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Holzhau hatte 1993 ein Ortsentwicklungskonzept und einen Flächennutzungsplan

(Veröffentlicht am 15.01.2018)

Holzhau hatte 1993 ein Ortsentwicklungskonzept und einen Flächennutzungsplan flächennutzungsplan holzhau Erläuterungsbericht zum Teil-Flächennutzungsplan der Gemeinde Holzhau
Erläuterungsbericht zum Teil-Flächennutzungsplan der Gemeinde Holzhau

In den letzten Wochen und Monaten geisterte ein Gerücht durch die Gegend: Holzhau habe weder einen Flächennutzungsplan noch ein Ortsentwicklungskonzept besessen, als der Holzhauer Skilift gebaut wurde. Wir haben uns daher auf die Suche nach den angeblich nicht existierenden Unterlagen gemacht und sind sehr schnell fündig geworden. 

Der Ordner Nummer 51 unseres Ortschronisten Egon Bellmann bietet ergiebigen Aufschluss über das Ortsentwicklungskonzept und den Flächennutzungsplan der Gemeinde Holzhau vom Jahre 1993. Aus dem dazu gehörigen Schriftverkehr und dem Erstellungsdatum kann man ableiten, dass diese Dokumente vor dem Bau des neuen Skiliftes Holzhau fertiggestellt waren. Ausführliche Stellungnahmen des Heimatvereins Holzhau e.V., des damaligen GIZeF-Geschäftsführers Dr. Karl Kutsche und weiterer Personen beweisen, dass die Dokumente allgemein bekannt waren und öffentlich diskutiert wurden.

So schreibt der in Holzhau ortsbekannte Dr. Werner aus Leipzig in seinen Anmerkungen zum Ortsentwicklungskonzept, dass er es für bedenklich hält, wenn Holzhau allein auf den Tourismus ausgerichtet wird. Der Ort sei dafür viel zu klein, meinte er im Januar 1993.

Dr. Karl Kutsche reklamierte, dass das Ortsentwicklungskonzept in mehreren Punkten zu allgemein abgehalten wurde. Der Bereich Verkehr werde sehr ungenügend betrachtet. Der Erhalt der Bahnstrecke sei für die Region wichtig, hebt er explizit hervor. Für die geplante Sommerrodelbahn fehle zudem der Nachweis der Wirtschaftlichkeit.

Der Heimatverein Holzhau e.V. stellt bei der Analyse unseres Dorfes und des Umlandes am 24.11.1992 fest: "Die Gemeinde Holzhau ist zwar mit ca. 500 Einwohnern die kleinste, aber ausschließlich vom Tourismus geprägte Gemeinde. Die Einwohner sind fast völlig von ihm abhängig. Sie ist aber auch von den schon jetzt vorhandenen Voraussetzungen her als Fremdenverkehrszentrum der gesamten Region prädestiniert, da

  • sie schon jetzt mit mehr als 600 Gästebetten über mehr als die Hälfte aller Gästebetten der gesamten Region verfügt
  • sie über das weitaus größte Territorium mit 3600 Hektar verfügt, wovon 3000 Hektar mit Wald bestanden sind
  • sie landschaftlich die schönste und ruhigste Lage in dem sich hier auf ca. 1 km Länge öffnenden Muldental einnimmt
  • sie am höchsten gelegen ist und somit die relativ besten Voraussetzungen für den Wintersport bietet und
  • sie inzwischen durch Rekonstruktion und Neubau auch in der touristischen Qualität das Niveau bestimmt.

...Logischerweise müssen die touristischen Einrichtungen möglichst nahe am touristischen Schwerpunkt angesiedelt werden...

Somit sprechen alle vernünftigen Gründe für die Muldenwiese und die Wiesenhänge in Holzhau Mitte."

Weitere Punkte werden vom Heimatverein angesprochen:

