hotel online buchen
www.holzhau.de: Das Onlinemagazin für Einwohner und Touristen am 22.09.2019
Echt Erzgebirge

Aktuelle Wetterdaten
22.09.2019 | 08:15 Uhr

8.6°C

24-Stunden ⌀: 12.115 °C
30-Tage ⌀: 13.888 °C
Luftdruck rel: 1,012.5 hPa
Luftfeuchte rel: 73 %

Wetterstation Holzhau 615m üNN

Hotels | Pensionen | Ferienwohnungen | Ferienhäuser | Freizeitangebote | Unternehmen | Veranstaltungen | Angebote
WebCam Holzhau | WebCam Skilift | Panorama | Oberholzhau | Wettergrafik | Wetterdaten | Schneehöhen | Fahrplan

Wie das Skifahren ins Erzgebirge kam...

(Veröffentlicht am 14.10.2008 • Geschätzte Lesedauer: 2-4 Minuten)

Wie das Skifahren ins Erzgebirge kam... skifahren skilauf langlauf skilanglauf geschichte chronik fussbretter

Es gibt ja mehrere kuriose Geschichten, in denen versucht wird zu erklären, wie das Skifahren in das Erzgebirge kam. Aus Gründen des touristischen Marketings bleibt man leider nicht immer bei den geschichtlich bewiesenen Fakten. Eine Kleinstadt in unserer Nähe brüstet sich sogar damit, daß dort das erste mal Skilanglauf betrieben wurde. Man erzählt sich die Mär, daß ein "norwegischer Student" den Skilanglauf in den Ort gebracht haben soll. Selbst im Mitteldeutschen Rundfunk wurde diese tolle Geschichte bereits verbreitet, um die besondere Bedeutung des Städtchens als "Erfinder des Skifahrens" herauszustreichen.

Als unsere Gemeindeverwaltung im März 2004 beschloß, die örtliche Bibliothek aufzulösen und jedes Exemplar für 50 Cent zu verkaufen (Siehe Archiv Holzhau.de, 2004), befanden sich unter den verschmähten Werken auch richtige Schätzchen, die ich erwarb, die sich jetzt in meinem Besitz befinden und aus welchen ich heute zitieren möchte:

In einem 1775 erschienen Büchlein mit dem Titel "Mineralogische Geschichte des sächsischen Erzgebirges" heißt es unter anderem: "...und weil dann solche Waldleute bey ihrer Beschäftigung auf den gebahnten Wegen, deren es ohnehin sehr wenige gibt, nicht bleiben können, so bedienen sie sich der Fußbretter wie die Lappländer, womit sie ebenso behende wie diese über den tiefen Schnee laufen."

In einer 1791 veröffentlichten "Erdbeschreibung von Kursachsen..." ist zu lesen: "Auch versteht er sich (der Erzgebirgler) gleich den eingeborenen Lappländern auf den Gebrauch der Fußbretter und gleitet damit ebenso künstlich (Anmerkung: Offenbar ist kunstvoll gemeint ?) als schnell über den tiefen Schnee."

Schon um 1689 wird von Skilanglaufwettkämpfen in Europa berichtet (Krainer Bauernskilauf).

Wie das Skifahren ins Erzgebirge kam, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Wer seriös bleiben will, sollte keinesfalls einen einzelnen Ort oder ein konkretes Datum nennen, ohne einen entsprechenden Beweis zu erbringen. Fakt ist jedoch, daß es vor der Besiedlung des Erzgebirges bereits in den Alpen, in Lappland und in Rußland ausgeübt wurde. Es wäre zu vermuten, daß die vor der Besiedlung des Erzgebirges herbeigerufenen Holzfäller, deren Herkunft ebenfalls völlig unklar ist (Tirol ?) die Kunst des Skifahrens mit ins Erzgebirge brachten. Möglich wäre auch, daß Soldaten, welche in früheren Jahrhunderten in das Erzgebirge einfielen, die unter den Fuß geschnallten Bretter bereits besaßen. 

In jedem Fall dienten die "Fußbretter" in erster Linie zur Fortbewegung im Schnee. Sie hatten also  vorwiegend praktischen Nutzen und wurden erst wesentlich später als Sportgeräte genutzt.

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 14.10.2008
Aktuell: 29.12.2009
Seitenaufrufe: 6274
Ähnliche Themen: Skifahren Skilauf Langlauf Skilanglauf Geschichte Chronik Fussbretter

Wir verwenden einen so genannten Cookie, um unsere Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen an unsere Werbepartner weiter. Unsere Partner führen die Informationen möglicherweise mit anderen Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Ihre Einwilligung zu unserem Cookie, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.