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Feuer im Wald? Borkenkäferbekämpfung und Schneebruchbeseitigung haben in Holzhau begonnen

Schon im letzten Jahr hat die Untere Forstbehörde des Landkreises Mittelsachsen damit angefangen, private Waldbesitzer an ihre gesetzlichen Pflichten, die sich aus dem Sächsischen Waldgesetz (SWaldG) ergeben, zu erinnern. Laut "Freie Presse" wurden bisher 4000 Bürger angeschrieben. In den meisten Fällen geht es um die Bekämpfung des Borkenkäfers.

Im Sommer 2018 litten die Bäume unter der Trockenheit, was den darauf folgenden Herbststürmen und der Schneelast vom Januar ein leichtes Spiel verschaffte. Schaut man von den Bergen auf die erzgebirgischen Nadelholzbestände herab, sieht man ein Meer von abgebrochenen Baumspitzen. Auf dem Waldboden türmt sich das, was den Bäumen oben fehlt. Nicht nur im Privatwald, sondern auch beim Staatsforst.

Abgebrochene Baumspitzen sind ein Fall für die Kettensäge. Der verbliebene Stamm kann nach dem Fällen noch einigermaßen sinnvoll verwertet werden. Die Spitzen hingegen sind weder als Feuerholz noch als Nutzholz zu gebrauchen. Für einen herkömmlichen Gartenhäcksler sind sie meist zu dick.

Die Untere Forstbehörde des LRA hat den privaten Waldbesitzern empfohlen, das anfallende Schadholz gleich vor Ort zu verbrennen. Darf man das eigentlich? Was ist zu beachten? Wer muss informiert werden? Und sind die Behörden wirklich kompetent und ausreichend geschult, wenn es um die Rechte und Pflichten der privaten Waldbesitzer geht?

Wir werden versuchen, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Dabei berücksichtigen wir aber nur die privaten Waldbesitzer!

Die Waldarbeiten zur Borkenkäferbekämpfung sind im aktuellen Fall von der Unteren Forstbehörde angeordnet, begründen sich aber aus dem Sächsischen Waldgesetz.

Im Paragrafen 16, Absatz 1 des Sächsischen Waldgesetzes heißt es wörtlich:

"Der Waldbesitzer ist verpflichtet, den Wald im Rahmen seiner Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen nachhaltig und pfleglich, in der Regel ohne Kahlhiebe, planmäßig und sachkundig sowie unter Beachtung ökologischer Grundsätze zu bewirtschaften, gesund, leistungsfähig und stabil zu erhalten, zu sanieren und vor Schäden zu bewahren."

Damit ist klargestellt, dass man als Waldbesitzer verpflichtet ist, gegen den Befall des Waldes durch Borkenkäfer oder andere Schädlinge vorzugehen. Auch "vorsorglich". Es bedarf im Regelfall keines Anschreibens durch die Behörden, um die gesetzliche Verpflichtung umzusetzen. Es stellt sich demzufolge auch nicht die Frage, ob man das darf, denn man ist per Gesetz dazu verpflichtet. Und es wird klar, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion handelt, sondern um einen dauerhaften Prozess: Die nachhaltige, planmäßige Forstwirtschaft.

Die Rolle der Forstbehörde wird im Paragrafen 41 definiert: 

"Die Forstbehörde hat in Ausübung der Forstaufsicht und des Forstschutzes die Befugnis einer besonderen Polizeibehörde im Sinne des Polizeigesetzes des Freistaates Sachsen." 

Was das konkret bedeutet, bedarf sicher keiner weiteren Erläuterung. 

Ob man Schadholz im Wald verbrennen darf und was dabei zu beachten ist, regelt Paragraf 15, Absatz 1 des SWaldG:

"Im Wald oder in einem Abstand von weniger als 100 Meter vom Wald darf außerhalb einer von der Forstbehörde errichteten oder genehmigten Feuerstelle nur mit Genehmigung der Forstbehörde Feuer angezündet, unterhalten oder offenes Licht gebraucht werden."

Kurz gesagt: Jegliches Feuer im Wald oder weniger als 100 Meter vom Wald entfernt ist untersagt.

Die entscheidenden Ausnahmen stehen im Paragrafen 15, Absatz 2, "gilt nicht für"

Ein Kuriosum im Gesetz: Das Rauchen ist im Wald verboten - mit Ausnahme der oben genannten Personengruppe.
 
Als privater Waldbesitzer ist man per Gesetz berechtigt, jederzeit im oder am Wald Feuer zu machen. Man dürfte theoretisch sogar rauchen. Besondere Auflagen gibt es dazu nicht. 
 
Es ist allerdings sehr zu empfehlen, die zuständige Rettungsleitstelle zu informieren. Man kann das telefonisch tun, wird dann aber gebeten, alle notwendigen Informationen per Telefax zu bestätigen. Die aktuelle Faxnummer der Rettungsleitstelle Chemnitz lautet 0371-488 82 99.
 
Bei der Anmeldung der Feuerstelle bzw. mehrerer Feuerstellen sollte man die vollständige Anschrift des Waldbesitzers, die Flurstücksnummer, eine ungefähre Lagebeschreibung oder die GPS-Koordinaten angeben. Eine Mobilfunk-Rufnummer für die direkte Kontaktaufnahme sollte selbstverständlich sein.
 
Parallel dazu ist ebenfalls empfehlenswert, die Gemeindeverwaltung als Ortspolizeibehörde in Kenntnis zu setzen. Nach aktuellem Wissen ist eine Gemeindeverwaltung aber nur berechtigt, die Information entgegenzunehmen. Sie darf sie weder kommentieren noch in Frage stellen. Andernfalls könnte man unterstellen, dass sie private Waldbesitzer bei der Ausübung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen behindert.
 
Das einzige Argument gegen ein Feuer im Wald sind offiziell herausgegebene Waldbrandstufen. Sobald eine Waldbrandstufe festgelegt wird, gelten andere Regeln. 
 
Zum Schutz des eigenen Waldes und anderer Waldbestände sollte man sehr umsichtig arbeiten, nur kleine Portionen Schadholz verbrennen, das Feuer nie unbeaufsichtigt lassen und sich rechtzeitig Wasser für das abschließende, vollständige Löschen des Feuers beschaffen. Mehrfache Nachkontrolle sollte selbstverständlich sein.
 
Für das Anlegen von Feuern im und am Wald gibt es vom Landratsamt Mittelsachsen ein Merkblatt, welches man bei der Unteren Forstbehörde anfordern kann.
 
Wir hoffen, dass wir mit unserem Artikel ein wenig Klarheit schaffen konnten. Vollständige und ausführliche Informationen können wir an dieser Stelle jedoch nicht bieten. Beraten Sie sich bitte vor Beginn der Arbeiten mit dem zuständigen Revierförster bzw. der Unteren Forstbehörde im Landratsamt Mittelsachsen.
 
 

 

 

 

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