  • Der gewerbliche Durchgangsverkehr muss auf die B171 beschränkt werden.
  • Rekonstruktion der Muldentalstraße unter Erhaltung des alleeartigen Baumbestandes mit einem kombinierten Rad- und Fußweg
  • Rekonstruktion der Ringelstraße mit Radweg
  • weitere Radwege am Rauschenbach nach Deutschgeorgenthal, vom Teichhaus am Hirschbach nach Neuhermsdorf und über die Kalkstraße
  • Diese Wege sollen grundsätzlich für Skiroller zugelassen werden
  • Einrichtung einer Traditions- und Heimatstube
  • Gestaltung einer historischen Flößerstube
  • in Richters Holzverarbeitungsbetrieb Erhaltenswertes sichern
  • Schutz des Floßgrabensystems im Ringelwald
  • Aussichtsplattform auf der Steinkuppe
  • Muldental Sport- und Freizeitpark, bestehend aus Minigolfanlage, Tennisanlage, Freibad / Hallenbad, Kegel- und Bowlingbahn, Kinderspielplatz, Spritzeisbahn
  • daran anschließend parkähnliche Gestaltung mit Bäumen und Hecken
  • Stauanlage (Gondelteich) an der Straße Möbelfabrik - Skilift
  • Mehrzweckhalle für die gesamte Region, "für deren Betreibung eine erhebliche Wirtschaftskraft erforderlich ist".
  • Betreibergesellschaft für einen Golfplatz "mit niedrigen Eintrittspreisen"
  • Golfschule und Golfplatz auf den Holzhauer Höhenlagen, da die Flächen wegen ihrer geringen Bodenwertzahl von einer Flächenstillegung betroffen sein werden
  • Die Einwohner werden aufgerufen, ihre Übernachtungsmöglichkeiten zu modernisieren
  • "Großvolumige Häuser" sollen beim Neubau nicht zugelassen werden, da sie den traditionell gewachsenen Charakter der Region erheblich stören

Im Erläuterungsbericht zum Teil-Flächennutzungsplan der Gemeinde Holzhau vermerkt die vedewa KH Städtebau aus Stuttgart: "Der Flächennutzungsplan ist ein Gesamtplan für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde.... in Bezug auf das gesamte Gemeindegebiet. ... Nach § 246 a(1)3 BauGB besteht in den Neuen Bundesländern bis zum 31.12.1997 die Möglichkeit, einen "Teil-Flächennutzungsplan" für räumliche oder sachliche Teile eines Gemeindegebietes aufzustellen, sofern dies ... vordringlich ist."

Im Dokument wird erwähnt:

  • Die "restlichen" 5 ortsansässigen Unternehmen haben lediglich eine geschätzte Anzahl von 10 Beschäftigten
  • Die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes ermöglicht es,...15 Arbeitsplätze einzurichten
  • In Holzhau ist entsprechend der Einwohnerzahl nur eine Minimalausstattung mit den Dienstleistungen für den täglichen Bedarf vorhanden.
  • Der Tourismus macht z.Zt. eine Veränderung durch. ...  ist vom Wandel in den konkurrenzfähigen Angebotsstandards besonders betroffen
  • Stillstand bedeutet hier in außergewöhnlicher Weise Rückschritt mit allen Konsequenzen für Unternehmen und Arbeitsplätze
  • Die Zukunft von Holzhau liegt eindeutig im Bereich Dienstleistung / Tourismus, was durch ein Gutachten der Arbeitsgemeinschaft GOPA/GVA aus Bad Homburg, gefördert von der Sächsischen Landesregierung, festgestellt wurde
  • Das besiedelte Dorfgebiet ist der geeignete Standort für expandierende und neue Dienstleistungsanbieter
  • "Kapazitätsanpassungen" (Reduzierung der Bettenzahl, ausgehend vom Stand von 1992) und gleichzeitige Erhöhung der Qualität
  • "Abkoppelung der Kapazitätsauslastung von jahreszeitlich abhängigen Nachfragespitzen"

Bemerkenswert ist eine wichtige Feststellung, welche wie gesagt vom Stand von 1993 ausgeht: "Mit dem heute vorhandenen Angebot ist keine dauerhaft positive Entwicklung der Gemeinde Holzhau im Wettstreit mit anderen Fremdenverkehrsgemeinden zu bestreiten, obwohl von den landschaftlichen Voraussetzungen Holzhau in kompetenten Fachgutachten ein gutes Entwicklungspotential bescheinigt wurde."

"Für eine TÜV-gerechte Erneuerung (der Liftanlagen) ist rasch zu sorgen."

"In zentraler Lage - Ortsmitte besteht zwischen Bergstraße und Alter Straße eine rund 1 Hektar große, öffentliche Grünanlage als grüne Ortsmitte / Dorfanger."

"Die Hangzone des Muldentals könnte mit einer Sommerrodelbahn, Paragliding usw. ganzjährig als sportliche Aktivzone genutzt werden. Die Belange der Landwirtschaft wären vorab einvernehmlich zu klären."

Abgerundet wird das ganze Paket mit einer Anlage aus Zeichnungen, Planungsunterlagen und Landkarten.

 



 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 15.01.2018
Aktuell: 25.04.2018
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