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Nach "Eisheiligen" mit Schnee: 2020 ist kein Beerenjahr. Aronia, Brombeere und "Vogelbeere" trotzdem ertragsstark

(Veröffentlicht am 06.08.2020 • Geschätzte Lesedauer: 2-5 Minuten)

Nach Eisheiligen mit Schnee: 2020 ist kein Beerenjahr. Aronia, Brombeere und Vogelbeere trotzdem ertragsstark eisheilige spätfrost aronia himbeere blaubeere johannisbeere eberesche Holzhauer Aroniabeeren im August 2020
Holzhauer Aroniabeeren im August 2020

Die "Eisheiligen" haben im Mai 2020 punktgenau und mit aller Härte zugeschlagen. In Holzhau wurden Schneehöhen zwischen 5 und 10 Zentimeter gemessen. Die Tiefsttemperaturen erreichten am 12. Mai 2020 -2.6 °C (St. Pankratius, gemessen in der Ortsmitte und bei 2 Meter Messhöhe)

An den fünf "Eisheiligen" gab es vier Frosttage. Weitere Informationen zu den Temperaturkurven der Eisheiligen (seit 2007) haben wir am Ende dieses Artikels verlinkt: Die "Eisheiligen" in Sachsen: Der Temperaturverlauf von 2007 bis 2020.

In Holzhau blühten zu jener Zeit die Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren in den Gärten und die Blaubeeren im Wald. Die Ernte war dann bei den genannten Beerenarten äußerst schlecht. Die Johannisbeeren wurden vergleichsweise spät reif und hatten wenig Früchte. Noch schlimmer war es bei den Himbeeren und Stachelbeeren. Viel Blattwerk, kaum Früchte.

Die jungen Blätter der Buchen litten wochenlang unter Spätfrostschäden. In unserem Artikel "Was ist eigentlich mit den Buchen los?" (unten verlinkt) sind wir auf die Frostempfindlichkeit der verschiedenen Baumarten im Erzgebirge eingegangen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtete in den letzten Tagen aus Coswig, dass die Aronia-Ernte in diesem Jahr schlecht sei. (Unten verlinkt) Danach fiel uns auf, dass die Aronia in Holzhau dieses Jahr sehr gut trägt, und zwar an verschiedenen Standorten des Dorfes. Wir erklären uns das damit, dass die Aronia aufgrund der schlechten Wettersituation im Mai noch nicht geblüht hat und die Pflanzen dadurch keinen Schaden genommen haben. 

Es ist auffällig, dass die Ebereschen in diesem Sommer sehr reichlich Früchte tragen. Manche Bäume sind wegen der vielen Fruchtstände mehr ocker als grün.  Die Eberesche gehört zu den Baumarten, denen Spätfröste kaum etwas anhaben können.

Die Früchte der Eberesche sind übrigens keine Beeren, sondern kleine Äpfel. Die Pflanze zählt zu den Kernobstgewächsen bzw. Rosengewächsen. Die Blätter ähneln der  Esche, sind aber kleiner. Die Aromia gehört ebenfalls zu den Rosengewächsen und ihre apfelähnliche Frucht hat auch nicht viel mit einer "Beere" gemein.

Ertragsstark sind in diesem Jahr die Brombeeren. Auch sie gehören zu den Rosengewächsen. Das Jahr 2020 scheint in Holzhau ein "Rosenjahr" zu sein, denn die Rosen stehen in unserem Dorf in einer prachtvollen Blüte.

Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren gehören zur Pflanzengattung der Stachelbeerengewächse bzw. zu den Heidekrautarten.

Die Eberesche, im Erzgebirge "Vogelbeere" oder "Vogelbeerbaum" genannt, ist der "Nationalbaum" des Erzgebirges. Nach altem Aberglauben folgt ein strenger Winter, wenn die Ebereschen viele Früchte tragen. Nach unserem "Bauchgefühl" ist ein strenger, langer Winter längst überfällig.

Der letzte Winter hatte eine Kältesumme von nur 66.8 Kelvin und war ein "milder Winter" (Unten verlinkt: Kältesummen der Wetterstation Holzhau im Erzgebirge seit 2007). Die Kältesummen haben in den letzten 2 Wintern abgenommen. Eine ähnliche Entwicklung gab es von 2010 bis 2013. Danach stiegen die Kältesummen wieder an. Die zwei kältesten Winter (seit 2007) mit einer Kältesumme von jeweils über 400 K liegen 10 bzw. 11 Jahre zurück.



 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 06.08.2020
Aktuell: 20.08.2020
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