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Angst vor Wölfen in Holzhau? Niedersachsen empfehlen Esel

(Veröffentlicht am 15.11.2016 • Geschätzte Lesedauer: 4-10 Minuten)

Angst vor Wölfen in Holzhau? Niedersachsen empfehlen Esel wolf wölfe erzgebirge Der Wolf in Sachsen (C) Leipziger Volkszeitung
Der Wolf in Sachsen (C) Leipziger Volkszeitung

Seit der umstrittenen Wiederansiedlung und der damit verbundenen Verbreitung des Wolfes herrscht auch in Holzhau große Skepsis. So gibt es die ersten Einwohner, welche mit der Tierhaltung aufgehört haben, "weil sie keine Schafe halten wollen, damit der Wolf etwas zu fressen hat". Und das, obwohl es bisher keinen einzigen bestätigten Wolfsangriff in unserer Region gab. 

Die Diskussion um den Wolf und seine Wiederansiedlung in Sachsen wird seit Jahren in einer Weise geführt, bei der die sachlichen Argumente oft unterliegen. So fehlt bis heute von den Wolfsbefürwortern eine klare Aussage, welches in der Natur vorkommende Tier die Nahrung des Wolfes darstellen soll. Desweiteren verstehen viele Menschen in Sachsen nicht, warum die Wiederansiedlung des Wolfes notwendig war.

Es ist schließlich die Aufgabe der Jäger, den Wildbestand zu beobachten und kranke Tiere auszusondern. Was bleibt da noch für den Wolf?

Was wird mit dem Gleichgewicht in der Natur, wenn der vorhandene Wildbestand dem Wolf ausweicht, beispielsweise nach Tschechien? Das führt zu einer höheren Wildpopulation in Tschechien. Diese führt dann wiederum zu einer stärkeren Bejagung. Ergebnis: Weniger Wild, weniger Beute für den Wolf.

Und warum sollen eigentlich bestimmte Tierarten als Wolfsfutter enden - mit welchem Recht?

Vermeintliche Angriffe von Wölfen wurden in der Vergangenheit immer abgewiegelt: So sollen streunende Hunde, woher auch immer sie gekommen sein mögen, hauptsächlich dafür verantwortlich sein, wenn irgendwo tote Tiere gefunden wurden. Den Augenzeugen von Wolfsangriffen wurde nahegelegt, einen Optiker aufzusuchen, um sich eine passende Sehhilfe zu beschaffen.

Die Diskussion um den Wolf in Sachsen erinnert manchmal an eine Zeit, in der "nicht sein konnte, was nicht sein durfte." 

Laut Sächsischer Zeitung vom 22. April 2016 soll es in Sachsen bereits 16 Wolfsrudel geben. Hinzu kommen viele Einzeltiere und kleine Grüppchen. Sie fallen sicher aus der offiziellen Statistik heraus, weil man ihren Aufenthaltsort gar nicht kennt. Gelegentlich werden Einzeltiere gesichtet oder hinterlassen in den Wildkameras einen bleibenden Eindruck.

Doch mittlerweile lassen sich die Schäden, die der Wolf in der Natur und am Nutztierbestand anrichtet, nicht mehr unter den Teppich kehren. Am 6. November 2016 schrieb die Leipziger Volkszeitung sogar, dass das Vorzeige-Naturschutzprojekt "Wolf" in der Lausitz aus dem Ruder liefe. (Link am Ende des Artikels)

"Wölfe haben unsere Wälder leer gewildert" titelte die BILD am 7.11.2016 und berichtete ebenfalls aus der Lausitz.  

Was wird geschehen, wenn die Wolfspopulation größer wird und der Bestand an Beutetieren weiter abnimmt?

Selbstverständlich hat jedes Tier -auch der Wolf- in der freien Natur seine Existenzberechtigung. Trotzdem muss man feststellen, dass sich die Fauna des Erzgebirges in den letzten 20 Jahren stark verändert hat.

So tauchen vermehrt Tierarten auf, welche man bisher im Erzgebirge nur selten zu sehen bekam: Eichelhäher, Elstern, Waschbären, Fischreiher, Füchse, Dachse, Fischotter, Greifvögel. Es vermehren sich also hauptsächlich Raubtiere, von denen einige unter Naturschutz stehen.

