wollen
  • Der Spiegel bezeichnet den sächsischen Ministerpräsidenten und Sorben Stanislaw Tillch als "rechten Wendehals"

 


 

 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 19.02.2016
Aktuell: 21.03.2016
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