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Kein DSL in Holzhau: Wo stehen wir? Ein Rückblick auf das Kommunikationsjahr 2008

(Veröffentlicht am 10.12.2008 • Geschätzte Lesedauer: 3-7 Minuten)

Einige Unternehmer unseres Ortes warten schon seit 1999 auf einen DSL-Anschluß, aber seit fast zwei Jahren kämpfen die Bürger unserer Orte intensiv für eine Anbindung an schnelle DSL-Internetzugänge. Unterschriften wurden gesammelt, Landes- und Bundespolitiker eingeschaltet. Die Politik versprach vor über einem Jahr ein "Breitband - Modellprojekt für das obere Erzgebirge".

Bei der letzten Kommunalwahl versprach jeder Bürgermeisterkandidat, sich für die DSL-Anbindung unserer Ortsteile stark zu machen. Man könnte sich die Mühe machen, die Resultate dieser Versprechen zu suchen. Man wird keine finden!

Natürlich ist die Erschließung des DSL-Festnetzes im ländlichen Raum für die großen Telekommunikationsanbieter ziemlich teuer. Die Einwohner und Unternehmen liegen weit verstreut, besonders im Ortsteil Holzhau. Die ländliche Struktur und das Gebirge haben unsere tschechischen Nachbarn aber auch nicht daran gehindert, Funk-DSL bis in das letzte Grenzdorf zu liefern.

Es gab Verhandlungen mit den tschechischen Anbietern, die in der Erweiterung ihres Netzes nach Sachsen hinein kein Problem sahen. Deutsche Bürokratie und Gesetze, wie zum Beispiel die umstrittene Vorratsdatenspeicherung, machten das Projekt für unsere tschechischen Nachbarn zu riskant. An der tschechisch-sächsischen Grenze macht das schnelle Internet einen großen Bogen, immer an der Staatsgrenze entlang.

Natürlich kann man sich über tschechische Bekannte eine Zugangskennung kaufen, sein Notebook ins Auto packen, über die Grenze fahren und dann im tschechischen Funk-DSL surfen. Doch sind das wirklich akzeptable Arbeitsbedingungen?

Die Holzhauer Unternehmer haben sich mit selbst finanzierten Insellösungen beholfen. Der eine hat seinen eigenen Satellitensiegel, der andere hat für den Hotelhotspot eine Flatrate. Ein Teil der privaten Festnetzkunden ist zu Enviatel gewechselt. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das seit Jahren der einzige Anbieter in der Region, welcher eine ISDN-Flatrate für das Internet anbietet.

Holzhau.de bündelt seit fast 10 Jahren mehrere ISDN-Leitungen. Erst vor ein paar Wochen wurden weitere Leitungen in Auftrag gegeben. Die Internet-Server, u.a. holzhau.de, wurden schon vor Jahren in ein externes Rechenzentrum verbracht und sind mit 100 MBit/s angebunden. Anders wäre der Ansturm auf unsere Webseiten, vor allem im Winter, nicht mehr zu bewältigen. Projekte wie unser Videoportal paranomia.de sind nach wie vor mit eigener Technik am Standort Holzhau unrealisierbar.

Auch hier hilft nur: Raus mit der Technik, rein in externe Rechenzentren. Mit dem Nachteil: Ist die Technik erst einmal aus dem Haus, sitzt man für Wartungsarbeiten stundenlang im Auto. Meist länger, als die eigentliche Wartung dauert. Das ist zwar eine sinnlose Umweltverschmutzung und Verschwendung von Arbeitszeit, aber "die da oben" wollen es offenbar so.

Ein Telekom - Mitarbeiter hat einmal gesagt, wir müssten den Firmensitz dahin verlagern, wo schnelles Internet möglich sei. Nach Tschechien etwa? Das wäre für viele das Kürzeste...

Kurios ist ja, dass in zwei Holzhauer Hotels schnelle Internetanbindungen vorhanden sind. Das ist allgemein bekannt. In einem begrenzten Radius um die Hotels hat man das Funknetz als "Drahtlosnetzwerk" auf dem Monitor. Leider standen diese Angebote bisher nur Tagungsteilnehmern mit Kreditkarte zur Verfügung. Die Downloadraten sind ein Vielfaches schneller als bei ISDN.  Mit anderen Worten: Es geht also. Und zwar seit Jahren. Wenn man bereit ist, mehrere Euro pro Stunde zu zahlen?

Vor den flächenmäßig weit verstreuten Holzhauern fürchten sich nicht nur die Großen der DSL-Festnetzsparte. Auch den kleinen, regional tätigen Anbietern liegt Holzhau schwer im Magen. Großer Investitionsbedarf, wenig Privatkunden mit hohem Internetaufkommen, noch weniger Unternehmen.

"Vor 2009 wird es nichts mit dem weiteren Ausbau des Festnetzes durch die Telekom", wurde den Erzgebirgern bei der Bürgerversammlung im Hotel "Fischerbaude" zur Kenntnis gegeben.

In drei Wochen ist das Jahr 2008 Geschichte. Telekom-Baumaßnahmen wurden kaum beobachtet. Schauen wir, was kommt, aber "nach 2008" kann auch "2015" bedeuten. Wer nicht so lange warten will, sollte unseren Artikel über das 2 bzw.4 Mbit schnelle "DSL aus der Antennensteckdose" lesen.

Nachtrag 2018/10 Jahre später: Es ist unglaublich, dass uns diese Probleme seit fast 20 Jahren beschäftigen. Was ist seit 2008 passiert? Der Ortsteil Holzhau wurde im Bereich "Bergstraße" vom stillgelegten Hotel "Sachsenstern" bis zur Pension "Schmidt" mit Festnetz-DSL ausgestattet. Firmen wie das Naturhotel "Lindenhof", die "Alte Mühle", das "Erbgericht", der Heizungsbau Göhler und auch die BCS warten immer noch auf einen schnellen Internetanschluss. Der gesamte Holzhauer Ortskern, also der Bereich mit der höchsten Einwohnerdichte, ist nicht am DSL. Desweiteren wurde der Ortsteil Teichhaus notdürftig mit DSL versorgt. Trotzdem liefen bereits Vertreter der Telekom durch den Ort und behaupteten, der Ort sei "erschlossen". Irrtümlich abgeschlossene Verträge wurden wenige Tage später wieder rückabgewickelt.

Und: Der Breitbandausbau ist wieder einmal Thema bei der Regierungsbildung. Das war er aber schon mehrmals.

 

Informationen zu diesem Artikel:

Redakteur: Tino Bellmann
Erstellt: 10.12.2008
Aktuell: 06.02.2018
Seitenaufrufe: 5375
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