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Die Jugendfeuerwehr Rechenberg und der Kommunalwahlkampf 2008

(Veröffentlicht am 29.05.2008 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Wie der Gründer der Jugendfeuerwehr in den letzten Tagen bei einer Wahlkampfveranstaltung mitteilte, hatte unsere Gemeindeverwaltung bisher "kein Geld", um die Jugendfeuerwehr Rechenberg zu unterstützen. Das finanzielle Dilemma beginnt bereits bei einem Abonnement für eine Ausbildungsfachzeitschrift, welche dringend erforderlich ist und pro Jahr -für die Gemeindeverwaltung offenbar unerschwingliche- 28 Euro kostet.

Das notwendige Geld für das Zeitschriftenabo zahlen die Kinder und Jugendlichen vom Taschengeld selbst.

Jugendliche müssen von der Ausbildung vorübergehend ausgeschlossen werden, weil keine vorschriftsmäßige Schutzkleidung in den entsprechenden Größen vorhanden ist. Heranwachsende passen eben nicht mehr in Kinderkleidung.

"Ich kann die Kinder doch nicht in Turnschuhen an der Ausbildung teilnehmen lassen. Wenn jemandem etwas auf den Fuß fällt - wer haftet dann ?" so der Ausbildungsleiter der Jugendfeuerwehr weiter.

Für eine Gemeindeverwaltung wäre es sicher nur ein geringer Aufwand, bei anderen Feuerwehren des Landkreises nachzufragen, ob man dort Kleidungsstücke leihen oder erwerben kann.

Bürgermeisterkandidat Udo Sandig (FDP), in dessen Wahlkampfveranstaltung die Diskussion aufkam, reagierte auf die Bürgeranfrage entsetzt. Aber auch die anwesenden Gäste der Wahlkampfveranstaltung schüttelten bei diesen Absurditäten fassungslos den Kopf. Er könne das ewige Gejammere wegen des fehlenden Geldes bald nicht mehr hören, antwortete Udo Sandig. "Mittlerweile gibt es wirklich schon  Leute, die das glauben. Die Verschuldung unserer Gemeinde ist mit rund 500 Euro pro Kopf relativ niedrig. Es gibt Orte in der Region, die haben achtzehnhundert Euro Schulden pro Einwohner. Wenn unser Ort einmal eingemeindet werden sollte, lachen sich die anderen über uns kaputt, stülpen uns ihre Schulden über - das war´s. Wir haben nichts davon und zahlen dann die Schulden anderer Gemeinden mit ab".

Hinweis: Die Pro-Kopf-Verschuldung unserer Gemeinde wäre noch geringer, wenn die Einwohnerzahl höher wäre. Die Gesamtschulden des Ortes würden auf mehr Personen umgerechnet. Rund 600 Personen haben in den letzten Jahren unseren Ort verlassen. Das sind etwa 20 Prozent oder: Mehr als Holzhau jemals Einwohner hatte.

Der Bürgermeisterkandidat Thomas Hetze (parteilos) wurde bei seiner Wahlkampfveranstaltung in der Fischerbaude auch auf das Problem "Jugendfeuerwehr" angesprochen. In Richtung des als Gast anwesenden Gegenkandidaten Udo Sandig sagte er: "Ich glaube, es ist fast egal, wer von uns beiden die Bürgermeisterwahl gewinnt. Entscheidend ist, daß sich hier im Ort schnell etwas ändert."

Der bisherige Amtsinhaber Werner Sandig hat in seinen Wahlkampf - Prospekt "Vorstellungen für Rechenberg-Bienenmühle und Ortsteile" einen separaten Abschnitt zur Wichtigkeit der Feuerwehren aufgenommen: "Um die Einsatzfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten, sind Ausrüstungen und Ausbildungsstand ständig den Vorschriften anzupassen".

Zu jeder Zeit also, das heißt: Auch in zehn Jahren, wenn aus der Kinderfeuerwehr einsatzfähige Feuerwehrleute geworden sind.

Weiterhin schreibt Werner Sandig in seinem Wahlkampfflyer zur Beschreibung der aktuellen Situation: "Unseren Vereinen stehen weitestgehend Möglichkeiten zur Verfügung, um ihre Vorhaben ordentlich durchführen zu können." und "Einwohnern....eine Zukunft geben, die Gemeinschaft zu pflegen..." sowie "In unserer Gemeinde gibt es viele Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung."

Aber wahrscheinlich gelten diese "Vorstellungen" nur dann, wenn der Amtsinhaber Werner Sandig seinen Stuhl im Rathaus auch weiterhin behält.

Als Bürgermeister, der sich erneut der Wahl stellt, hat man das Problem, daß man sich an den Worten und Taten der vergangenen Jahre messen lassen muß. Und da kann es schon passieren, daß bei einer Wahlkampfveranstaltung jemand aufsteht und etwas Unerfreuliches sagt... zum Beispiel, daß Werner Sandig die Gründung der Jugendfeuerwehr mit den Worten kommentiert haben soll, "er könne  es schließlich nicht verhindern", oder daß Einwohner das Gefühl haben, des Werner Sandigs Wahlkampfprospekt sei eine "Verhöhnung der Bürger", "Frechheit" oder gar "Volksverarschung". So lauten Zitate aus  Wortbeiträgen der Bürger bei den Wahlkampfveranstaltungen der letzten Tage.

Ich möchte diesen Artikel in jedem Fall dafür verwenden, um für die sinnvolle Freizeitgestaltung unserer Kinder und Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr zu werben. Vielleicht findet sich ja jemand mit einem "großen Vermögen", der unserer Jugendfeuerwehr die Kosten für das 28 - Euro -Jahresabonnement sponsort. Es müssen ja nicht immer die Unternehmer sein...

Es gibt in Holzhau ein "Feuerwehrhotel" -  hat man dort entsprechende Connections, um den Jugendlichen preiswerte, aber vorschriftsmäßige Schutzkleidung zu beschaffen ?

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 29.05.2008
Aktuell: 06.08.2008
Seitenaufrufe: 3668
Ähnliche Themen: Feuerwehr Jugendfeuerwehr Kinder Freizeitgestaltung Dorf Region Jugendarbeit Ausbildung Wahlkampf

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