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Sturmtiefs "Bennet", "Cornelius", "Dragi" und "Eberhard" sorgen im Erzgebirge für Probleme

(Veröffentlicht am 11.03.2019 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Sturmtiefs Bennet, Cornelius, Dragi und Eberhard sorgen im Erzgebirge für Probleme  bennet cornelius dragi eberhard sturmtief

In den letzten Tagen hätte man eine Wetterwarnung nach der anderen veröffentlichen können, denn ein Sturmtief jagte das nächste. Allein am vergangenen Wochenende zogen drei verschiedene Tiefdruckgebiete durch das Erzgebirge.

So etwas gab es in der Holzhauer Chronik schon oft. In früheren Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten schrieb man von "mehrtägigen Stürmen".

"1563, vom 10. Februar an, tobte vier Tage lang ein solcher Sturm, daß in etlichen Orten Häuser eingeworfen wurden und die Wälder großen Schaden litten."

Heute sind es -ganz gleich, ob aufgrund genauerer Messtechnik oder wegen der besseren medialen Wirkung- einzelne Tiefdruckgebiete. Es ist natürlich richtig, dass zwischen den einzelnen Sturmtiefs der Luftdruck jeweils kurz angestiegen ist. Ein markanter Luftdruckabfall, wie er beispielsweise bei "Kyrill", "Mischka", "Melli" oder "Friederike" gemessen wurde, war in Holzhau jedoch nicht feststellbar. Die Schwankungen zwischen den einzelnen Tiefs lagen bei etwa 7-8 hPa.

In der Nacht zum Sonntag wurden in der Holzhauer Ortsmitte Windspitzen von 116 km/h gemessen (0:15 Uhr).

Am Sonntag Nachmittag gab es gegen 16:30 Uhr einen einzelnen Donnerschlag. Von befreundeten Wetterbeobachtern, die sich auf dem Schwartenberg eingerichtet hatten, wurde der Blitzschlag sofort bestätigt. Danach kam Sturmtief "Eberhard" langsam ins Obere Freiberger Muldental gezogen.

Die Tiere in der Natur ahnten wohl, was bevorstand. Singvögel versuchten schon am Nachmittag, irgendwo einen sicheren Unterschlupf zu finden. Mit Einbruch der Dämmerung kamen auch die größeren Waldbewohner ins Tal. Füchse und Hirsche zogen in die tieferen Ortslagen, ohne sich vom Menschen stören zu lassen.

Die Erzgebirger sind natürlich einiges gewöhnt, was das Wetter betrifft. Der Lärm, den "Eberhard" am Sonntag Abend im Holzhauer Ortskern verursachte, war trotzdem Respekt einflößend. Der Sturm erreichte im Ort (Tal) eine Spitzengeschwindigkeit von 119 km/h. Dieser Wert wurde 21:30 Uhr gemessen. Danach brach der Sturm schlagartig in sich zusammen. 21:45 Uhr wurden nur noch Werte um 30 km/h festgestellt. 22 Uhr waren es sogar nur noch 15 km/h. Es war merkwürdig still.

Zwischen 22 und 23 Uhr frischte der Wind noch einmal auf. Es wurden Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 70 km/h protokolliert.

Zum direkten Vergleich: Beim Sturmtief "Friederike" haben wir 111 und 149 km/h gemessen.

Die Stürme vom Wochenende blieben natürlich nicht ohne Folgen. Am Montag Morgen konnte man schon vor 6 Uhr die ersten Motorsägen hören. In Holzhau gab es Schneefall, gegen 6 Uhr waren es etwa 2 Zentimeter. Der Winterdienst war ab 4 Uhr im Einsatz, hatte aber aufgrund der geringen Schneehöhe wenig zu tun. Derzeit (Montag 8 Uhr) herrscht weiterer starker Schneefall.

Die Freiberger Eisenbahn hat ihren Verkehrsbetrieb schon wieder einstellen müssen. In diesem Winter zeigt sich ganz deutlich, dass die Vorstellung der RP Eisenbahn, wie man eine Bahnstrecke sachkundig freischneiden muss, stark von der Wetterrealität im Erzgebirge abweicht. Möglicherweise hat man in einem Weinanbaugebiet ganz andere Erfahrungen mit dem Wetter. Wie uns von Winzern aus Rheinland-Pfalz mitgeteilt wurde, haben sich die dortigen Landwirte schon vor zwei Wochen mit der Getreideaussaat und dem Kartoffellegen beschäftigt. Zu dieser Zeit lagen bei uns noch 60 Zentimeter Schnee. An exponierten Stellen waren es sogar 2 Meter 60.

Nach aktuellen Informationen kann die FEG seit 7:40 Uhr auf der Strecke Freiberg-Mulda wieder fahren, Holzhau-Mulda wird weiterhin mit Schienenersatzverkehr bedient. Verspätungen sind aufgrund der Wettersituation, Schneefall, Verkehrsbehinderungen durch Sägearbeiten auf den Straßen... möglich.

Aus unserer Region ist nur eine "amtliche" Straßensperrung bekannt: "S184 Frauensteiner Straße, Grenzübergang Neurehefeld - Freiberg zwischen Weißenborn/Erzgeb. und Zug Sturmschäden, Gefahr durch mehrere umgestürzte Bäume, beide Fahrtrichtungen bis auf weiteres gesperrt, bis 11.03.2019 ca. 12:00 Uhr". (Quelle: Polizei Sachsen)

Holzhau.de hat die Information, dass rund um Holzhau kurzzeitig mehrere Straßen gesperrt waren. Allerdings werden / wurden die Störungen schnellstmöglich beseitigt.

Bei der Antennenanlage des Ortes sind mehrere Sender (ARD, ONE usw.) ausgefallen.

In Dittersbach (ST von Frauenstein) haben mehrere Haushalte keinen Strom mehr. 

Achtung: Der DWD hat soeben (8 Uhr) eine Wetterwarnung vor starkem Gewitter in Rechenberg-Bienenmühle herausgegeben! (Update: Es gab kein Gewitter, nicht mal ein leises Rumpeln)

Datierung der oben benannten Sturmtiefs:

  • "Kyrill" - 18. Januar 2007
  • "Mischka" - 9. Januar 2015
  • "Melli" - 21. März 2008
  • "Friederike" - 18. Januar 2018

Die Übernahme einer Namenspatenschaft für ein Tiefdruckgebiet inkl. Verlinkung zur eigenen Homepage kann man beim Institut für Meteorologie der FU Berlin beantragen, die Kosten betragen etwa 260 Euro.


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 11.03.2019
Aktuell: 20.03.2019
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