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"Eisheilige" schlagen in Holzhau gnadenlos zu - Kälteste "Lostage" seit 2007

(Veröffentlicht am 12.05.2020 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Eisheilige schlagen in Holzhau gnadenlos zu - Kälteste Lostage seit 2007 eisheilige holzhau schnee erzgebirge Der 12. Mai 2020 war ein optimaler Wintertag mit Schnee und blauem Himmel
Der 12. Mai 2020 war ein "optimaler Wintertag" mit Schnee und blauem Himmel

Die "Eisheiligen" haben im Mai 2020 mit aller Wucht zugeschlagen. Es begann mit einem gewaltigen Temperatursturz. Am 8., 9. und 10. Mai wurden noch Spitzentemperaturen zwischen 22 und 24 °C gemessen. Am Sonntag Nachmittag (10.5.) begann es leicht zu regnen. In den Abendstunden ging der leichte Regen für kurze Zeit in einen heftigen Schauer über.

Der Montag, 11. Mai, war das erste "Eisheilige" namens "St. Mamertus". Er begann mit Nieselregen und Nebel. In den Morgenstunden lag die Sicht für kurze Zeit unter 100 Meter. Am späten Nachmittag ging der Regen in Schneeregen und danach in dichten Schneefall über. Die niedrigste Temperatur lag bei -0,10 °C, die Tageshöchsttemperatur erreichte nur 11.6 °C. Am Abend gab es mehrere Donnerschläge. Die Gesamtniederschlagsmenge (flüssig) betrug 7.25 Liter/m².

Der Dienstag, "St. Pankratius", begann mit -2,6 °C, nahezu geschlossener  Schneedecke und einer ungefähren Schneehöhe von 2-4 Zentimeter (Ortsmitte, 630m üNN). Der Schnee war komplett durchgefroren und sehr schwer. Gewächshausdächer aus einfachen Stegplatten wurden durchgedrückt. Blumen, Stauden, Bäume und Sträucher bogen sich unter der Schneelast oder brachen zusammen. Das sehr schön blühende Beerenobst wird man in diesem Jahr (wieder) als Totalverlust betrachten können. Am Dienstag Vormittag setzte gegen 10 Uhr starkes Tauwetter ein. Der Schnee wurde kurz vor dem Schmelzen noch einmal richtig schwer und brach blühende Blumen und dünnere Äste mit Blättern ab. Am späten Nachmittag erreichte das Thermometer gerade mal 9.1 °C. "St. Pankratius" war also tagsüber kälter als "St. Mamertus", obwohl es am Montag schneite und am Dienstag Nachmittag nicht. Der Schnee vom Montag war im Wesentlichen wieder verschwunden. Die Gesamt-Niederschlagssumme (Regen inkl. Schmelzwasser) betrug 6.74 Liter pro Quadratmeter. Gegen 20:30 Uhr sanken die Temperaturen erneut unter den Gefrierpunkt.

Am Mittwoch, den 13.5.2020, "St. Servatius", blieb das Thermometer bis 7 Uhr unter 0 Grad. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch gab es eine reichlich zehnstündige Frostperiode. Bei  -3.1 °C erreichte sie kurz vor Mitternacht ihren Tiefstpunkt. Es fiel kein weiterer Niederschlag. Schon heute kann man beurteilen, dass es seit 2007 keine "Eisheiligen" mit derart niedrigen Temperaturen und so langen Frostperioden gab.

Bauernregeln zu den "Eisheiligen":

  • Pankraz und Servaz sind böse Brüder, was der Frühling gemacht, zerstören sie wieder.
  • Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist.

Auf der Webseite unserer Wetterstation (unten verlinkt) gibt es eine spezielle Seite mit Statistiken zu den "Eisheiligen". Aus ihr geht hervor, dass das Jahr 2020 von den kältesten "Eisheiligen" seit 2007 heimgesucht wurde. 2007 wurde die Wetterstation aufgestellt. Daher sind nur repräsentative Messwerte ab 24.2.2007 vorhanden.

Historische Vergleichswerte aus dem Monat Mai:

  • Mai 1569: Während der Obstbaumblüte gab es einen heftigen Wintereinbruch. Der darauf folgende Sommer wird immer wieder von Frostperioden unterbrochen.
  • "1787 den 14. Mai, Mittwoch nach Pfingsten lag der Schnee einviertel Elle hoch."
  • "1795 vom 8. bis 14. Mai Schneefall."
  • 1785 mußte noch am 2. bis 4. Mai die Landstraße bei Frauenstein ausgeschurt werden, um Fuhrleuten aus Olbernhau das Fortkommen zu ermöglichen.
  • 1935, am 1. Mai starker Schneefall bei minus 5 Grad Celsius. Danach eine kurze Erwärmung.
  • 1935, am 17. Mai wiederum Schneefall
  • "1941: Am 3. Mai hat es bei 5 Grad Kälte geschneit."
  • 1952, 9. Mai: Schneefall
  • 1952, 19. und 20. Mai: Schneefall und Temperaturen bis -6°C
  • 1965, 15.Mai : "70 Zentimeter Schnee auf dem Fichtelberg"
  • 1970, 1. Mai: Schneefall
  • 1980, 1. Mai: Schneefall, der Schneepflug ist nötig. Der Platz vor der Schule wurde ausgeschaufelt, um dort ersatzweise eine Maikundgebung abzuhalten. Auf den Umzug wird wegen des Schnees verzichtet.
  • 1985, 1. Mai: Alle Veranstaltungen müssen wegen der Schneemassen abgesagt werden.
  • 1990: Vom 26. bis 28. Mai 1990 gab es mehrmals Temperaturen zwischen 0° und - 3° Celsius. Die Triebe der Kartoffeln, Erdbeeren usw. erfroren. Auch die jungen vorhandenen Triebe der Waldbäume wie Buchen, Birken, Fichten waren schwarz geworden.
  • 2004, 23. Mai: Ein Foto zeigt das Holzhauer Oberdorf unter einer etwa 3 Zentimeter dicken Schneedecke
  • 2011: Nachdem es ab Mitte bis Ende April frühsommerlich und sehr warm gewesen war, bis zu 20 Grad, gab es am 3. und 4. Mai morgens Schnee, der aber schnell wieder weg ging. Nachts waren die Temperaturen teilweise auf leichte Minusgrade gesunken.
  • 2016, 16. Mai: Handyvideo vom Schneefall in Holzhau

Quellen:

  • "Möller-Geschichtspreis 2008/09" von Albrecht Kirsche
  • "Unsere Heimat", Jahrgang 1927, Heft 1, Nr. 2
  • private Aufzeichnungen von Martin Wagner, Holzhau
  • private Aufzeichnungen von Manfred Jachmann, Bienenmühle
  • private Aufzeichnungen der Familie Bellmann, Holzhau.
  • privates Foto von Uwe Günther, Pension Schmidt Oberholzhau

(Artikel wird aktualisiert, bis die "Eisheiligen" mit "St. Sophie" am 15.5.2020 durchgezogen sind)

Unsere Grafik zeigt den Temperaturverlauf vom 8. bis 11. Mai 2020. 


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 12.05.2020
Aktuell: 13.05.2020
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