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Kommentar zu "Sorgen um Holzhauer Skiareal" - Freie Presse vom 8.10.2016

(Veröffentlicht am 10.10.2016 • Geschätzte Lesedauer: 4-10 Minuten)

Kommentar zu Sorgen um Holzhauer Skiareal - Freie Presse vom 8.10.2016 skilift holzhau grundstücksverkauf Sorgen um Holzhauer Skiareal - Screenshot (c) Freie Presse
"Sorgen um Holzhauer Skiareal" - Screenshot (c) Freie Presse

Seit einigen Wochen hat die holzhau.de-Redaktion Kenntnis von einem Grundstücksverkauf, welcher u.a. das Gebiet am Holzhauer Skilift betrifft. In der letzten öffentlichen Gemeindevertretersitzung hatte die Gemeindeverwaltung über den Vorgang informiert. Es dauerte nur wenige Tage, bis an den Holzhauer Stammtischen heftigst darüber diskutiert wurde. 

Holzhau.de hat sich bisher nicht offiziell dazu geäußert. Holzhau braucht keinen weiteren Skandal. Alles, was potentielle Touristen verunsichern oder abschrecken könnte, gehört (aus unserer Sicht) momentan nicht in die Medien. Die Entwicklung der Gästezahlen in den letzten 15 Jahren spricht für sich. Noch ein paar Winter ohne Schnee und das Thema "Tourismus" ist in Holzhau Geschichte. Zudem ist ein Grundstücksverkauf von einer Erbengemeinschaft an eine Privatperson nichts, was von den Medien  kommentiert werden müsste.

Nun ist der Vorgang unglücklicherweise in der "Freien Presse" einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht worden, wovon wir uns distanzieren möchten. Die Reaktionen der Leser ließen nicht lange auf sich warten. Schon am gleichen Tag erreichten uns Anfragen dazu.

Problematisch ist, dass solche Artikel größtenteils von Menschen gelesen werden, die naturgemäß keinerlei Kenntnis von den äußeren Begleitumständen haben. 

Freilich gibt es Bürger, die sich diebisch darüber freuen, dass der Grundstücksverkauf am Skilift Holzhau so gelaufen ist, wie er stattgefunden hat. Sie meinen, es könne nicht schaden, wenn man den Liftbetreiber Alexander Richter in die Schranken weisen würde. Andererseits ist die Frage "wie Volker Geyer einfach so das Grundstück kaufen dürfe, auf dem der Skilift der Gemeinde steht", etwas zu simpel formuliert.

Richtiger wäre wahrscheinlich, folgendes zu fragen:

  • Wie ist es möglich, dass eine Gemeindeverwaltung einen Skilift bauen kann, der -teilweise- auf einem fremden (privaten) Grundstück steht?
  • Wie ist es zu erklären, dass später sogar Beschneiungsanlagen und Trafostationen errichtet werden  konnten, ohne die Grundstücksfragen zu klären? 
  • Warum sind 25 Jahre vergangen, ohne dass es ernsthafte Versuche gab, die Grundstücksproblematik zu bereinigen?
  • Warum haben Gemeindeverwaltung oder Liftbetreiber das betreffende Grundstück nicht selbst erworben, um die kommunale Investition "Skilift" zu schützen? Es waren schließlich zweieinhalb Jahrzehnte Zeit dafür.
  • Wieso gab es für das Projekt "Skilift" trotz der ungeklärten Grundstücksangelegenheit staatliche Fördermittel?

Möglicherweise ist der frühere Bürgermeister von Holzhau, Horst Lachmann, zu diesen Fragen aussagefähig. Unter seiner Regie wurden die Baumaßnahmen am Skilift geplant und realisiert. Damals gehörte Volker Geyer zum Gemeinderat von Holzhau, der den Bau des Skiliftes beschlossen hat.  

Später eingefügte Anmerkung: Der frühere Bürgermeister Horst Lachmann erklärte gegenüber holzhau.de, dass die Gemeinde Holzhau im Jahr 1993 einen "Grunddienstbarkeitsvertrag" mit den früheren Eigentümern ausgehandelt hat, der bis 2018 läuft. Warum der Grundstücksverkauf trotz dieses Vertrages möglich war, ist derzeit ungeklärt.