Gleichzeitig sterben Dutzende Tierarten regelrecht aus, ohne dass sich jemand darum kümmert: Birkhühner, Rebhühner, Wachteln, Igel, Feldhasen oder Forellen. Rehe sieht man nicht mehr allzu oft, Mufflons wurden schon seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet. Niemand erinnert sich mehr daran, dass es im Oberlauf der Freiberger Mulde Äschen gab. Wild lebende Fasane oder Hamster kennt man höchstenfalls aus den Erzählungen der Urgroßeltern.

Immer öfter hört man von älteren Einwohnern, dass die Zahl und Vielfalt der Singvögel rapide abgenommen habe. Das ist auch kein Wunder. Wer im Sommer mit dem Auto unterwegs ist, stellt fest, dass kaum noch Insekten auf der Frontscheibe kleben. Die deutsche Landwirtschaft arbeitet gründlich, wenn es um die Schädlingsbekämpfung geht. Mittlerweile wird empfohlen, die Singvögel auch im Sommer am Futterhäuschen zu versorgen.

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als im Holzhauer Grünnel Hirsche grasten? Die Einwohner verbrachten ihre Abende damit, die Tiere zu beobachten und zu zählen. Damals gab es in Holzhau noch kein Kabelfernsehen :-)

Mit Wehmut spricht man über die vielen, dicken Forellen, die es in der Freiberger Mulde und im Bitterbach gab. Damals, als die Bäche noch nicht so klinisch sauber und nährstoffarm waren. Wobei das mit dem "sauber" relativ ist: Ab und zu findet man am Grenzübergang zu Moldava Fische, die tot und mit dem Bauch nach oben in der Freiberger Mulde treiben. Wenn die Freiberger Mulde 3 Kilometer unterhalb der Quelle schäumt und so stark belastet ist, dass die Forellen sterben, müsste man wenige Kilometer weiter unten, auf deutschem Boden, nicht mehr so ein riesiges Trara um die Gewässerreinheit machen. Denn eigentlich dürften weder Sie noch ihr Hund in direkter Nähe zur Freiberger Mulde ihre Notdurft verrichten. Aber trotzdem, auch wenn uns manches nicht ganz schlüssig erscheint: Jeder Schadstoff, der vom Wasser ferngehalten wird, ist von Vorteil für die Natur.

Fasst man das alles zusammen, gäbe es für die Naturschützer in Sachsen eigentlich genug lohnenswerte Aufgaben. Warum dann also solche Prestige-Projekte wie die "Wiederansiedlung des Wolfes" oder des Luchses?

Mit der Ausrottung des Wolfes in Sachsen ist natürlich auch jede Menge Wissen verlorengegangen. Beispielsweise, wie man ihn von Nutztieren fernhalten kann. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat man sich aber an die jahrhundertealten Methoden erinnert.

So sollen Esel, wenn sie gemeinsam mit anderen Nutztieren gehalten werden, ausreichend Schutz bieten. Esel haben keine Angst vor dem Wolf. Anfangs versuchen sie, das Wolfsrudel mit fürchterlichem Geschrei in die Flucht zu schlagen. Dadurch werden auch Menschen auf das Geschehen aufmerksam, die rechtzeitig zu Hilfe eilen können.

Bleiben die Schreie ohne Wirkung, gehen die Esel auf die Wölfe los und traktieren sie mit Bissen und Huftritten. Angeblich tragen Wölfe bei einer Eselattacke schwere Verletzungen davon.

Größere Schäfereien halten mittlerweile mehrere Esel und treiben sie mit den Schafherden auf die Weiden.

Im Jahre 2012 gab es in der Schweiz eine Studie, ob man Alpakas zum Schutz von Schafherden einsetzen kann. Alpakas wirken auf Touristen weniger abschreckend als Herdenschutzhunde.

Der Erzgebirgskreis hat bekannt gegeben, dass Schutzmaßnahmen gegen den Wolf mit bis zu 80% Fördermitteln bezuschusst werden. Damit werden sowohl die Wiederansiedlung des Wolfes als auch der Schutz vor dem Wolf mit Steuergeldern finanziert. (Link siehe unten)

Eine Sammlung von weiteren Artikeln zu diesem Thema finden Sie am Ende unseres Beitrages.

 


 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 15.11.2016
Aktuell: 27.12.2016
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