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Landesamt für Straßenbau will keinen Fertigstellungstermin für die Muldentalstraße mehr nennen / Etwas Geschichte

(Veröffentlicht am 31.08.2020 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Landesamt für Straßenbau will keinen Fertigstellungstermin für die Muldentalstraße mehr nennen / Etwas Geschichte straßenbau holzhau s185 ampel erbgericht muldentalstraße verkehrsbau chemnitz lasuv Die feierliche Wiedereröffnung der Muldentalstraße fiel am 28.8.2020 leider aus
Die feierliche Wiedereröffnung der Muldentalstraße fiel am 28.8.2020 leider aus

Am vergangenen Freitag wurde bei Whatsapp gewitzelt "Nicht vergessen! Heute 11 Uhr: Feierliche Übergabe der fertig gestellten Muldentalstraße!".

Doch so richtig lachen konnte darüber niemand. Die Baustelle sieht trostlos aus und angesichts der wenigen Arbeiter, die an manchen Tagen mit dem Straßenbau beschäftigt sind, glaubt auch kaum noch jemand daran, dass die Straße in diesem Jahr fertig wird.

Die Bautafeln hat man in den vergangenen Tagen aktualisiert. Der frühere Fertigstellungstermin "August 2020" wurde auf "4. Quartal 2020" geändert.

Die "Freie Presse" hat am 28.8.2020 beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz "LaSuV" nachgefragt, warum die Straße nicht fristgerecht fertig wird. Ein Mehraufwand sei schuld an den Verzögerungen, heißt es. Unsere Gemeinde habe "zusätzliche Arbeiten" in Auftrag gegeben und der Baugrund sei anders als erwartet.

Der Artikel -unten verlinkt- endet mit der Aussage "Einen Termin für das Bauende konnte das Lasuv noch nicht nennen."

Die "Freie Presse" hatte für die Holzhauer Einwohner schon bessere Nachrichten, beispielsweise am 5.8.1987:

Auf 2800 m Landstraße Schwarzdecke aufgezogen. Holzhau.

Auf einer Strecke von 2800 Metern erhielt ein Teilstück der Landstraße Holzhau – Neuhermsdorf in Form einer Schwarzdecke neuen Belag. Die bauausführenden Kollegen der Bezirksdirektion Straßenwesen Karl-Marx-Stadt sind gegenwärtig dabei, Einbindungen von Waldwegen zum instand gesetzten Straßenabschnitt anzulegen. Unterstützt hatten den Straßenbau territoriale Betriebe. Das Ferienheim "Teichhaus" kümmerte sich um die Versorgung der Bauleute. Im nächsten Jahr wird ein weiteres Stück der Landstraße, etwa 1,8 km, generalüberholt.

Den zeitgeschichtlichen Aufzeichnungen von E. Bellmann zufolge wurde der Fußweg zwischen der Straße zum Skilift und Holzhau Mitte im Sommer 1987 mit dem Erdaushub vom Bau der Mittelschule Rechenberg errichtet. Die Aufschüttung begann am "Trafohaus der Möbelfabrik".

Ein knappes Jahr später, am 03.08.1988, schrieb die "Freie Presse":

Ausbau der L. I. O. 185 Holzhau abgeschlossen

Nach einiger Verzögerung durch Ausfall der Mischanlage in Freiberg wurde jetzt der grundhafte Ausbau auf einer Strecke von 4,7 Kilometern zwischen Holzhau und Hermsdorf abgeschlossen. Damit traten erhebliche Verbesserungen für die Kraftfahrer, die die Straße in Richtung Altenberg-Zinnwald benutzen, ein. Aber auch der Kraftverkehr, der täglich mehrfach im Linienverkehr diese Straße befahren muss, weiß diesen Straßenneubau zu schätzen.

Die Maßnahme war mit erheblichem Aufwand verbunden, da eine größere Strecke zwischen der Mischanlage Freiberg und der L.I.O. liegt (= Landstraße erster Ordnung). Etwa 8130 Tonnen Heißmischgut mussten über 40 km zur Baustelle transportiert werden. Die Realisierung dieser Maßnahme war nur durch die tatkräftige Unterstützung einer Vielzahl von Betrieben und LPG des Kreises möglich, die ihre Transportkapazitäten bereitstellten. Der Umfang aller Arbeiten an diesem Straßenabschnitt hatte einen Wert von 1,6 Millionen Mark.

Der Bau der Muldentalstraße ist ein geschichtlicher Vorgang, der die Gemeindeverwaltungen, Gemeinderäte, Einwohner und jeweiligen Regierungen etwa fünfzig Jahre lang beschäftigte. Der regionale Historiker und Kantor Naumann schrieb in Heft 13, Seite 196:

Die frühere einzige, alte holprige Straße zwischen Bienenmühle und Holzhau über Rechenberg war die heutige Alte Straße. Sie führte über Berg und Tal, daher war das Befahren mit schweren Lastfuhrwerken eine Plage für Menschen und Zugtiere. Zur Zeit des Bahnbaues bis Bienenmühle 1875/76 hatte die Leipzig-Dresdner-Eisenbahn-Gesellschaft freiwillig, die Herstellung einer Talstraße auf eigene Kosten auszuführen, sich erboten.

Das Angebot war aber von der Gemeindevertretung in Ermangelung eines Bedürfnisses abgelehnt worden.

Von Jahr zu Jahr wurde das Fehlen derselben von den Fuhrwerksbesitzern, besonders von Klötzerfuhrleuten, ganz bitter empfunden, zugleich die Erbauung energisch angeregt und dringend gefordert, deren Ausführung aber wegen der zu hohen Kosten und sonstiger Gründe immer scheiterte. 

Im selben Text schreibt Naumann von einer "sich vorzüglich rentierenden Fischzucht in den Teichen unterhalb des Rechenberger Erbgerichtes" und berichtet von der Zerstörung der Deiche (und damit auch der Teiche) durch das Hochwasser im Jahre 1897. Die Zerstörungen seien so gravierend gewesen, dass die Wiederherstellung nicht zu bezahlen war.

Einschub der Redaktion: Vielleicht sollte man bei den aktuellen Baumaßnahmen an solche Naturereignisse denken. Es wäre schade, wenn der neu errichtete Fußweg bei der nächsten Schneeschmelze in Richtung Freiberg weggeschwemmt würde.

Damit wurde der Weg für den Bau einer Muldentalstraße geebnet. Doch es folgen 15 Jahre Verhandlungen mit Bauern, Mühlenbesitzern, dem sächsischen Forst und anderen Beteiligten, um die Grundstücksangelegenheiten zu klären. Die Protokollbücher des Gemeinderates sind voll mit Berichten, Namen, Entschädigungssummen.

Übrigens: Das Wartehäuschen an der Bushaltestelle "Holzhau Mitte" wurde von den  Holzhauer Einwohnern in freiwilliger, unbezahlter Arbeit errichtet. Fertiggestellt wurde es im Jahr 1959. Der von den Bürgern erbrachte Wert betrug damals 5000 Mark. Ab diesem Zeitpunkt konnten sich die Schulkinder bei Wind, Regen und Schnee geschützt unterstellen. Quelle hierfür: Herbert Hoyer, private Aufzeichnungen)

 


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Erstellt: 31.08.2020
Aktuell: 31.08.2020
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