hotel online buchen
www.holzhau.de: Das Onlinemagazin für Einwohner und Touristen am 26.10.2020
Echt Erzgebirge

Aktuelle Wetterdaten
25.10.2020 | 10:15 Uhr

9.8°C

24-Stunden ⌀: 8.174 °C
30-Tage ⌀: 7.834 °C
Luftdruck rel: 1,007.4 hPa
Luftfeuchte rel: 91 %

Wetterstation Holzhau 615m üNN

Hotels | Pensionen | Ferienwohnungen | Ferienhäuser | Freizeitangebote | Unternehmen | Veranstaltungen | Angebote
WebCam Holzhau | WebCam Skilift | Oberholzhau | Wettergrafik | Wetterdaten | Schneehöhen | Fahrplan H-FG | FG-H

Trotz "Corona-Risikogebiet" - Reisen von Sachsen nach Tschechien und zurück sind weiterhin möglich

(Veröffentlicht am 02.10.2020 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Trotz Corona-Risikogebiet - Reisen von Sachsen nach Tschechien und zurück sind weiterhin möglich  tschechien grenze reisen urlaub grenzverkehr sachsen coronavirus infektion grenzschließung ausnahmezustand Leere Parkplätze vor tschechischen Geschäften - Die deutsche Kundschaft ist verunsichert
Leere Parkplätze vor tschechischen Geschäften - Die deutsche Kundschaft ist verunsichert

Die Meldungen aus Deutschland und Tschechien haben sich in den letzten Tagen überschlagen und sorgten bei den Menschen auf beiden Seiten der Grenze für große Verwirrung. Aus Tschechien meldete man Rekordzahlen bei den Neuinfektionen und erwägte die erneute Ausrufung eines 30 Tage dauernden Notstandes. Mit dem Begriff "Notstand" verbinden viele Erzgebirger die erneute Grenzschließung.

Das deutsche Robert-Koch-Institut erklärte erst den Großteil Tschechiens und zwei Tage später ganz Tschechien zum "Risikogebiet".

Die Bundesregierung blieb bei ihren Anweisungen für den Besuch von Risikogebieten: Ein neuer Coronatest innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise, Quarantäne oder die Vorlage eines negativen, maximal 48 Stunden alten Coronatests.

Hinzu kam die widersprüchliche Äußerung der Bundespolizei, dass man bei der Einreise von Tschechien nach Sachsen keine Kontrollen durchführen werde. 

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte am vergangenen Dienstag, man werde die -von der Bundesregierung zur Pflicht erklärten- Coronatests nicht durchsetzen, wenn die Reisenden kürzer als 48 Stunden in Tschechien gewesen seien.

Tschechien meldet fast jeden Tag neue Infektionsrekorde. 3493 Neuinfizierte sind am gestrigen Donnerstag registriert worden. Das sind reichlich 330 Personen pro Million Einwohner. In Deutschland mit seinen 81,5 Mio Einwohnern entspräche das 27112 Neuinfizierten pro Tag.

Das Thema "Ausnahmezustand" ist bei den tschechischen Politikern noch nicht vom Tisch. Es scheitert momentan an den Oppositionsparteien. Das tschechische Gesundheitsministerium berät derweil über eine Registrierungspflicht bei Gaststättenbesuchen.

Die Bürger diskutierten in Sachsen recht lebhaft über die widersprüchlichen und verwirrenden Informationen. Auch die Berufspendler aus Tschechien waren in die Gespräche involviert. Man begrüßte sehr, dass der "kleine Grenzverkehr" weiterhin möglich sein soll, dass die Grenzen generell offen bleiben und dass Menschen aus Tschechien in Sachsen arbeiten dürfen.

Mittlerweile würde man ja im Erzgebirge nicht mal mehr die "Freie Presse" ins Haus geliefert bekommen, wenn unsere tschechischen Nachbarn nicht bei Wind, Wetter und nachts die Zeitungen in Holzhau verteilen würden. Denken wir auch an die tschechischen Mitarbeiter in den erzgebirgischen Restaurants. Sie fahren, nachdem der Tourist in sein Hotelbett gesunken ist, über den unbeleuchteten, kurvigen Erzgebirgskamm und haben einen Heimweg von bis zu 30 Kilometer vor sich.

Für viel Gesprächsstoff sorgte der Vorschlag mit den "48 Stunden Aufenthalt in Tschechien". Die Erzgebirger witzelten, das Coronavirus sei mittlerweile so intelligent, dass es die deutschen Reisenden erst nach 48 Stunden und 1 Minute infizieren würde. Tschechische Touristen würden hingegen schon nach 24 Stunden und einer Minute infiziert.

Andere Erzgebirgsbewohner vertraten die Ansicht, 48 Stunden Pilze suchen seien in menschenleeren tschechischen Wäldern weniger riskant als eine fünf Minuten dauernde S-Bahn-Fahrt durch Berlin.

Man sieht: Auch nach einem halben Jahr "Corona-Schutzmaßnahmen" ist der Humor der Erzgebirger noch nicht gebrochen.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte gegenüber dem MDR, es werde in unserem Freistaat keine Verschärfung der Corona-Regeln geben. Die drei Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt weigern sich offenbar, den von der Bundesregierung vorgegebenen Corona-Kurs in vollem Umfang mitzutragen. 

Hier noch einmal in Kurzform, was in den letzten Tagen tatsächlich beschlossen wurde:

Tschechien und Sachsen haben sich Ende September darüber geeinigt, wie der Grenzverkehr zwischen beiden Ländern ab dem 1.10.2020 stattzufinden hat.

"Kurzfristige Besuche" sind ohne Einschränkungen erlaubt. "Corona-Schutzmaßnahmen" finden bei der Wiedereinreise nicht statt. Wer als Deutscher nach Tschechien fährt, darf sich 48 Stunden im Nachbarland aufhalten. Tschechische Bürger dürfen 24 Stunden nach Deutschland reisen. Wenn die Reise länger dauert, muss man sich danach entweder einem Corona-Test unterziehen oder die mehrtägige häusliche Quarantäne einhalten.

Am Donnerstag Abend, den 1.10.2020, veranstalteten wir eine "Testfahrt" durch Tschechien und passierten vier Grenzübergänge. An keinem Grenzübergang, auch nicht im näheren Umfeld, war Polizei vor Ort. Es waren sehr wenige deutsche Fahrzeuge unterwegs, was möglicherweise aus "Wochentag", "Abend" und der aktuellen Unsicherheit resultiert. Es wird schließlich immer noch das Gerücht verbreitet, die Grenzen seien geschlossen.

Wie man bei den Reisenden überprüfen will, wie lange sie sich im jeweiligen Nachbarland aufgehalten haben, ist der Holzhau.de-Redaktion zur Zeit noch unklar. Wenn man als Wanderer ohne Smartphone und Navigationssystem unterwegs ist, dürfte der Beweis schwer werden. Aber wir wollen auch keine schlafenden Hunde wecken... 

Quellen: Radio.cz, mdr.de, sachsen.de


 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Erstellt: 02.10.2020
Aktuell: 02.10.2020
Seitenaufrufe: 366
Ähnliche Themen: Tschechien Grenze Reisen Urlaub Grenzverkehr Sachsen Coronavirus Infektion Grenzschließung Ausnahmezustand
Leserbriefe, Kommentare und Meinungen zu diesem Artikel


Wir verwenden einen so genannten Cookie, um unsere Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen an unsere Werbepartner weiter. Unsere Partner führen die Informationen möglicherweise mit anderen Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Ihre Einwilligung zu unserem Cookie, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.