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Ausflugs- und Wandertipp: Das Mückentürmchen in Fojtovice (Komáří hůrka, Komáří vížka 807.5 m ü. NN)

(Veröffentlicht am 15.10.2007)

Ausflugs- und Wandertipp: Das Mückentürmchen in Fojtovice (Komáří hůrka, Komáří vížka 807.5 m ü. NN) mückentürmchen mückenturm fojtovice pultscholle pultschollengebirge erzgebirge wanderung Das Mückentürmchen bei Fojtovice
Das Mückentürmchen bei Fojtovice

Das Erzgebirge ist ein Pultschollengebirge, oder anders gesagt: Eine riesige, schräg in der Erdoberfläche steckende Platte. Im Sommer kaum erkennbar, steigt das Erzgebirge südlich der B101 leicht, aber kontinuierlich an. Erst im Winter bemerkt man, dass die Schneehöhe mit jedem Kilometer in Richtung Süden wächst. Als Tourist, aber auch als Einwohner, verliert man schnell das Gefühl, in welcher Höhenlage man sich eigentlich befindet.

Hätten Sie geglaubt, dass der weithin sichtbare "Burgberg" bei Burkersdorf / Frauenstein niedriger liegt als die Talstation des Holzhauer Skiliftes?

Wie wäre es deshalb mit einem Ausflug zur Bruchkante des Erzgebirges, mit einem beeindruckenden Blick auf steil abfallende Hänge, das Böhmische Becken und das Böhmische Mittelgebirge?

Einen attraktiven Aussichtspunkt bietet mit 806m ü. NN die Steinkuppe in Holzhau. Sie befindet sich wenige Wanderminuten hinter der "Fischerbaude" bzw. "Pension Schmidt" in Oberholzhau. Leider steht die Steinkuppe nicht direkt an der Bruchkante des Erzgebirges. Zusätzlich ist der Blick in Richtung Süden durch den umliegenden Wald versperrt. Trotzdem ist die Aussicht auf die Holzhauer Ortsmitte beeindruckend. Immerhin beträgt der Höhenunterschied zum Freiberger Muldental reichlich 200m. Selbst zu den Bergstationen unserer Skilifte sind es 60-70 Meter Höhenunterschied.

Einige Kilometer östlich von Holzhau befindet sich das mit 807,5m etwa gleich hoch liegende "Mückentürmchen" (Komáří Vížka) auf dem "Mückenberge" (Komáří hůrka). Im Gegensatz zur Steinkuppe ist der Gipfel des Mückenberges nicht bewaldet und es gibt eine Aussichtsplattform mit direktem Blick auf das südliche Erzgebirge.

Da es früher ein zweisprachiges Gebiet war, sind die Ortsnamen nach wie vor in tschechisch als auch in deutsch geläufig. Das Mückentürmchen (Komáří Vížka) liegt zwischen Fojtovice / Voigtsdorf und dem Wallfahrtsort Krupka / Graupen.

Der aus der Ferne kirchenähnliche Turm des Mückentürmchens soll der letzte Rest eines Zinnbergwerkes sein. Der Bergbau begann schon sehr früh, also im 12. und 13. Jahrhundert. Die Glocke der Bergleute, welche seit 1554 im Turm ihren Dienst tat, wurde im Ersten Weltkrieg vernichtet (eingeschmolzen).

Vom Mückenturm (Komáří hůrka) aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf das mehrere hundert Meter tiefer liegende Böhmische Becken, direkte Sicht  auf die Kur- und Bäderstadt Teplice / Schönau mit dem Schloßberg (Zamek Teplice). Im Hintergrund ist der der kegelförmige Donnersberg / Milleschauer zu erkennen. Nach links bietet sich ein Blick auf die Stadt Usti nad labem, das Osterzgebirge und das Elbtal.

In den letzten Jahrhunderten hat sich auf den weitläufigen, geraden Flächen südlich des Erzgebirgskammes vieles ereignet. Die ersten großen Schlachten Kaiser Heinrichs III. wurden hier um 1040 nach Christi ausgetragen. Erinnert sei auch an den viermaligen Durchzug der napoleonischen Truppen vor ca. 200 Jahren. Völkerschlachten zwischen Österreichern, Franzosen, Russen und Preußen fanden hier statt, und der Heerführer Napoleons, Vandamme, wurde 1813 gefangengenommen. Noch heute erinnern Denkmäler von Russen, Preußen und Österreichern an diese Zeit. Die Kulmer Kapelle (Chlumec) ist der Schlacht von 1126 nach Christi gewidmet.