Versuchen Sie mal, auf dem Grundstück Ihres Nachbarn ein Gartenhäuschen hochzuziehen. Wie lange mag es wohl dauern, bis das Bauamt bei Ihnen vor der Tür steht? 

Was in der "Freien Presse" veröffentlicht wurde, ist in Holzhau aber nur die Spitze des Eisberges. Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten "auf Zuruf" errichtet. Die Zustimmung der Grundstückseigentümer beschränkte sich oft auf  "Ja ja, macht nur!". Schließlich ging es um die gute Sache, den Tourismus.

Aber: Seit es kaum noch Nachfolger für die angestammten Familiengrundstücke gibt, werden die Häuser und Grundstücke zunehmend von ortsunkundigen Personen gekauft. Sie sind mit den mündlichen Absprachen der Vorgänger nicht vertraut. Man kann ihnen auch nicht verübeln, dass sie sich nicht daran gebunden fühlen.

Und so kommt es immer häufiger zu Reibereien.

Es gibt die ersten Einwohner, die nicht mehr -wie seit Jahrzehnten gewohnt-  auf ihre Grundstücke kommen, weil der neue Nachbar darauf besteht, dass sein Grundstück auch tatsächlich sein Grundstück ist. Wenn der frühere Eigentümer die Überfahrt geduldet hat, bedeutet das nicht, dass der neue Grundstückseigner das ebenso hinnehmen muss, wenn das eingetragene Wegerecht fehlt.

Selbst hartgesottene Banker waren darüber schockiert, dass es in Holzhau Grundstücksgrenzen gibt, die mitten durch bestehende Hotelgebäude verlaufen. Solche Hotels sind schlagartig unverkäuflich. Und Kredite gibt es bei solchen Rahmenbedingungen natürlich auch nicht.

Aber auch unsere Gemeindeverwaltung hat in diesem Bereich schlecht gearbeitet. Seit 26 Jahren herrscht bundesdeutsches Recht. Noch immer verlaufen private Grundstücksgrenzen mitten durch kommunale Straßen, weil von der Kommunalverwaltung versäumt wurde, die entsprechenden Flächen zu bereinigen. Zubringerstraßen zum Skilift, Skiloipen oder Wanderwege verlaufen über private Grundstücke, ohne dass es korrekt verhandelte Nutzungsvereinbarungen gibt.

Wenn die "Freie Presse" von "Sorgen um das Holzhauer Skiareal" schreibt, sind die "Sorgen" im Ort größtenteils hausgemacht und das Ergebnis der oben genannten Umstände. Was sich derzeit an Problemen auftut, ist wahrscheinlich erst der Anfang eines bösen Erwachens.

Bisher wurde von den Einwohnern vieles stillschweigend geduldet. Aber es gibt unterschwelligen Groll im Dorf. Beispielsweise, wenn Unbekannte nachts und ohne Genehmigung auf den Grundstücken der Einwohner Motorschlittenrennen veranstalten. Da gibt es plötzlich keine "Wildruhezonen" mehr, von "Naturschutzgebieten", "Trinkwasserschutzgebieten" oder vom "sanften Tourismus" ganz zu schweigen. Oft ist dann der Punkt erreicht, wo es mit der bisherigen Duldung schlagartig vorbei ist und der Ärger beginnt.

Um das Thema abzuschließen, könnte man es auch als Glücksumstand bezeichnen, dass ein ortsansässiger Bürger das Grundstück am Skilift erworben hat. In diesen umtriebigen Zeiten gibt es schließlich genug anonyme "Heuschrecken", die auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage sind.

Mit dem Bahnhof und dem ehemaligen Waldhotel "Sachsenstern" haben wir seit Jahren zwei besonders "eindrucksvolle" (um nicht zu sagen: verwahrloste, ungepflegte, ortsbild- und tourismusschädigende) Beispiele direkt in unserer Dorfmitte -  und das ist schlimm genug!

Ein ortsansässiger Käufer, den man bei Problemen direkt ansprechen kann, sollte uns doch wesentlich lieber sein, oder?  

In diesem Sinne, Ihr Tino Bellmann

PS: Den Artikel der "Freien Presse"  haben wir am unteren Seitenrand für Sie verlinkt.

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 10.10.2016
Aktuell: 27.12.2016
Seitenaufrufe: 3536
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