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Über das Thema "Gemeinde-Hochzeit" Rechenberg-Bienenmühle - Neuhausen

(Veröffentlicht am 11.12.2006 • Geschätzte Lesedauer: 2-6 Minuten)

In den letzten Tagen geisterten Meldungen durch die regionale Presse, welche den normalerweise gut informierten Bürger etwas verwunderten. Eine Gemeindezusammenlegung mit Neuhausen und Seiffen? Nur noch ein Fremdenverkehrsamt in Seiffen? Geheimverhandlungen der Bürgermeister?

Ratlosigkeit macht sich breit, Kopfschütteln allerorten. Manch einer legt da die Zeitung auf den Kopierer und heftet sich das vorsichtshalber ab. Man weiß ja nie. In der Zeitung hat schließlich schon so manches gestanden, was hinterher niemand gesagt haben will.

Tatsache ist, dass die Zusammenlegung der Erzgebirgsgemeinden keine neue Idee ist. Schon Rechenbergs Bürgermeister Hans May erregte in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinem Projekt "HoReNaCC" die Gemüter. "HoReNaCC" heißt weiter nichts als "Holzhau, Rechenberg-Bienenmühle, Nassau, Clausnitz und Cämmerswalde".

Die Burgherren zu Neuhausen und Rechenberg waren vor hunderten von Jahren irgendwie miteinander verwandt und verbandelt, hatten zeitweise sogar den gleichen Namen. Der brave Holzfäller oder Bauer musste für die Herren im Schloß Fronarbeit leisten. Das heutige Holzhau wurde als "Stockraum" von den Neuhausener Schlossherren zum Zweck der Holzgewinnung verkauft. Eine Gemeindereform fügt wieder zusammen, was einen Ursprung und eine gemeinsame Geschichte hat. Hätten unsere Vorfahren vor ewiger Zeit nur bis zum nächsten Bergrücken gedacht, wäre der erzgebirgische Urwald nie gerodet worden.

Der Bürger fordert vom Staat zu Recht, dass mit Steuergeldern sorgsam und zweckmäßig umgegangen wird. Warum soll man also die Gemeindeverwaltungen nicht zusammenlegen ? Erst recht unter dem Gesichtspunkt einer ständig schwindenden Einwohnerzahl ? Wieviel Verwaltung will sich der steuerzahlende Einwohner finanziell leisten? In einer Großstadt gibt es auch nicht für jeweils zweitausend Einwohner einen Bürgermeister. Mit dem Vergleich zu amerikanischen Verhältnissen möchte ich gar nicht erst anfangen, wo ein Bürgermeister -wie in New York- bis zu 18 Mio. Einwohner zu managen hat.

Sehr oft wird das Argument vorgebracht, man habe lange Wege zurückzulegen, wenn man ins Rathaus müsse. Ehrlich gesagt: Müsste man nicht aller 10 Jahre einen neuen Ausweis beantragen, käme ich persönlich noch seltener ins Rathaus.  Wer arbeitslos ist oder ein Auto anzumelden hat, muss ohnehin seit mehr als 15 Jahren ca. 30 Kilometer Richtung Norden fahren. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber es wäre sicher für den Bürger praktischer, wenn Arbeits- und Gemeindeamt die Plätze tauschen würden und man das Arbeitsamt im Ort hätte.

Angesichts hoher Treibstoffpreise gilt ja heute schon: Möglichst vieles erledigen, was auf dem Weg liegt. In Zukunft werden wir noch ganz andere einschneidende Maßnahmen erleben müssen: Geringere Bevölkerungszahlen führen zu einem nachlassenden Bedarf an Ärzten, Apotheken, Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten, öffentlichem Nahverkehr, Polizei, Rettungswagen, Bankfilialen. Und wenn sich diese Spirale weiterdreht, folgt daraus wieder ein Rückgang an Arbeitsplätzen und ein noch stärkerer Abwanderungszwang junger Leute.

Es wird im nächsten Jahrzehnt vielleicht schon problematisch, das Wintertourismusgeschäft mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen und ausreichend freiwillige Helfer für die Organisation von Wintersportveranstaltungen zu finden ? Heute ist es doch schon so, daß  frühere Holzhauer zur Absicherung des Skifaschings extra aus den alten Bundesländern anreisen.

Ein weiteres Argument der "Gemeindereformgegner" ist, daß nur ein regional verwachsener Bürgermeister die Interessen seines Ortes vertreten könne. Nun ja, dafür gibt es doch die Bürgermeisterwahlen. Wenn sich aber -wie bei den letzten Wahlen- gar niemand bereit erklärt, sich einer Wahl zum Bürgermeister zu stellen und die Verantwortung für sein Dorf zu übernehmen, kann es mit diesem Argument auch nicht sehr weit her sein. Was nutzt ein derartiges Scheinargument, wenn sich niemand darum drängt, diesen Posten auszufüllen ?

Glauben Sie mir: Die Gemeindereform wird kommen, ganz gleich mit welchen Partnern.  Sie ist aus den oben genannten  Gründen die einzige logische Konsequenz aus der heutigen und zukünftig zu erwartenden Situation. (Die von manchen Bürgern befürworteten Lösungen "Zupflanzen", "Aufforsten" oder "Talsperrenbau" möchte ich hier ganz bewußt weglassen.)

Rechnungen, die der Bürger zu bezahlen hat, werden Ihnen auch nach der Gemeindereform mit Sicherheit ganz pünktlich zugestellt. Da ist es dann auch gleich, von welchem Ort sie verschickt werden...

 

Mit freundlichem Augenzwinkern,

 

Ihr Tino Bellmann

 

 

 

 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 11.12.2006
Aktuell: 23.02.2016
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