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Der erste Herbststurm des Jahres 2020 - DWD gibt Vorab-Wetterwarnung heraus (mit Updates)

(Veröffentlicht am 26.08.2020 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Der erste Herbststurm des Jahres 2020 - DWD gibt Vorab-Wetterwarnung heraus (mit Updates) kirsten herbststurm unwetter holzhau Wetter-Warnkarte vom 26.8.2020, Quelle: DWD.de
Wetter-Warnkarte vom 26.8.2020, Quelle: DWD.de

Hobbymeteorologen wissen es seit Tagen, die Medien publizieren es seit gestern: Tief "Kirsten" vertreibt den Sommer endgültig und der erste Herbststurm des Jahres 2020 steht vor der Tür. Für einen richtigen Herbststurm ist es eigentlich noch zu früh, denn der "Herbst" ist noch relativ weit entfernt.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Amateurwetterfrösche und Stormchaser zusammensaßen und über sensationsloses Wetter klagten.

Der Deutsche Wetterdienst DWD hat am Mittwoch Morgen eine "Wetterwarnung vor markantem Wetter" (Warnstufe 2) herausgegeben, die im Prinzip für ganz Deutschland gilt. Nur die Ostseeküste und der Schwarzwald sind momentan ausgenommen.

Für das Erzgebirge, große Teile Sachsens, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird vor Sturmböen und schweren Sturmböen bis Windstärke 10 gewarnt.

Zitat:

Amtliche WARNUNG vor STURMBÖEN, Mittwoch 26. August, 10:00 Uhr bis Donnerstag, 27. August 03:00 Uhr

Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 km/h (20m/s, 38kn, Bft 8) und 85 km/h (24m/s, 47kn, Bft 9) anfangs aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung auf. In exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen um 90 km/h (25m/s, 48kn, Bft 10) gerechnet werden. ACHTUNG! Hinweis auf mögliche Gefahren: Es können zum Beispiel einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände. (Quelle: DWD)

Es ist damit zu rechnen, dass diese Wetterwarnung im Laufe des Tages mehrfach aktualisiert wird. (Link zum DWD am Ende des Artikels)

In Holzhau werden zur Zeit fallender Luftdruck und stark zunehmender Wind gemessen. Selbst die Bäume im Tal sind schon in Bewegung, die Stämme schwanken. Zusätzlich kann eine markante Bewölkung beobachtet werden. Laut Niederschlagsradar dreht sich das Tiefdruckgebiet (9 Uhr) noch über England, Schleswig-Holstein, Schweden und Dänemark.

Am Donnerstag tritt eine vorübergehende Wetterberuhigung ein. Im Laufe des Freitags wird es wieder ungemütlich. Regen, Wind, ggf. Blitz und Donner werden uns wohl bis Sonntag auf Trab halten. Wir bedauern sehr, dass den Schulanfängern kein besseres Wetter beschieden sein wird.

Wir bitten um Beachtung.

Ein schwerer Herbststurm im August? Zugegeben, man muss ein paar Jahrhunderte zurückschauen, um etwas ähnliches zu finden. Wenn man die historischen Wetteraufzeichnungen nach "Sturm" oder "Orkan" durchsucht, tauchen die Begriffe meist im Zusammenhang mit "Herbst" oder "Winter" auf. Im August wurde von uns leider nur ein einziges Ereignis gefunden.

So soll sich, den Aufzeichnungen der Zeitzeugen Michael Hempel sowie Andreas Möller zufolge, am 14. August 1559 eines der schwersten Unwetter ereignet haben, welches die Stadt Freiberg jemals heimgesucht hat. In der Nacht davor habe es eine merkwürdige Lichterscheinung am Mond gegeben.

Flache Eiskristalle in der Atmosphäre erzeugten einen Ring (Halo) mit Spiegelungen und generierten einen "Nebenmond". In den mittelalterlichen Aufzeichnungen wird sogar davon geschrieben, dass die Lichterscheinung wie eine Hand ausgesehen habe. Was für ein Wetterereignis für die Menschen im Mittelalter!

Zitat: 

Am frühen Nachmittag des 14. August 1559 brach nach den nächtlichen Lichterscheinungen ein Unwetter über die Region Freiberg herein, wie es hier Generationen von Menschen noch nicht erlebt hatten. Es begann mit einem gewaltigen Sturmwind – einer Böenwalze – die so heftig war, dass ein schweres Pferdefuhrwerk auf dem Freiberger Obermarkt durchging und nach Möllers Schilderung dreimal in Panik den Markt umrundete.

Danach setzte ein Hagelunwetter ein, das Hagelkörner, manche „drei und dreiviertel Pfund“ schwer und "wie Boßkugeln", die meisten wie Hühner- und Gänseeier groß, auf die Stadt niederprasseln ließ.

Noch schlimmer traf es die Bobritzscher. Dort tobte sich ein regelrechter Tornado aus, der zahlreiche Gehöfte zerstörte, Dächer, Hausrat und zum Trocknen bzw. Bleichen aufgehängte bzw. ausgelegte Wäsche weit bis über den Tharandter Wald trug sowie eine große Anzahl fruchttragender Obstbäume ausriß.

Durch zahlreiche Blitzeinschläge entstand zudem Feuer in umliegenden Wäldern und Gebüschen. Menschenleben waren glücklicherweise nicht zu beklagen, jedoch gab es zahlreiche Verletzte.

Als Quelle zitieren wir: 

  • Private historische Sammlung von Egon Bellmann, Holzhau
  • FREIBERGER WOCHENSPIEGEL vom 12.08.2009, Seite 12, Dieter Schräbe

In Holzhau, nur zwei Jahrzehnte zuvor als Waldarbeitersiedlung gegründet, gab es zu jener Zeit noch keine Geschichtsschreibung. Ob die Herren von Schönberg auf der Burg Rechenberg Wetteraufzeichnungen machten, ist nicht überliefert. Daher sind in unseren Unterlagen keine Informationen zum oben beschriebenen Wetterereignis vorhanden.

Es ist für uns auch nicht nachvollziehbar, ob das Datum des Wetterereignisses schon einmal auf den neuen, gregoranischen Kalender umgerechnet wurde. Wäre die Aufzeichnung des 12.8.1559 noch nach dem alten, julianischen Kalender erfolgt, wäre es nach dem neuen Kalender der 24.8.1559. Die Kalenderreform fand auf Geheiß Papst Gregors im Oktober 1582 statt.

Sachsen stellte seinen Kalender aber erst im Frühjahr 1700 um, weil die protestantischen Landesfürsten nicht bereit waren, einem katholischen Kirchenoberhaupt zu folgen.

Update:
  • Gegen 10 Uhr wurden auf dem Brocken Windgeschwindigkeiten von 117 km/h gemessen. 
  • Gegen 11:30 Uhr sind auf dem Wetterradar die ersten Niederschlagsgebiete über Sachsen zu sehen
  • 12 Uhr: Das Tiefdruckgebiet bündelt sich über Schleswig-Holstein, Dänemark, Südnorwegen und Schweden. Aber auch über England werden die Wolken massiver.


Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 26.08.2020
Aktuell: 26.08.2020
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