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Über den Holzhauer Tellerrand geschaut: Nachbar-Skigebiet Altenberg führt freiwillige Loipen-Maut ein

(Veröffentlicht am 17.12.2006 • Geschätzte Lesedauer: 3-8 Minuten)

Über den Holzhauer Tellerrand geschaut: Nachbar-Skigebiet Altenberg führt freiwillige Loipen-Maut ein loipenmaut gebühr kosten altenberg tageskurtaxe kurtaxe Der zitierte Zeitungsartikel im Döbelner Anzeiger
Der zitierte Zeitungsartikel im "Döbelner Anzeiger"

Wie der "Döbelner Anzeiger" in seiner Ausgabe vom 16./17.12.2006 auf Seite 8 schreibt, stellt die Bergstadt Altenberg so genannte "Loipen-Automaten" in ihrem Skigebiet auf. Die Skiläufer sollen sich mit einer freiwilligen Abgabe an den ca. 30000 Euro Kosten der Loipenpräparation im Skigebiet Altenberg beteiligen.

Aus Oberwiesenthal kenne ich aus dem Jahr 2003 "Tages-Kurtaxe-Automaten" an der Skiloipe. Ob diese genutzt wurden und die Anschaffungskosten bereits gedeckt sind, ist mir leider unbekannt.

Eine "Loipen-Maut" oder "Tageskurtaxe" wird auch im Holzhauer Skigebiet seit Jahren diskutiert. Pro Jahr fallen Kosten in fünfstelliger Höhe an. Allerdings scheiterte sie bisher an verschiedenen und immer noch ungeklärten Problemen.

Beispielsweise fehlt bei den Eigentümern der Grundstücke das Verständnis dafür, daß sie auf ihrem grundsteuerpflichtigen Grund und Boden den Wintersporttourismus dulden sollen und die Gemeindeverwaltung dort "Loipen-Maut" kassieren will. Das wird nicht nur von den Privatpersonen kritisch gesehen. Auch der Staatsforst als größter Grundstückseigentümer hat große Bedenken gegenüber einer Abgabe für Wintersportler, welche die Gemeinden kassieren wollen.

Ein anderer Interessenkonflikt besteht zwischen Jägern, Jagdpächtern und Wintersportlern. Jäger haben einen staatlich vorgegebenen Abschußplan, den sie erfüllen müssen. Sie zahlen Jagdpacht an die Vereinigung der Jagdpächter, denen die zu bejagenden Grundstücke gehören. An den bestehenden Vertragsverhältnissen ist der Wintersport nicht beteiligt. Nach den unschönen Auseinandersetzungen zwischen Jägern und Wintersportlern in der regionalen Presse mußten im Holzhauer Skigebiet Loipen auf Jagdflächen zurückgebaut werden.

Die größten Probleme sind die Kassierung und die Möglichkeiten der Überprüfung. Es ist der Gemeindeverwaltung nicht möglich, die Zahlung der "Loipenmaut" direkt in den Skiloipen vorzunehmen und zu kontrollieren. Angesichts von 50-80 Kilometern Skiloipe durch Wald und Feld ist das in der Praxis nicht durchführbar.

Am 23.4.2004 fand im Hotel "Lindenhof" eine Versammlung statt, in der unserem Bürgermeister Werner Sandig Vorschläge zur Kassierung einer freiwilligen "Loipen-Maut" unterbreitet wurden. (Siehe Archiv Holzhau.de, 2004) Schade, daß die Realisierung in unserer Gemeinde bisher nicht möglich war. Offenbar ist der finanzielle Druck in der Gemeinde Rechenberg nicht ganz so groß, sonst wären die Vorschläge bestimmt ernsthafter diskutiert worden.

Altenberg macht jetzt den Anfang und damit zumindest den Versuch, das Finanzloch auf freiwilliger Basis zu stopfen. Glaubt man den Äußerungen unserer begeisterten Wintersportler, wäre mancher Tourist gern bereit, für eine sauber präparierte Loipe freiwillig etwas zu bezahlen. 

