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Wetterrückblick September 2020: Ein ergiebiger Regentag rettet den Holzhauer Monatsdurchschnitt

(Veröffentlicht am 26.09.2020 • Geschätzte Lesedauer: 4-11 Minuten)

Wetterrückblick September 2020: Ein ergiebiger Regentag rettet den Holzhauer Monatsdurchschnitt regen wetter holzhau unwetter ruppendorf paulsdorf beerwalde großschirma Der größte Teil des September-Niederschlags fiel in Holzhau am 26.9.2020
Der größte Teil des September-Niederschlags fiel in Holzhau am 26.9.2020

Was taugen "Durchschnittstemperaturen" und "Niederschlagssummen", um das Wetter eines bestimmten Zeitraums realistisch abzubilden? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man den aktuellen Monat rückblickend bewerten will.

Der September 2020 war lange Zeit von einer gefühlten "Hitze" und einer real existierenden Trockenheit geprägt. In den ersten drei Wochen des Monats gab es nur an folgenden Tagen Niederschlag:

  • 4.9.2020 mit 1 Liter / m²
  • 5.9.2020 mit 1.03 Liter / m²
  • 10.9.2020 mit 1.04 Liter / m²
Nach den reichlich 3 Liter Regen pro Quadratmeter gab es bis zum 23.9.2020 eine lange Pause. Die anfangs noch recht zahlreich vorhandenen Pilze stellten vorübergehend das Wachstum ein und waren nur noch in feuchteren Waldgebieten, zum Beispiel in den tschechischen Hochmooren, zu finden. (Der anfängliche Pilzreichtum basierte auf dem Regen der letzten Augusttage.)
 
Am 23.9. fielen in Holzhau -immerhin- 3,62 Liter pro Quadratmeter. Unsere Region blieb von den Unwettern im Erzgebirge verschont. In der Freiberger Mulde stieg der Wasserpegel trotzdem sprunghaft an. Unterhalb von Freiberg war die Mulde ein braunes, vorübergehend doch recht reißendes Gewässer. Wo der Ackerboden weggespült wurde, der für die Verfärbung des Muldenwassers ursächlich war, konnten wir leider nicht herausfinden.
 
Auf dem Wetterradar waren kurz nach dem Mittag zwei markante Gewitterzellen über dem Fichtelberg-Keilberg bei Oberwiesenthal und über Brandov bei Olbernhau zu sehen. Beide Gewitterzellen zeigten Werte am oberen Skalenrand und die berüchtigten "schwarzen Kreuze".
 
Da in Holzhau wenig Spektakuläres geschah, verweisen wir auf einen detaillierten Bericht der erzgebirgischen Stormchaser von frontgewitter.de (Unten verlinkt). Sie folgten den Unwetterzellen, fertigten eine Reihe von Fotos an und erwähnen unwetterartige Niederschläge bei Beerwalde und Ruppendorf / Paulsdorf.  Man kann auf den Fotos erkennen, wie der frisch bearbeitete Acker weggespült wurde und eine Schlammlawine entstand. (Aber das hat mit der Freiberger Mulde nichts zu tun).
 
Es wird von 30-40 Liter Regen in nur einer Stunde geschrieben. Wir haben am 26.5.2009 an der "Halben Metze" bei Cämmerswalde selbst gefilmt, wie ein Acker nach einer solchen Niederschlagsdichte weggespült wurde. Daher sind die Bilder aus Ruppendorf glaubhaft und nachvollziehbar.
 
Doch wie bereits erwähnt: Solche Niederschlagsmengen kamen an jenem Mittwoch in Holzhau nicht an. Es kann auch kein Messfehler unserer Wetterstation vorliegen. Unsere "Backup-Wetterstation", eine einfache Schubkarre, enthielt nur sehr wenig Wasser. :-D
 
Am letzten Wochenende des Septembers 2020 gab es dann in Holzhau so viel Niederschlag, dass der Monat vom "extrem trockenen" zu einem "absolut durchschnittlichen" wurde:
  • 25.9.2020 mit 12.44 Liter pro m²
  • 26.9.2020 mit 46.62 Liter pro m²
Damit schafft es der September 2020 auf insgesamt 8 Regentage und einen Gesamtniederschlag von 67.34 Liter/m². Die Niederschlagsmenge ist  -rein statistisch- im Mittelfeld, während die Zahl der Regentage nur für den vorletzten Platz reicht.
 
