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Ärgerlich: Freiberger Bank schließt Filiale in Rechenberg-Bienenmühle

Ärgerlich: Freiberger Bank schließt Filiale in Rechenberg-Bienenmühle freiberger bank Freie Presse vom 5.7.2017: Hotelier Mirko Zimmermann und Möbelbauer Andreas Kasparek
Freie Presse vom 5.7.2017: Hotelier Mirko Zimmermann und Möbelbauer Andreas Kasparek

Wie die "Freie Presse" am 5.7.2017 berichtet, beabsichtigt die Freiberger Bank, ihre Filiale im Gemeindeteil Bienenmühle zu schließen. Für die Bankkunden kommt diese Filialschließung kurzfristig und überraschend, auch wenn sie im Zeitalter der Online-Bankgeschäfte eher logisch erscheint. Schon im November fällt die Filiale Bienenmühle weg, hat Jochen Walther für die "Freie Presse" in Erfahrung gebracht.

Was ändert sich nun für die Holzhauer und ihre Gäste? Aus der Viertelstunden-Aktion "Bankbesuch", welche schon jetzt -je nach Ortsteil- 10 bis 15 Kilometer Autofahrt mit sich brachte, wird ab Spätherbst eine wahrscheinlich einstündige Maßnahme. Die nächsten Filialen der Freiberger Bank sind in Mulda und Frauenstein. In Sayda gibt es keine Filiale der Freiberger Bank. Wer im Winter zur Freiberger Bank will, muss sich also über die Nassauer Höhe und durch das Gimmlitztal bis (in das meist schlecht vom Schnee geräumte) Frauenstein kämpfen. Das wird ein Spaß! Auf der Nassauer Höhe genügt bei Neuschnee ein quer stehender LKW - und nichts geht mehr.

Für Bürger ohne eigenes Fahrzeug wird der "Gang" oder besser die "Fahrt" zum Geldautomaten zu einer mehrstündigen Angelegenheit. Und die kostet. Bus und Bahn fahren schließlich nicht umsonst. Von Holzhau nach Mulda fallen mit der Freiberger Eisenbahn mindestens 3,50 Euro an (Zwei Zonen, Gültigkeit 2 Stunden). Dauert der Bankbesuch länger, zahlt man zweimal. Am Wochenende und in der Ferienzeit kommt hinzu, dass die Züge nur alle 2 Stunden fahren.

Wenn Unternehmer ihre Bareinnahmen zig Kilometer durch die Gegend schippern müssen, bekommen sie ein Sicherheitsproblem. Wegelagerei und Überfälle könnten innerhalb kurzer Zeit zu einer Gefahr werden. Banken transportieren ihr Bargeld mit Sicherheitsfirmen. Diesen Luxus kann sich Hotelier X oder Lebensmittelmarktinhaber Y nicht leisten, wenn er seine Tageseinnahmen zur Bank bringt.

Die Freiberger Bank begründet die Schließung ihrer Filialen mit der zunehmenden Zahl der Onlinekunden. So argumentiert fast jedes Geldinstitut. Schauen wir 25 Jahre zurück: Damals wurden Onlinekunden bevorzugt behandelt. Sie bekamen kostenlose Konten, subventionierte Modems und die dazugehörige Software gab es anfangs auch umsonst. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Auch Onlinekunden zahlen seit Jahren wieder Kontoführungsgebühren.

Die meisten Banken haben vor 20-25 Jahren jene Kunden umworben, welche heute als Grund für die Filialschließungen herhalten müssen. Eine eher zweifelhafte Geschichte. Wer langfristig denkt, kann schließlich erahnen, dass die eigenen Bankfilialen immer schlechter ausgelastet werden, wenn man seinen Kunden das Online-Bankgeschäft schmackhaft macht. Angesichts der immer kürzeren Öffnungszeiten ist es auch kein Wunder, wenn immer mehr Kunden das Onlinegeschäft bevorzugen (müssen). Berufspendler sind in den seltensten Fällen in der Lage, ihre Bankgeschäfte direkt in einer Filiale zu erledigen.

Onlinebanking ist toll, doch eines kann man nach wie vor nicht: Geld ein- oder auszahlen. Die Funktion, welche beim Onlinebanking gleich noch ein paar Geldscheine aus dem Farblaserdrucker wirft, fehlt bis heute. Briefmarken kann man mittlerweile online kaufen und selbst ausdrucken, aber Geld? 

Unter diesem Aspekt erscheint das Angebot einiger Lebensmittelhändler, dem Kunden beim Kassieren gleich noch Bargeld auszuzahlen, doch recht serviceorientiert. Es reduziert zudem die Bargeldbestände des jeweiligen Unternehmers.

Betrachten wir die Sache aus einem anderen Blickwinkel: Die Freiberger Bank gibt den Kampf um die Bankkunden in unserer ländlichen Region auf. Es wird über kurz oder lang keinen Wettbewerb um Kundenfreundlichkeit, Service, Kundennähe und Gebühren mehr geben. Dem Bankkunden bleibt einzig die Möglichkeit, zur "Sparkasse Mittelsachsen" zu wechseln - so lange sie ihre Filiale in Rechenberg weiter betreibt. Für den Kunden ist es eine unbefriedigende Situation, wenn er bei der Wahl seiner Bank keine wirkliche Alternative mehr hat.

Der Blick über die Grenze zeigt uns: Die tschechischen Nachbarn haben im Bankenbereich schon jetzt ein wesentlich schlechteres Servicenetz. Die Google-Suche nach "bankomaty cinovec" ergibt, dass es zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und der Straße 27 kaum Geldautomaten oder Bankfilialen gibt. Eine ca. 10 Kilometer breite Servicewüste zieht sich entlang der Grenze von Ost nach West.

Steht das den Erzgebirgern auf der sächsischen Gebirgsseite auch noch bevor? Wird irgendwann in Mulda ein Schild "Letzter Geldautomat bis Teplice" aufgestellt?

"Mitten im Herzen Europas?"

 

 


 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 05.07.2017
Aktuell: 17.11.2017
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