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Superstar! Der Star ist "Vogel des Jahres 2018"

Superstar! Der Star ist
STARE in Holzhau

NABU und LBV haben den Star zum Vogel des Jahres 2018 gewählt. Wieso das? Stare gibt es doch genug, könnte man meinen. Dem ist leider nicht mehr so. Im letzten Jahrzehnt hat Deutschland etwa 2,5 Millionen Brutpaare "verloren". Sie finden in der intensiv bewirtschafteten Landschaft nicht mehr genug Futter, um ihre Jungen aufzuziehen.

Die Erklärung scheint plausibel. Immer öfter hört man, dass es nicht mehr genug Insekten gäbe, weil die Landwirtschaft zu viele Chemikalien einsetzt. Man erkenne es auch daran, dass beim Autofahren kaum noch Insekten auf der Frontscheibe kleben.

Naturschützer fordern daher seit einiger Zeit, die Vögel auch im Sommer zu füttern. Zugegeben, es klingt absurd: Die Menschen nehmen der Tierwelt ihre Nahrungsgrundlage, gehen dann in den Supermarkt und kaufen für wildlebende Tiere Futter. Möglicherweise wurde beim Anbau des Futters sogar Pflanzenschutzmittel eingesetzt, um "Schädlinge" zu vernichten. Ausschließen kann man es nicht. Die Herstellung von Tierfutter vernichtet also -mehr oder weniger direkt- das Futter der Tiere. Eine paradoxe Welt! Und es gibt wieder eine Menge Menschen, die mit diesem Paradoxon ein gutes Geschäft machen.

Andere Institutionen empfehlen hingegen, die Fütterung der Wildvögel spätestens im März komplett einzustellen. 

Doch zurück zum Vogel des Jahres. Auf der unten verlinkten "Roten Liste bedrohter Wirbeltiere im Freistaat Sachsen" wird der Star (sturnus vulgaris) weder im Jahr 1999 noch im Jahr 2015 als gefährdete Tierart ausgewiesen. Die Bestände sind im kurzfristigen Trend gleich geblieben. Er galt 2015 noch als "häufige" Vogelart, bei dem der langfristige Trend zu einem größeren Bestand ging.

Der Star war von der Vogelgrippe nicht betroffen, wenn man offiziellen Quellen glauben darf.

Im hessischen Bad Wildungen lagen im vergangenen November 46 tote Stare auf der Straße. Spätere Untersuchungen zeigten, dass die Tiere offenbar mit einem PKW kollidiert waren. Tötet der zunehmende Straßenverkehr unsere Singvögel?

Nach eigenen Beobachtungen wird der Star immer öfter aus seinen angestammten Nistkästen vertrieben. Sogar während der Brutzeit verlässt der Star sein Nest und verschwindet. Kurz darauf bewohnen Mauersegler den verlassenen Starenkasten. Ob diese "Bewohnerwechsel" in einem direktem Zusammenhang stehen, konnte noch nicht geklärt werden. Der Mauersegler ist ebenfalls eine geschützte Vogelart, genau genommen sogar eine streng geschützte Vogelart.

Von anderen Tierarten weiß man, dass sie die Aufzucht der Jungtiere vorsätzlich abbrechen, wenn sie -beispielsweise bei Nahrungsmangel oder schlechtem Wetter- erfolglos scheint.

Die Starenbestände haben in Deutschland so drastisch abgenommen, dass der Star inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht. 

Vielleicht können die Menschen etwas für den Star tun, indem sie ihm neue Nistgelegenheiten schaffen. In Holzhau haben wir glücklicherweise keine intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. Gifte und Pflanzenschutzmittel kommen in unserem Ortsteil kaum zum Einsatz. Lediglich die kühlen Sommer sorgen dafür, dass es vergleichsweise wenig Insekten und somit weniger Nahrung gibt. Für eine "Mückenplage" fehlen zudem die dafür notwendigen stehenden Gewässer.

Für Bastler: Der Nistkasten für den Star soll eine Grundfläche von etwa 17 cm x 19cm (oder größer) haben. Das Einflugsloch wird auf 45mm Durchmesser gebohrt. Der Nistplatz muss nach unten hin gegen Katzen und Marder geschützt werden. Ein stabiles Dach bietet Schutz gegen Feinde von oben. Es ist schon mehrfach beobachtet worden, dass das Dach des Nistkastens von Krähen aufgehackt wird. Die Jungstare werden verschleppt und an die eigenen Jungvögel verfüttert. Solche "Angriffe" finden meist vor Sonnenaufgang statt. Beim Aufhängen des Starenkastens ist eine Höhe von 4 Metern zu empfehlen. Das Einflugsloch zeigt dabei in Richtung Sonnenaufgang (Osten / Südosten).

Der NABU hat einen Bauplan für einen Staren-Nistkasten mit exakten Maßangaben veröffentlicht. Wir haben die PDF-Datei am Ende unseres Artikels verlinkt.

Wer einen fertigen Nistkasten kaufen möchte, kann ihn im "Gitterladen" des Freistaates Sachsen bestellen. Der Freistaat Sachsen betreibt einen Onlineshop, in dem Produkte aus den Werkstätten der sächsischen Gefängnisse verkauft werden. Strafgefangene haben in Deutschland keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Sie arbeiten für 1,10 bis 1,80 Euro pro Stunde. Der Nistkasten für den Star wird in der Justizvollzugsanstalt Torgau produziert und für 9 Euro verkauft. Die Versandkosten betragen 6 Euro. (Link zum Staren-Nistkasten am Ende des Artikels).

 


 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 03.01.2018
Aktuell: 03.01.2018
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