Um diese Zahlen richtig einzuordnen, liefern wir für Holzhau folgende Vergleichswerte:
  • Im gesamten Monat September 2009 fielen bei 9 Regentagen 37.9 Liter/m² (bisheriger Trockenheitsrekord für den Monat September seit 2007)
  • In den Jahren 2018, 2017, 2012, 2015, 2008 und 2011 fiel im September weniger Regen als 2020, und zwar mit Werten von etwa 40 bis 60 Liter
  • Rekordhalter ist der September 2007 mit etwa 163 Liter/m² (bei 18 Regentagen)
  • Die meisten Regentage gab es im September 2013 mit 21, gefolgt von 9/2014 mit 19 sowie 2007 und 2017 mit jeweils 18. 
  • Die wenigsten Regentage wurden in 9/2016 festgestellt. Es waren 7, an denen insgesamt 90.13 Liter fielen. Der meiste Regen fiel am 17.9.2016 (ca. 38 Liter), gefolgt vom 4. und 5. September 2016 mit je 16-18 Liter. Der Rest fiel am 16., 18., 19. und 21.
Die recht ungleiche Verteilung des Niederschlags führt dazu, sich die Frage zu stellen, welche Aussagekraft Niederschlagssummen bei der Bewertung des Wetters in einem gesamten Monat haben.
 
Den Menschen wird im Gedächtnis bleiben, dass der September 2020 sehr warm und trocken war. Dass der Niederschlag eines Tages ausreichte, um den Monat wieder auf den statistischen Mittelwert zu bringen, wird man bald vergessen haben.
 
Dazu noch ein paar Zahlen: So gab es allein am 26.9.2020 mit 46 Litern Regen mehr Niederschlag als in den gesamten Septembermonaten der Jahre 2009 und 2018. Zwei Liter am 26.9.2020 mehr und die Jahre 2012 und 2017 würden ebenfalls in diese Kategorie fallen.
 
Schauen wir auf die Temperaturen des Monats. Gefühlt war es ja sehr warm. Real gemessen hingegen gab es in diesem Monat keinen einzigen Hitzetag mit Temperaturen über 30 °C. Es wurden 8 Sommertage mit Temperaturen über 25°C gemessen. Es gab gleichzeitig 21 Heiztage, an denen die Tagesdurchschnittstemperatur unter 15°C blieb.
 
Ein Blick auf unsere "Extremwerte-Tabelle" zeigt, dass es nur der 16.9.2020 mit 29.2 °C in die Liste der ewigen Top Ten (Seit 2007) geschafft hat. Es reicht für Platz 8 der höchsten Septembertemperaturen seit 2007.
 
Die Durchschnittstemperatur des 9/2020 genügt mit 13.05°C für den dritten Platz - mit fast 1.5 °C Rückstand zum September 2017. Mitte des Monats war der 9/2020 für kurze Zeit Spitzenreiter bei den Durchschnittstemperaturen.
 
Natürlich war der aktuelle Monat "wärmer als der Durchschnitt". Die seit 2007 errechnete Durchschnittstemperatur für den Monat September liegt aktuell bei 11.67 °C. Ein niedrigerer Durchschnittswert begründet sich schlicht daraus, dass es in jüngster Vergangenheit auch wesentlich kältere Septembermonate gab, wie den 9/2010 oder den 9/2007 mit 9.47 °C und 9.71 °C. 
 
Seit 2007 gab es eine ganze Reihe von Septembermonaten, in denen kein einziger Sommertag (25+x °C) oder gar Hitzetag (30+x °C) gemessen wurde:
  • 2007
  • 2009
  • 2010
  • 2013
  • 2017
Rekordhalter bei den Heiztagen sind die Jahre 2010, 2017 und 2019 mit 30, 29 und 30 Tagen. Die meisten Frosttage gab es 2008 mit 5. 2018 und 2013 gab es davon 3. Ein oder zwei Frosttage sind "Durchschnittswert". Es gab in den letzten 13 Jahren 4 September mit null Frosttagen.
 
Und obwohl man im September 2020 mehrmals die Scheiben des KFZ abkratzen musste - für einen "richtigen", "genormten Frosttag", "gemessen in 2 Meter Höhe", reichte es nicht. Am 28.9.2020 blieb das Thermometer gegen 2 Uhr bei 0.6 °C stehen und bewegte sich danach wieder nach oben. Das war gleichzeitig die tiefste Temperatur des Septembers 2020. Das Eis auf den Autoscheiben bildete sich in diesem Monat nur wegen der "Windkühle" und des niedrigen "Taupunktes".
 
Die Messwerte und Auswertungen für 9/2020 beziehen sich auf einen Zeitraum vom 1.9. bis 28.9.2020. Die beiden letzten Tage werden per Update nachgereicht.
 

 
 
 
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Erstellt: 26.09.2020
Aktuell: 30.09.2020
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