Holzhau
Aktuelles Wetter+Schneehöhe Webcam Rodelhang Webcam Skilift Webcam Holzhau Webcam Oberholzhau Freie Betten Hotels Pensionen Ferienwohnungen Ferienhäuser Unternehmen Freizeit Veranstaltungen Fahrplan H-FG Fahrplan FG-H Müll-Termine

Rechenberger Kleingärtner und Imker bei "Rettet die Bienen" ganz vorn mit dabei

Es ist Montag Morgen, 6 Uhr. Das Telefon klingelt. "Du musst ganz schnell nach Rechenberg kommen. Hier haben ein paar Spaßvögel die Schlaglöcher umrandet und Stiefmütterchen gepflanzt. Und bring die große Kamera mit!"

Die Woche fängt gleich gut an. Auf der kurzen Fahrt in den benachbarten Ortsteil bekomme ich ein Deja Vu: Das hatten wir doch schon mal. Vor ziemlich genau dreißig Jahren hat die Stasi einen jungen Mann in Holzhau abgeholt. Er hatte am Abzweig Muldentalstraße / Bergstraße mehrere Schlaglöcher weiß umrandet, kurz bevor eine internationale Delegation in das damalige "Schulungs- und Erholungsheim der Akademie der Wissenschaften der DDR" nach Holzhau reiste. Mit Sätzen wie "Du siehst deine Familie nie wieder" wurde ihm ein Geständnis abgepresst.

Bei der Firma "Oppitz Schornsteinbau" in Rechenberg tauchen die ersten Schlaglochumrandungen auf. Die unebene Straße rüttelt mich in die Gegenwart zurück.

Direkt vor dem Rechenberger Rathaus stehen in den "Fahrbahnunebenheiten" gelbe Stiefmütterchen. Die lockere Bepflanzung reicht auf der S185 mehrere hundert Meter bis zum Ökobad hinunter. So eine Begrünung macht Sinn, denn einige Schlaglöcher haben bereits "Beettiefe" erreicht. Fahrbahnschäden dieser Größe sorgen zudem für einen ausreichenden Wasservorrat.

Wer hinter der Schlaglochbepflanzungsaktion steht, ist bisher völlig unbekannt. Vermutungen verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Entweder handelt es sich um eine Maßnahme der erzgebirgischen Imker, die unter dem Motto "Rettet die Bienen" neue Futterquellen für ihre kleinen Lieblinge erschließen wollten, oder es waren die ortsansässigen Kleingärtner auf der Suche nach neuen Anbauflächen.

Ich persönlich tendiere dazu, es den Kleingärtnern zuzuschreiben. Die für den Gartenbau empfohlene Grünlandtemperatursumme von 200 Kelvin wurde am 6. April 2019 erreicht. Kleingärtner wissen, dass es kaum Sinn macht, vor diesem Termin irgendetwas zu pflanzen.

Die nicht sachgemäß ausgeführte und viel zu lockere Bepflanzung spricht allerdings gegen die Kleingärtner.

Vielleicht waren es auch nur ein paar freundliche Bürger, die dem amtierenden Bürgermeister Michael Funke eine kleine Freude machen wollten. Von seinem Bürofenster aus kann er direkt auf die blühende Straßenverschönerung herabschauen.

Abschließend kann nur noch sagen: "Jaja, die Rechenberger - Sie haben zwar keinen Blumenladen mehr, aber...!"

Der Holzhauer Waldfunk hat sich bei uns gemeldet. Möglicherweise handelte es sich um einen nächtlichen Subotnik-Einsatz der zukünftigen Gemeinderäte. Im Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt. Die Umwandlung von Schlaglöchern in ökologische Ausgleichsflächen könnte eine stiefmütterlich durchgeführte Wahlkampf-Aktion gewesen sein. Wenn die Gemeinderats-Kandidaten schon vor der Wahl Blumengrüße an den Bürgermeister senden, können die Einwohner von Holzhau, Rechenberg-Bienenmühle und Clausnitz nach der Wahl auf eine blühende Zusammenarbeit hoffen.



 

 

 

Weiterführende Links, Quellenangaben und Verweise zu anderen Artikeln:
» Wie es danach weiter ging? Lesen Sie hier: Trari, trara, der Flick-Konzern war da!
Facebook Artikel bei Facebook teilen
Google+ Artikel bei Google Plus posten
Whatsapp Artikel per Whatsapp verschicken
Email Artikel per Email weiterempfehlen
Navigation:

» Zur Startseite
Desktop-Version Holzhau.de