Das erste Ausflugsrestaurant (mittlerweile gibt es ringsum mehrere) wurde 1850-1860 von einem Einwohner aus Krupka (Graupen) gegründet. Seit 1952 fährt ein Sessellift von Krupka bis zum Gipfel. Der Aufzug zum Mückentürmchen wurde schon 1914 geplant, aber die beiden Weltkriege verhinderten, dass der Sessellift auch tatsächlich gebaut wurde.

Apropos Aussicht: Schauen Sie sich einmal die Bildkomposition von Caspar David Friedrichs "Der Wanderer über dem Nebelmeer" an. Dieses Bild ist eine "romantische Kollage aus erzgebirgischen und böhmischen Landschaftsmotiven sowie Felsengruppen des Elbsandsteingebirges". Bisher gilt als erwiesen, daß der Vordergrundfelsen des Gemäldes am Aufstieg zur "Kaiserkrone" im Elbsandsteingebirge liegt. Bei der Betrachtung des Hintergrundes habe ich immer den Eindruck, C.D. Friedrich habe den Donnersberg / Milleschauer mit ins Bild eingefügt.

Wegen der hier aufeinandertreffenden Luftschichten mit unterschiedlichen Temperaturverhältnissen kommt es regelmäßig zu einem leichtem Nebel, der die Fernsicht auf ca. 10-40 km einschränkt. Gelegentlich gibt es auf tschechischer Seite auch "Eintrübungen", deren exakte Bezeichnung man besser den Umweltministern überlassen sollte, sofern man die seit 1945 etwas "heiklen" deutsch-tschechischen Beziehungen nicht weiter belasten möchte.

Einen Ausflug von Holzhau zum Mückentürmchen kann man planen als

  • Radtour: Von Holzhau aus die Muldentalstraße bis OT Teichhaus, Grenzweg nach Neurehefeld, Grenzübergang Moldava, hinter dem Bahnhof Moldava auf den Wanderweg über Nove Mesto zur Vittichbaude, weiter Richtung Cinovec / Zinnwald. In Zinnwald / Cinovec weiter Richtung Fojtovice: An der Tankstelle nach rechts, im Kreisel nach links, dann nach wenigen hundert Metern nach Fojtovice abbiegen. PKW-Fahrer beachten! Da diese Strecke länger ist, kann man auch die Wanderstrecke befahren. Sie ist allerdings schlechter ausgebaut.
  • Ausflug mit dem Auto: Holzhau - Rehefeld - Grenzübergang Altenberg, weiter nach  Cinovec (tschechischer Teil von Zinnwald), nach der Tankstelle im Kreisel links Richtung Fojtovice, nach einigen hundert Metern rechts nach Fojtovice abbiegen.
  • Wanderung (Für erfahrene, trainierte Wanderer): Holzhau Eisenbahnerweg oder Muldenweg Richtung Neuhermsdorf, an der früheren Bahnbrücke / Teichhaus vorbei, weiter über Grenzweg Richtung Neurehefeld / Rehefeld, wahlweise über Grenzübergang Moldava nach Nove Mesto, Kammweg nach Cinovec oder im Rehefelder Tal nach Zinnwald (Wanderübergang Zinnwald), danach weiter nach Fojtovice. Selbst für erfahrene bzw. trainierte Wanderer empfiehlt sich die Rückholung mit dem PKW oder Kleinbus nach Holzhau. Als Alternative kommt auch eine Fahrt zum Mückentürmchen mit anschliessener Rückwanderung nach Holzhau infrage. Diese Strecke ist aufgrund des bisher unerklärlichen Gefühls, dass es "abwärts" geht, angenehmer zu laufen.
  • Fahrtstrecke mit dem Auto: Etwa 32 Kilometer (Anspruchsvoll! Steigungen, enge Kurven, schmale Straßen)
  • Entfernung für Wanderung oder Fahrradfahrer: Etwa 24 Kilometer, ca. 5 Stunden. Rund 700 Höhenmeter müssen überwunden werden (Aufstieg und Abstieg)

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 15.10.2007
Aktuell: 17.10.2018
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