Glaubt man dagegen unseren Parkplatzbetreuern, entdecken besonders die Sportler mit der teuersten Skiausrüstung ihre Leidenschaft zum Sparen, wenn sie in der Loipe unterwegs sind. Parkgebühren in angemessener Höhe werden dann sofort als "Wegelagerei" empfunden.

Mancher Tourist gräbt sich lieber stundenlang einen illegalen Privatparkplatz im Wald, statt einen oder zwei Euro für einen sauber geschobenen Parkplatz zu opfern. Holzhau.de liegen Fotos von Fahrzeugen vor - es wird mittlerweile sogar direkt auf der Loipe geparkt. Falls die Polizei tatsächlich einmal Strafzettel verteilt, wird das ebenfalls als Unverschämtheit empfunden. Sobald die Touristen in der Loipe unterwegs sind, interssiert es sie nicht mehr, ob Schneepflüge, Busse oder Rettungsfahrzeuge an ihren illegal abgestellten Fahrzeugen vorbeikommen oder nicht.

Wir werden sehen, ob sich das System in Altenberg bewährt oder ob die Wintersportler in Scharen in andere Skigebiete (wie Holzhau) wechseln.

Trotz allem: Skilanglauf ist ein "Volkssport" und sollte deshalb auch für weniger betuchte Bürger bezahlbar bleiben. Und bevor bezahlt werden muß, sollten alle anderen Probleme geklärt sein.

Vielleicht wäre die Finanzierung der Loipenpräparierung einfacher, wenn die Bürokratie hier einmal den Blick für´s große Ganze hätte und mit gesundem Menschenverstand rechnen würde: Die Kosten für die Loipenpräparation sind für den Staat wahrscheinlich immer noch günstiger als die finanzielle Absicherung von Einwohnern, die im Winter keine Beschäftigung haben. Die erzgebirgische Tourismusindustrie braucht das Wintergeschäft ganz dringend. Der Winter kann eigentlich gar nicht lang genug sein. Ohne Loipen und Skigebiete gibt es aber keinen Tourismus.

Oder wollen wir das ganze Kostenproblem noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten ? Wenn an einem Wochenende 1000 Autos mit Wintersportlern nach Holzhau fahren, dabei eine durchschnittliche Wegstrecke von 120 km zurücklegen und einen Benzinverbrauch von 7 Litern / 100 km haben, ergibt das bei einem Benzinpreis von 1.20 Euro eine Summe von über 10000 Euro. Rechnet man jetzt Umsatzsteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer (und was-weiß-ich-was-noch-Steuer) heraus, bleiben den Ölunternehmen rund 3500 Euro, während im Steuersäckel des Staates etwa 6500 Euro klingeln. Das ist doch ein gutes Geschäft, denn die Leute wären ohne das Angebot, Ski fahren zu können,  zu Hause geblieben.

Sicher könnte man die Kosten auch senken, indem die Dienstleistung zur Präparation der Skiloipen öffentlich ausgeschrieben wird und der Auftrag an den günstigsten privaten Anbieter geht. Der kommt dann schlimmstenfalls aus dem südlichen Nachbarland. Warum nicht ? Alle Gewerbetreibenden haben mit der Konkurrenz aus dem Ausland zu leben. Warum sollte das nicht auch für das "Loipenpräparationsmonopol" gelten ?

Der kulturelle und gesundheitsfördernde Wert des Skilanglaufs ist unbestritten. Schon das allein sollte dem Staat (oder den Krankenkassen ?) pro Jahr eine fünfstellige Summe wert sein. Umgerechnet auf die Zahl der Wintersportler pro Saison ist das schließlich "ein Klacks".

Sonst müßte manches andere "Kulturgut" auch auf den "Kosten-Nutzen-Prüfstand"...

Mit freundlichem Augenzwinkern - Ihr Tino Bellmann 

 


Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 17.12.2006
Aktuell: 23.02.2016
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