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MDR Umschau: "Dem Winter auf der Spur" - Bericht über erzgebirgische Skigebiete und den Mangel an Naturschnee

(Veröffentlicht am 07.12.2016 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

MDR Umschau: Dem Winter auf der Spur - Bericht über erzgebirgische Skigebiete und den Mangel an Naturschnee skilift mdr umschau holzhau oberwiesenthal Luftaufnahmen aus Holzhau bei MDR UMSCHAU: Dem Winter auf der Spur (Screenshot MDR Mediathek)
Luftaufnahmen aus Holzhau bei MDR UMSCHAU: Dem Winter auf der Spur (Screenshot MDR Mediathek)

In den vergangenen Tagen und Wochen hat die Redaktion der TV-Sendung "Umschau" einen Beitrag zur Zukunft des sächsischen Wintersports erarbeitet. Man hat die Wintersport-Regionen des Erzgebirges aufgesucht. Dabei wurden Interviews zum Thema "Wintersport ohne Schnee" bzw. "Der erzgebirgische Wintertourismus leidet unter den Folgen des Klimawandels" geführt. Erzgebirgische Skiliftbetreiber berichteten von ihrer aktuellen Situation und der Notwendigkeit, die Skisaison mit Kunstschnee zu retten. 

Es gab auch Aufnahmen vom Skilift Holzhau und ein Interview mit dem Holzhauer Skiliftbetreiber Alexander Richter. 

Der Beitrag war sehr gut, nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Luftaufnahmen und des guten Wetters. (Der direkte Link zur MDR Mediathek, "Umschau" vom 6.12.2016 befindet sich am Ende unseres Artikels.)

Was in diesem Beitrag jedoch nicht erwähnt wurde: Anfang der neunziger Jahre wurden im Erzgebirge Studien in Auftrag gegeben. Diese hatten zum Ergebnis, dass die künstliche Beschneiung in vielen Teilen des Erzgebirges unwirtschaftlich ist. Die Analysen gingen von den damals aktuellen Energie- und Treibstoffpreisen aus.

Berücksichtigt man die Preisentwicklung bei Diesel und Strom, ist es nicht verwunderlich, wenn die Herstellung von Kunstschnee für einheimische Unternehmer kaum noch zu finanzieren ist. Es gibt also keinen Grund, um ein Vierteljahrhundert später aus allen Wolken zu fallen.

Unsere Regierung und die EU beschließen ständig neue Bestimmungen. Energiesparlampen, Staubsauger mit Leistungsbegrenzung, noch bessere Wärmedämmung und höhere Energieeffizienz. Es ist unverständlich, dass der Betrieb von Rennschlitten- und Bobbahnen oder das Skifahren auf Kunstschnee nach wie vor unter freiem Himmel stattfinden dürfen.

Ob die energieintensive Herstellung von Kunstschnee wirklich dem Klimawandel entgegenwirkt oder ob man den Klimawandel durch den erhöhten Stromverbrauch sogar noch beschleunigt, müsste man ausführlich diskutieren.

Wenn man wenigstens die Wasserkraft der Freiberger Mulde für die Stromerzeugung nutzen würde...!

In Dubai, im Ruhrgebiet und an vielen anderen Orten der Welt wurden Skihallen gebaut. Dann müsste das auch (und erst recht) in der Wintersportregion Erzgebirge möglich sein. Wenn Holzhau eine Skihalle hätte, könnte man endlich das ganze Jahr in Holzhau Ski laufen und kann den Touristen in warmen Wintern eine Alternative zum "richtigen" Skihang bieten. (Handyvideo von "Ski Dubayy" am Ende des Artikels verlinkt)

Leider erntet man bei unseren gewählten Entscheidungsträgern ein müdes, fast schon mitleidiges Lächeln, wenn man ihnen solche Vorschläge unterbreitet.

Wir glauben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die erste Skihalle im Erzgebirge steht. 

Global und mit Abstand betrachtet, ist der fehlende Schnee an den erzgebirgischen Skiliften wohl eher ein Luxusproblem. Noch müssen die Erzgebirger nicht wegen Dürre oder Hitze in andere Teile der Erde fliehen. Aber selbst wenn es so ist - Ein Winter ohne Schnee und Wintersport ist für einen Erzgebirger eine ziemliche Katastrophe. Und das ist durchaus ernst gemeint.

Ein weiterer Aspekt, der im "Umschau"-Bericht völlig unter den Tisch fiel, ist der Breitensport Skilanglauf. Skilanglauf ist nach wie vor ein Volkssport. Es ist eine Sportart, die selbst von den Krankenkassen als "gesundheitsfördernd" bezeichnet wird. Bei den alpinen Skisportarten, vor allem beim Snowboarden, haben die Krankenkassen wegen der hohen Verletzungsgefahr eine ganz andere Meinung. Man gibt vor allem dem harten Kunstschnee die Schuld, dass die Verletzungsgefahr höher ist.

Veranstaltungen, die auf Naturschnee angewiesen sind, wie Schlittenhunderennen, Skijöring und Schneeschuhwanderungen, fallen aus oder wären nur noch mit extrem hohem Aufwand durchführbar. Selbst Familien, die bei Pulverschnee und Sonnenschein "nur mal ein wenig an der frischen Luft spazieren gehen wollen", werden wegbleiben. Schneematsch oder Regen haben sie schließlich auch zu Hause.

Geringe Schneemengen der letzten Jahre sind also nicht nur ein Problem der Skiliftbetreiber. Die haben immerhin den Vorteil, dass hinter der künstlichen Beschneiung wirtschaftliche Interessen stehen. Und NOCH scheint es sich irgendwie zu rechnen. Kleine Sportvereine, die im Jahr eine oder zwei Wintersportveranstaltungen durchführen, haben weder die Finanzkraft noch die Logistik, um ein ganzes Wettkampfgebiet zu beschneien. Das ist aus Vereinsbeiträgen und Startgeldern nicht zu finanzieren.

Die ständige Produktion von Kunstschnee wird die Preise an den erzgebirgischen Skiliften in die Höhe treiben.

Wird Skilaufen irgendwann zum elitären "Reichensport"? 

Bleibt der Breitensport wegen des "Klimawandels" auf der Strecke?

Auf diese Fragen gab der Beitrag der "MDR Umschau" leider keine Antwort.

PS: In den Chroniken des Erzgebirges sind viele Winter verzeichnet, in denen es keinen Schnee gab und wo im Januar schon die ersten Blüten zu sehen waren. Leider ist nicht aufgezeichnet worden, womit sich die Erzgebirger in solchen "Wintern" die Zeit vertrieben haben. Möglicherweise widmeten sie sich der Landwirtschaft. "Im Jahre 1328 blühten Ende Januar die Bäume und im Mai wurde geerntet."

 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 07.12.2016
Aktuell: 01.03.2017
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