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Freiberger Eisenbahn senkt die Preise um über 20 Prozent - Rückkehr zum alten Dreizonenmodell

(Veröffentlicht am 12.08.2016 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Freiberger Eisenbahn senkt die Preise um über 20 Prozent - Rückkehr zum alten Dreizonenmodell freiberger eisenbahn preissenkung Freiberger Eisenbahn bei der Ausfahrt aus Holzhau
Freiberger Eisenbahn bei der Ausfahrt aus Holzhau

Wenn Oma und Opa mit der Freiberger Eisenbahn von Holzhau aus nach Freiberg fuhren, um den Arzt zu besuchen oder durch die Freiberger Innenstadt zu bummeln, wurden bis Ende Juli 13 Euro fällig. Für die Rückfahrt nach Holzhau mussten sie von ihrer Rente weitere 13 Euro berappen. Insgesamt also 26 Euro, um zu zweit eine etwa 30 Kilometer lange Fahrtstrecke zurückzulegen und danach wieder nach Hause zu kommen.

Man mag es nicht glauben, aber für viele Rentner sind 26 Euro immer noch "50 Mark West" und somit "die Hälfte vom Begrüßungsgeld". Oder anders gesagt: 26 Euro entsprechen derzeit ungefähr einer halben Tankfüllung für einen Kleinwagen. Den die Rentner auf dem Lande ja ohnehin brauchen, weil man mit der Bahn oder dem Bus keinen Sack Gartenerde, keinen Bund Latten und auch keine Bierkästen transportieren kann. Warum also nicht gleich mit dem Auto nach Freiberg fahren? Dann entfällt auch die Schlepperei des Einkaufs zum Bahnhof und nach Hause.

Die Bahnfahrt nach Freiberg ist für die Einwohner nicht besonders attraktiv, weil man an Fahrpläne und Bahnhöfe gebunden ist, vergleichsweise wenig transportieren kann und dafür auch noch einen höheren Preis zahlen muss. Erzgebirger sind "zammnammsch", was auf hochdeutsch so viel wie "sparsam" bedeutet. Sie rechnen also mit, ob sich eine Bahnfahrt für sie lohnt oder nicht. Im Winter, wenn die Garage meterdick eingeschneit ist und man erst einmal eine Stunde schippen müsste, um das Auto aus der Garage zu bekommen, greift man gern darauf zurück, dass es eine Bahnverbindung nach Freiberg gibt.

Auch für Berufspendler ist die Freiberger Eisenbahn keine wirkliche Alternative zum Auto. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, die Bahn in den Schulferien nur alle 2 Stunden fahren zu lassen - er hat nicht an die berufstätigen Menschen gedacht. Wer mit der Bahn zur Arbeit fahren will, verliert in den Ferien mehrere Stunden Freizeit.

Von Schichtarbeitern wollen wir da gar nicht erst reden, da es ab 21 Uhr generell keine Zugverbindungen mehr gibt.

Somit ist die Bahn für Mitarbeiter der Tourismusbranche -und das ist laut offizieller Lesart die "Haupteinnahmequelle der Region"- kein brauchbares Verkehrsmittel. Es sei denn, man würde die Holzhauer Restaurants um 20 Uhr schließen, weil die Köche und Kellner zur Bahn müssen.

Nun hatte die Freiberger Eisenbahn (bzw. der Verkehrsverbund Mittelsachsen) vor einigen Jahren auch noch die unglückliche Idee, die Bahnstrecke von Holzhau nach Freiberg von drei Zonen auf vier Zonen auszudehnen. Ein Preissprung war die Folge. Die Fahrt nach Freiberg (bzw. zurück) kostete bald 6,10 Euro, später 6,50 Euro.

Aus vielen Richtungen hagelte es jahrelang Kritik. 

Seit dem 1. August 2016 ist die Bahnstrecke Holzhau - Freiberg wieder in drei Zonen eingeteilt. Der Fahrpreis sank von 6,50 Euro auf 5,10 Euro. Der Fahrgast hat eine Ersparnis von 21,5 Prozent.

Eine insgesamt positive, aber viel zu spät gefällte Entscheidung. Was bleibt, ist die Frage, wie großzügig Fahrpreise kalkuliert werden, wenn von einem Tag auf den anderen Preisnachlässe von über 20 Prozent möglich sind.

Aber man sollte sich nicht allzu sehr darüber wundern. Schließlich kann man derzeit für 29 Euro fünf mal mit der Bahn von Dresden nach Prag und wieder zurück fahren. Mit anderen Worten: Ungefähr 1500 Kilometer Fahrtstrecke für 29 Euro. Die Preiskalkulation des Personentransportgewerbes versteht schon lange niemand mehr. Nur eines weiß man genau - Wer den regulären Preis zahlt, ist der Dumme. 

Die Bahnfahrt von Holzhau Skilift zum Bahnhof Holzhau (ca. 1 Kilometer) kostet übrigens 2,20 Euro. Dafür können Sie jedoch innerhalb einer Stunde mit dem gleichen Ticket wieder zum Skilift zurückfahren. Das gilt übrigens auch für eine Fahrt nach Rechenberg, Bienenmühle, Clausnitz oder Nassau, weil diese Orte nun zur gleichen Zone wie Holzhau gehören. Wenn man seine Angelegenheiten am Zielort schnell erledigen kann, kostet die Bahnfahrt nur noch die Hälfte.

...und es ist ja manchmal auch ganz schön, sich einfach in die Bahn zu setzen und durch unser Muldental zu fahren, ohne selbst Gas geben zu müssen. Manchmal bekommt man dadurch völlig neue Einblicke :-)


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 12.08.2016
Aktuell: 19.03.2018
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